Vorwürfe statt Dank vom Innenminister

Dietlind Jochims über Kritik am Kirchenasyl von Thomas de Maizière (CDU) und einen Staat, der Menschenrechte missachtet

Der Staat macht Fehler, auch beim Thema Asyl. Dass Thomas de Maizière das Kirchenasyl ablehnt, scheint daher befremdlich. Pastorin Dietlind Jochims ist sich sicher: Mit dem Kirchenasyl werden Menschenrechtsverletzungen verhindert.

An erster Stelle im Grundgesetz wird die Würde jedes Menschen garantiert, festgeschrieben als unantastbar, unverletzlich und unveräußerlich. Daran muss sich alles messen lassen. Dem ist jedes staatliche Handeln verpflichtet - auch die Gesetze, die Asylverfahren regeln. Doch kein Staat ist unfehlbar. Es passieren Fehler, es gibt Versäumnisse und Menschen geraten in Situationen, in denen ihnen durch eine Abschiebung droht, was unbedingt verhindert werden soll: die Verletzung der Menschenrechte, die der Staat eigentlich schützen soll. So erhalten schwer kranke Menschen zum Beispiel Abschiebebescheide in Länder, in denen für ihre Gesundheit nicht gesorgt wird. Mitunter haben sie dort nicht einmal ein Dach über dem Kopf. Familien werden durch die »Rückführungen« auseinandergerissen und Kinderrechte missachtet.

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