Kerstin Decker 19.10.2013 / Kultur

Neben dem Leben

Chemnitz - eine langweilige Stadt in der Provinz? Kulturell trifft das ganze Gegenteil zu. Mit bemerkenswerten Arbeiten startetet der Chemnitzer Theaterbetrieb in die neue Saison. Im Schauspielhaus inszenierte der neue Oberspielleiter Carsten Knödler Ibsens »Hedda Gabler« mit feinem Sinn für die Tiefe. Auf der »Ostflügel«-Studiobühne wandte Robert Czechowski sich Büchners »Leonce und Lena« zu. Und die Oper wagte sich an ein wahnwitziges Stück zeitgenössischer Musik: György Ligetis Persiflage des Jüngsten Gerichts, »Le Grand Macabre«. Das Bühnenbild dazu, dem die Kunstsammlungen Chemnitz eine Ausstellung widmen, schuf der Maler Georg Baselitz, die Kostüme John Bock.

Dass die Wolken nun schon seit drei Wochen von Osten nach Westen ziehen, macht mich ganz melancholisch, sagt Büchners Leonce. Ich hatte mich müde getanzt, erklärt Ibsens Hedda Gabler, als sie sich - oder dem Leben? oder einer Freundin? - begründen soll, warum sie ihren Mann geheiratet hat. Und fast beiläufig, beinahe unbemerkt von ihr selbst, erläutert sie ihre Stellung im Kosmos, nein, zum Kosmos: Sie könne mit Dingen, die Anforderungen an sie stellen, einfach nichts anfangen. Hat Büchners Prinz Leonce diesen Gedanken nicht immer schon gekannt?

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