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Prof. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe
08.06.2013

Alarmsekret ruft zur Massenversammlung

GARTENTIERE: Stechborsten der Feuerwanzen sind für Menschen ungefährlich

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Feuerwanze

Die Feuerwanze dürfte die bekannteste der etwa 800 mitteleuropäischen Wanzenarten sein. Sie gehört zu den schönsten und tritt zeit- und stellenweise wie keine andere Wanze in ungeheurer Masse auf, vor allem an Stämmen von Linden.

Viele nennen das zehn bis zwölf Millimeter lange Tier fälschlicher Weise auch Feuerkäfer. Gegen diese Zuordnung sprechen schon die Gestalt des nach vorn verjüngten Körpers, die Abplattung der Oberseite, die kurzen aufliegenden Flügel und der allen Wanzen zukommende Rüssel.

Anders als Käfer entwickeln sich Wanzen direkt, das heißt ohne Puppenruhe. Man kann so im Sommer und Herbst in einer Population auch Larven beobachten, oft ganze Scharen von Kindern. Die Larven, bei denen es fünf Stadien gibt, verhalten sich kaum anders als die Eltern. Sie unterscheiden sich von diesen dadurch, dass sie noch nicht deren kümmerliche Vorderflügel haben. Bis zum Winter, den sie in irgendwelchen Verstecken oder unter Laub und Moos überstehen, hat die Nachkommenschaft die letzte Häutung vollzogen und die Elterngeneration abgelöst.

Der Saugrüssel ist ein Wunderwerk an Präzision. Da gibt es zum einen vier Stechborsten, die jedoch nicht zur Verteidigung eingesetzt werden, auch dann nicht, wenn man ein solches, sehr flinkes Tier mit den Fingern zu fassen bekommt. Ferner enthält der Rüssel zwei Röhren, ein Speichelrohr und ein Nahrungsrohr. Dank der Speichelabsonderung sind die Feuerwanzen wie auch die meisten anderen Wanzen nicht auf flüssige Nahrung angewiesen.

Als Nahrung genannt werden vor allem die Samen von Linden und Malven, manchmal auch die von Robinien oder auch tote Insekten. Im Terrarium, in dem sie bei uns nur wenige Tage überlebten, verschmähten Feuerwanzen gequetschte Sonnenblumenkörner. Im Freiland fressen sie jedoch zerbröckelte Kerne vorjähriger Walnüsse. Das verdeutlicht, welche Bedeutung der verflüssigende Speichel für die Nahrungsaufnahme hat.

Die auffallend rot-schwarze Kontrastfärbung, die es in unterschiedlichen Mustern auch bei anderen Wanzen gibt, wurde gelegentlich als Schutzfärbung gedeutet. Vielleicht ist sie es in Verbindung mit einem Sekret der Stinkdrüsen, deren schwarz umrandete Mündungen auf dem Rücken der Larven sehr auffällig sind. Das Sekret kann jedenfalls Alarm auslösen und als Aggregationspheromon Artgenossen zu den Massenansammlungen zusammenführen. Es spielt auch in der Auslösung der Paarbildung eine Rolle.

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