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Von Marcus Meier
08.06.2013

Uran vom Fonds?

Atomanlagen-Betreiber Urenco soll an die Börse gebracht werden

Bisher ist der Urananreicherer Urenco zu zwei Dritteln in staatlicher Hand. Nun sollen Anteile des Unternehmen, das ein Drittel des Weltmarktes für den Kernbrennstoff abdeckt, an die Börse gebracht werden. AKW-Gegner und LINKE-Parlamentarier sind entsetzt.

Ob er ausschließen könne, dass auch Hedgefonds Anteile an Urenco erwerben? Nein, sagte Michael Geßner, Chef der nordrhein-westfälischen Atomaufsicht, in einem Interview. Und zwar dann nicht, wenn Hedgefonds bestimmte Vertragsbedingungen erfüllen würden.

Das Unternehmen mit Sitz in der englischen Kleinstadt Marlow produziert Zentrifugen und betreibt Urananreicherungsanlagen unter anderem im westfälischen Gronau. Zwei Drittel der Anteile gehören dem britischem und dem niederländischen Staat. Den Rest halten die deutschen Energiekonzerne RWE und E.on. Diese wollen, da sie insbesondere in Folge des deutschen Atomausstieges unter finanziellem Druck stehen, ihre Urenco-Anteile bis spätestens 2014 an der Börse veräußern. Auch die beteiligten Regierungen haben Verkaufsabsichten bekundet.

Urenco arbeitet hochprofitabel. Bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 einen Nettogewinn von knapp 360 Millionen. Zwischen 2,5 und - so die hauseigene Schätzung - zehn Milliarden Euro soll der Firmwert liegen. Daher stehen die Interessenten bereits Schlange. Neben dem französischen Atomkonzern Areva und dem kanadischen Konkurrenten Cameco sollen auch die Private-Equity-Gesellschaften CVC und KKR Interesse angemeldet haben.

Da alle Noch-Eigentümer möglichst viel Geld mit dem Teilverkauf verdienen wollen, befürchten Atomkraftgegner, die Verkäufer könnten zu erheblichen Zugeständnissen bereit sein: bei staatlichen Mitspracherechten, bei der Entsorgung des Uran-Mülls und den militärisch relevanten Aspekten der Technik. Insbesondere würde jedoch die Kontrolle der hoch brisanten Uran-Anlagen erschwert. »Die Urananreicherung ist der einfachste Weg zur Atombombe«, sagt Michael Sailer, lange Jahre Chef der deutschen Reaktorsicherheitskommission, mit Blick auf Urencos technisch fortschrittliche Zentrifugen-Technik.

Ein stur an möglichst schneller Profitmaximierung orientierter Fonds als (Mit-)Eigentümer eines Unternehmens, das ein Drittel des weltweit in Atomkraftwerken genutzten Urans liefert? In dessen Anreicherungsanlagen auch atomwaffenfähiges Uran hergestellt werden kann? Die Bundesregierung versprach im Januar in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion, bei »möglichen Änderungen an der Anteilsstruktur« werde alles mit rechten Dingen zugehen: Auch weiterhin müssten »nukleare Nichtverbreitung, Sicherung der Technologie und wirtschaftliche Solidität bei Urenco sichergestellt« sein. Ansonsten werde die Regierung die Zustimmung verweigern.

E.on-Chef Johannes Teyssen hingegen sprach im Mai von einer »offenen Ausschreibung« und einem »offenen Bieterverfahren«. Alle Eigentümer nebst Bundesregierung seien sich über das Verfahren einig und würden nun Kriterien definieren. Vielleicht ist man aber mittlerweile schon ein, zwei Schritte weiter: So verkündete ein Urenco-Manager, es stehe ein Firmenkonsortium bereit, um zwei Drittel der Anteile zu übernehmen. Namen nannte er nicht.


Lexikon

Private-Equity-Gesellschaften sind Finanzfirmen, die sich darauf spezialisiert haben, ihr Kapital in Unternehmensbeteiligungen anzulegen. Anders als Hedgefonds spekulieren sie nicht auf kurzfristige Schwankungen von Börsenkursen, sondern investieren mittel- oder langfristig. Häufig übernehmen sie die Mehrheit, um über die Geschäftspolitik des Unternehmens bestimmen zu können. Hauptziel ist es, die Anteile später mit hoher Rendite weiterzuverkaufen. nd

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