Zeitloses Bild vom Widerstehen

Anna Seghers' »Das siebte Kreuz« konzertant: Ein Gespräch mit dem Schweizer Komponisten Marc Kilchenmann

Marc Kilchenmann, 1970 in Bern geboren, stellt im Programm »Jeder Schritt ist immer nur der vorletzte« dem »Musikalischen Opfer« Johann Sebastian Bachs einen Zyklus über Anna Seghers' »Das siebte Kreuz« gegenüber. Wie es dazu kam, fragte ihn Monika Melchert.

nd: Dieser Tage fand die Uraufführung Ihres Konzerts unter dem Titel »Jeder neue Schritt ist immer nur der vorletzte« statt. Gibt es für Sie als Schweizer einen Bezug zu Anna Seghers?
Kilchenmann: Die Schweiz meiner Jugend habe ich in Erinnerung als ein Land, das sich seiner Vergangenheit nicht stellen wollte. Mein Geschichtsunterricht streifte knapp den Ersten Weltkrieg, die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg war kein Schulthema. Die etwa 300 000 durch die Schweiz aufgenommenen Flüchtlinge können nicht über die restriktive Flüchtlingspolitik hinwegtäuschen. Tausende wurden an unseren Grenzen abgewiesen und in den sicheren Tod geschickt. Das wurde später lange Zeit verdrängt. Zu diesem Schweigen passt auch die im Deutschunterricht behandelte Literatur. Dass die Schweiz sich weigerte, die eigene, manchmal auch dunkle Geschichte aufzuarbeiten, empörte mich und viele meiner Generation. So begann ich die »verbotenen« Bücher zu lesen, zu allererst Max Frisch, dann Albert Camus, Brecht, Thomas Bernhard und eben auch Anna Seghers.

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