Florian Schmid 16.12.2015 / Bewegung

Von Bauern bis zu Autonomen

Kaum eine andere Bewegung war politisch so breit wie die gegen Atomkraft - Aktivisten aus drei Jahrzehnten erzählen ihre Geschichte

Mit der Räumung des Hüttendorfs »Freie Oberpfalz« vor 30 Jahren wurde Wackersdorf zum zentralen Schauplatz der Anti-Atom-Bewegung.

Als Bayerns damaliger Ministerpräsident Franz Josef Strauß verkündete, die atomare Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf sei so gefährlich wie eine Fahrradspeichenfabrik, hatte er nicht mit dem Widerstand der ländlichen Bevölkerung und Tausender aus der ganzen Bundesrepublik anreisender Demonstranten gerechnet. Nachdem der Verwaltungsgerichtshof München die Rodung des Taxöldener Forsts genehmigte, errichteten Atomkraftgegner vor 30 Jahren ein Hüttendorf auf dem geplanten Baugelände, und übernachten dort bei klirrender Kälte. Mit Wasserwerfern, Hunden und Holzknüppeln werden sie von bayrischen Polizisten brachial geräumt. Über dreitausend Polizeibeamte prügelten die Anti-AKW-Gegner durch den Wald. Mit fast 900 Festnahmen - ein neuer bundesrepublikanischer Massenverhaftungsrekord - machte die bayerische Staatsregierung klar, dass sie mit Atomkraftgegnern nicht zimperlich umgehen und die bisherige repressive Linie fortsetzen würde, wie sie in Gorleben und Brokdorf praktiziert wurde. Mit der Räumung des Hüttendorfs »Freie Oberpfalz« am 16. Dezember 1985 steuerte der außerparlamentarische Kampf gegen die Atomenergie auf einen neuen Höhepunkt zu. Wackersdorf wurde zum zentralen Schauplatz der Anti-Atom-Bewegung.

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