Thomas Blum 01.06.2015 / Kultur

Die Wüste lebt, dank Hitler!

Der Kritiker und Essayist Eike Geisel, der den Mythos vom »guten Deutschen« bekämpfte, wäre heute 70 Jahre alt geworden

In Wien hat neulich ein Mieter während des kürzlich in der Stadt veranstalteten »Eurovision Song Contest« die Flagge eines der daran teilnehmenden Staaten in seinem Fenster angebracht. Keine allzu irritierende Sache, sollte man im Grunde meinen. In Deutschland, so weiß man, hängt noch aus dem nichtigsten Anlass - meist braucht es einen solchen nicht einmal - eine zwanzig Meter lange, neonbeleuchtete schwarzrotgoldene Wimpelgirlande von jedem zweiten Balkon. Doch es handelte sich bei der eingangs erwähnten Flagge um die israelische. Kurze Zeit später erhielt der Mieter ein Schreiben der Hausverwaltung, in dem Folgendes zu lesen war: »Von einem Bewohner der Nachbarliegenschaft wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass Sie im Fenster ein großflächiges Symbol einer für ihn sehr schmerzhaften und traurigen Vergangenheit angebracht haben. Da er sich selbst mit dieser versöhnt hat, es für ihn jedoch sehr schwer ist, wenn er täglich daran erinnert wird, hat er den Wunsch an uns herangetragen, ob wir Sie bitten würden, dieses Symbol so anzubringen, dass es von Außen und damit für ihn nicht sichtbar ist.«

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