Stefan Amzoll 28.01.2016 / Kultur

Musik, die irre rebelliert

Claus Guth inszenierte Richard Strauss’ »Salome« an der Deutschen Oper Berlin

Die Musik, die Richard Strauss zu diesem Einakter nach Oscar Wilde schuf, ist die irrste Komposition, die um die Jahrhundertwende geschaffen worden ist. Claus Guth hat sie sozial genau ins Bild gesetzt.

Dieser Einakter nach Oscar Wildes gleichnamigem Stück braucht keine Ouvertüre. Dramatik birgt schon der erste Takt der Arie des Hauptmanns Narraboth, dieses Syrers, der die Zisterne bewacht und Salome liebt, wie man nur eine Bienenkönigin in ihrer ganzen Süße lieben kann. Später verzweifelt er derart über die Abirrungen der Salome, dass er sich das Leben nimmt. Oper ohne Tote, ohne blutende Herzen, ohne zerstochene Brüste und abgetrennte Häupter - undenkbar. All das muss Kitzel sein für die Kreise, für die solche Sachen geschrieben worden sind, für die Hochbürgerlichkeit so sehr wie für das nach Tragödien lechzende gemeine Volk. Als Richard Strauss’ »Salome« Anfang des 20. Jahrhunderts herauskam, schrien die Leute vor Verzückung, und halb Europa verlangte nach dem Opus.

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