Hermannus Pfeiffer 11.09.2015 /

Spekulation aus der Tasse

Am Kaffee verdienen viele mit – vor allem Röster, Zwischenhändler aber auch wir alle

Wer ein Päckchen Kaffee kauft oder sich einen frischgebrühten Coffee to go gönnt, weiß oft nicht, welch langen Weg die Bohnen seit dem Anbau zurückgelegt haben und durch wie viele Hände sie gegangen sind.

Staatsratsvorsitzender Erich Honecker bekam zu schmecken, dass beim Kaffee für viele Konsumenten der Spaß aufhört. Ende der 1970er Jahre war reiner Röstkaffee in der DDR sehr teuer, weil die Weltmarktpreise hoch waren und der Rohstoff aus dem Westen bezogen werden musste. Der von einigen »Erichs Dröhnung« genannte Ersatzkaffee aus Getreide, Zuckerrüben, Erbsen und etwas Kaffee kam nicht wirklich gut an. »Die Unzufriedenheit der Bürger wurde sogar offen geäußert, ein Volksaufstand drohte«, meint Holger Preibisch. Auch wenn der Geschäftsführer des Kaffeeverbandes in Hamburg den Ärgerfaktor des Getränks überschätzen dürfte, die Folgen des Mangels sind noch heute zu spüren: Der ostdeutsche Kaffeedurst trug entscheidend dazu bei, dass Vietnam vermehrt Kaffeesträucher anbaute. Inzwischen ist der südostasiatische Staat eines der bedeutendsten Anbauländer.

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