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Von Uli Schember, SID
08.06.2013

Was München bewiesen hat

Oldenburgs Basketballer wollen im Finale um die Deutsche Meisterschaft den Favoriten aus Bamberg ärgern

Die Brose Baskets Bamberg spielen zum vierten Mal nacheinander um den Meistertitel. Zuletzt haben die Franken 2009 eine Play-off-Serie verloren, gegen den diesjährigen Finalgegner EWE Baskets Oldenburg.

Es ist lange her, eine halbe Ewigkeit. Vier Jahre sind vergangen seit dem Tag, als Chris Fleming in Oldenburg das Aus seiner Brose Baskets Bamberg erklären musste. Mit 0:3 unterlagen die Franken den EWE Baskets damals im Halbfinale der Playoffs. Seitdem hat der fünfmalige Meister keine Serie in der Basketball-Bundesliga verloren. Ab Sonntag versuchen die Niedersachsen im Finale, Bamberg wieder einmal zu ärgern.

Dass Oldenburg vor einer ganz anderen Herausforderung steht als 2009, ist Sebastian Machowski bewusst. »Wir werden alles dafür tun, unseren Fans mehr als ein Heimspiel zu bieten«, kündigte der Trainer des Jahres nach dem Halbfinalerfolg über Ulm an. Der gebürtige Berliner nimmt die Außenseiterrolle an - es bleibt ihm auch nichts anderes übrig. Vor allem nach den Vorstellungen der Bamberger im Halbfinale gegen Bayern München.

Nervenstark wie immer, auf den Punkt genau war der Titelverteidiger da, als es wieder um alles oder nichts ging. »Viel aggressiver« sei der Gegner gewesen, stellte Svetislav Pesic nach der 66:85-Niederlage im fünften Halbfinale fest. Der Bayern-Coach musste wie viele seiner Kollegen zuvor akzeptieren, dass Bamberg in solchen Spielen nur ganz schwer beizukommen ist. Die Münchner haben immerhin bewiesen, dass der dreimalige Double-Gewinner zu packen ist. Auch in Bamberg, wie beim Halbfinalauftakt. Doch im letzten Aufeinandertreffen war eben nichts zu machen. Der Meister gewann die Serie mit 3:2 - genau wie Oldenburg gegen Ulm.

Oldenburg, das die Hauptrunde hinter Bamberg auf dem zweiten Platz beendet hatte, wird seine Lehren aus dem Scheitern der Bayern ziehen. Ein Spiel in Bamberg stehlen und zu Hause alles gewinnen. So könnte es funktionieren. Doch das ist reine Theorie und leicht gesagt. Hoffnungsträger der wiedererstarkten Oldenburger, die im vergangenen Jahr die Playoffs verpasst und danach Machowski verpflichtet hatten, ist Julius Jenkins. Mit 29 Punkten im Schnitt ist der Amerikaner Topscorer der Playoffs, nicht nur gegen Ulm war der Guard der entscheidende Mann. Jenkins ist unheimlich wichtig, auch weil er den nächsten Gegner so gut kennt. In der vergangenen Saison spielte der 32-Jährige noch für Bamberg und gewann mit dem Klub Meisterschaft sowie Pokal.

Bamberg wird in jedem Fall gut vorbereitet sein. Der vierte Titel in Serie winkt, dies ist zuvor nur drei anderen Mannschaften gelungen. Der USC Heidelberg wurde von 1957 bis 1962 sechsmal nacheinander Meister, Bayer Leverkusen (1990 bis 1996) und Alba Berlin (1997 bis 2003) holten sogar jeweils sieben Titel in Serie. Fleming, der am fast schon »historischen« 7. Juni 2009 in Oldenburg die einzige Playoff-Enttäuschung in seiner Karriere als Bamberger Headcoach erlebte, will wieder den Pott. Es wäre nach der schwierigen Saison mit vielen Rückschlägen, besonders in der Euroleague, auch eine Genugtuung.

Den Gegner wird der 43-jährige Fleming nicht unterschätzen: »Wir haben viel Respekt vor Oldenburg.« Deutlicher wurde Manager Wolfgang Heyder: »Jeder hat ja gegen Bayern vom vorgezogenen Finale gesprochen, aber jetzt müssen wir erst richtig Gas geben, wenn wir Meister werden wollen.«

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