Gemeinsam sind wir stark– linker Journalismus ist mir etwas wert!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Vincent Körner
24.10.2015

Unternehmerlobby lässt Bundeszentrale zensieren

Publikation über »Ökonomie und Gesellschaft« nach fragwürdigen Vorwürfen gestoppt / Soziologen-Gesellschaft und IG Metall sprechen von Skandal

Bei der Bundeszentrale für politische Bildung ist es offenbar zu einem Fall von Zensur im Auftrag der Unternehmenslobby gekommen: Wie unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Soziologie kritisiert, habe das Bundesinnenministerium »auf Initiative der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände« (BDA) den Vertrieb der Publikation »Ökonomie und Gesellschaft« gestoppt. Begründet worden sei das vorläufige Vertriebsverbot mit einem angeblichen »Verstoß gegen den Beutelsbacher Konsens«, in dem die »Grundlagen der politischen Bildung in Deutschland« festgelegt sind.

Bei der Gewerkschaft IG Metall heißt es, einen ähnlichen Fall habe »es in dieser Form bei der Bundeszentrale für politische Bildung noch nicht gegeben«. Der erst im Februar erschienene Sammelband zur sozioökonomischen Bildung, verantwortet von Bettina Zurstrassen, habe der Konzernlobby offenbar so sehr missfallen, beklagt die Gewerkschaft, dass sie den Präsidenten der Bundeszentrale in einem Brief aufgefordert habe, den Band »in dieser Form nicht weiter zu vertreiben«, wie die Gewerkschaft zitiert.

Dies sei per Schreiben durch Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der BDA, Anfang Juni geschehen, so die Gewerkschaft. In dem Brief werde der Publikation vorgeworfen, »ideologische« und »voreingenommene Anschuldigungen« hinsichtlich der Öffnung von Schulen für Unternehmen und des zunehmenden Lobbyismus an Schulen zu beinhalten.

Der für die Bildungspolitik verantwortliche IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban spricht von einem Skandal: »Es darf nicht sein, dass Arbeitgeberverbände mit ihrer Lobbymacht unbequeme wirtschaftliche Theorien aus schulischer Bildung, Lehrerfortbildung und Unterrichtsmaterialien verbannen«, so Urban. In dem Sammelband sind die Beiträge von zwölf unterschiedlichen Autoren versammelt.

Laut Deutsche Gesellschaft für Soziologie »stehen drei der neun Beiträge, die kritische Perspektiven auf wirtschaftspolitischen Lobbyismus werfen oder alternative, auch soziologisch fundierte wirtschaftstheoretische Ansätze aufgreifen« auf dem Verbotswunschzettel der BDA. Um seinen Willen durchzusetzen soll die Unternehmerlobby sogar »Zitate verkürzend aus dem Kontext gerissen und Zitate durch nicht markierte Auslassungen verfälschend dargestellt« haben. Dieses Gebaren sei dem zuständigen Bundesinnenministerium auch bekannt gemacht worden.

Wie die Deutsche Gesellschaft für Soziologie erklärte, ist der inzwischen mit der Überprüfung der Vorwürfe betraute Wissenschaftliche Beirat der Bundeszentrale mehrheitlich zu dem Schluss gekommen, »dass der Vertrieb der Publikation als unproblematisch anzusehen ist«. Der Vorstand der Soziologen-Vereinigung kritisierte den Vorgang als »eine ungeprüfte Verdächtigung« und eine inakzeptable Maßnahme. Man verwehre sich gegen diesen »massiven Eingriff des Ministeriums in die Freiheit der Wissenschaft«.

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken