01.09.2014

Lesen Sie am Dienstag im »nd«

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Sportstadt Berlin: Startplätze beim Marathon sind sehr begehrt.

Festival der Worthülsen

Lieber kompakte oder recycelte Spiele? Die Konzepte von Hamburg und Berlin für die Bewerbung als Ausrichter von Olympischen Sommerspielen sind sehr unterschiedlich. Die Olympiabewerbungen gleichen sich nur in ihren Phrasen. Beide wollen die Spiele möglichst schon 2024 nach Deutschland holen. Seit Montag sind die Konzepte öffentlich einsehbar. Jetzt darf munter drauf los diskutiert werden.

Siehe auch: Interview Klaus Böger: »Man muss die Sache nur richtig angehen«

Noch ein Großprojekt

»Berlin kann Olympia, ich glaube, das haben wir bewiesen«, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Montag bei der Vorstellung der »Interessensbekundung Berlins für die Olympischen und Paralympischen Spiele«. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt - denn auf welche olympischen Erfahrungen mag Wowereit sich beziehen? Die letzte Bewerbung vor 20 Jahren scheiterte am Bürgerwillen der Hauptstadt und auf die Spiele 1936 wird er sich bestimmt nicht bezogen haben wollen.

Keine Lust auf Leuchttürme

Hinter den Olympia-Ambitionen Hamburgs steht vor allem eine Koalition aus CDU, Handelskammer und »Hamburger Abendblatt«. Aber Hamburg fehlt ein Olympiastadion, die Sportstätten sind marode und viele Bürger des Gigantismus überdrüssig. Das Debakel um die Elbphilharmonie erhöht nicht gerade das Vertrauen in den Senat.

Geschenke für den Krieg

Russland und der Islamische Staat - das sind die beiden Mega-Bösen, die die deutsche Außenpolitik derzeit kennt. Sie haben nicht das Geringste miteinander zu tun, sind grundverschieden, doch die Drohbilder werden gleichermaßen benutzt, um eine »größere Verantwortung« Deutschlands in der Welt einzufordern und zu behaupten. So kommentiert Jürgen Reents die Entscheidung der Bundesregierung, Waffen an die irakischen Kurden zu liefern. Im Kern ging es um eine stärkere Bewaffnung der deutschen Außenpolitik.

Auf dem Lieferschein: tausendfacher Tod

Insgesamt will Deutschland 8000 G 3- und ebenso viele G 36-Sturmgewehre, 8000 P 1-Pistolen, 40 MG-3-Maschinengewehre samt Munition sowie 240 Panzerfäuste und 30 Werfer für »Milan«-Panzerabwehr-Raketen liefern.
Es mangelt nicht an Waffen in Irak, hört man aus Kreisen der Opposition, daher müsse man auch an die Kurden keine liefern. Doch was die Bundesregierung nun beschloss, ist von ganz anderer Qualität.

»Wir haben natürliche Grenzen«

Wie könnte eigentlich eine Postwachstumsökonomie in der Praxis aussehen? Schon heute gibt es Unternehmen, die versuchen, dem Wachstumszwang zu entkommen.
Unternehmen wie Neumarkter Lammsbräu setzen auf soziale sowie ökologische Kriterien und wollen nicht auf Teufel komm raus wachsen.

Verständigung? Unmöglich. Sicherheit? Nirgends

Überall brennt es im Nahen Osten - und nicht nur dort. Syrische Kämpfer gegen das Assad-Regime sind seit langer Zeit im Widerstand, und seit einigen Monaten verbreiten nun die sogenannten Gotteskrieger des IS in Irak, den Grenzregionen zu Syrien und Iran Angst und Schrecken, treiben Zehntausende in panische Flucht. Sie morden, vergewaltigen, misshandeln und rauben. Sherko Fatah erzählt von einer Geiselnahme und führt in einem Roman die ausweglose Situation in Irak vor Augen.

Die Mühen der solidarischen Ebene

Das Welthaus Bielefeld unterstützt den Kauf von sparsamen Kochöfen für die Küchen der ärmsten Bevölkerungsschicht Guatemalas, um den Gesundheitsgefahren durch offenes Feuer entgegenzuwirken.
Andreas Boueke recherchiert seit über 20 Jahren als freier Journalist in Mittelamerika. Zudem betreut er Projekte der Gemeindeentwicklung in Guatemala.

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