Wie viele Opfer haben die von westlichen Staaten geführten Kriege in Irak und Afghanistan gefordert? Die Friedensorganisation »Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges« (IPPNW) hat sich an der Beantwortung dieser brisanten Frage versucht und kommt zum Ergebnis, dass sich diese Zahl um die 1,7 Millionen bewegt. Alleine 1,5 Millionen davon sind laut IPPNW dem Konflikt in Irak zuzurechnen, der 2003 mit der Invasion der US-geführten Koalition begann und Ende 2011 mit dem Abzug der letzten US-amerikanischen Kampftruppen noch nicht befriedet ist. In Afghanistan seien bis zu 150 000 Menschen, in Pakistan bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Militanten 60 000 Menschen gestorben.
Für die Autoren des neuen Reports gehe es um »Annäherung an realistische Opferzahlen von Kriegen gegen den Terror«, sagte Jens-Peter Steffen von IPPNW. Der Vorstellungstermin sei nicht zufällig vor den anstehenden G8- und NATO-Gipfeln in den USA gewählt worden. In Camp David und Chicago wird der Krieg in Afghanistan ein Thema sein.
Die Studie »Body Count - Opferzahlen nach zehn Jahren Krieg gegen den Terror« könnte die Debatte um eine exakte Todesstatistik wieder entfachen. Der Grund: Die Medien sprechen in der Regel von etwas mehr als 100 000 Getöteten im Irak-Krieg, im Vergleich zu der IPPNW-Hochrechnung ergibt sich dadurch eine Differenz von mindestens Faktor 10. Auch im Falle Afghanistans sei die Zahl der »direkt getöteten Zivilisten« dreimal größer als die amtliche Statistik, sagte Lühr Henken, einer der Co-Autoren.
Die Problematik der Statistik beruht auf dem Tatbestand, dass auf Kriegsschauplätzen eine funktionierende Bürokratie fehlt. Man kann nicht einfach zu den Behörden gehen, um etwa Totenscheine auszuwerten. Stattdessen werden meistens zwei Methoden angewandt: zum einen passive Beobachtung von Todesmeldungen und zum anderen aktive Befragung der Betroffenen. Es ist also oft eine Frage des Verfahrens. So wird auch die omnipräsente Zahl 100 000 von glaubwürdigen Quellen, wie dem Projekt Iraq Body Count, vertreten.
IPPNW stützt sich bei ihrer Hochrechnung auf die sogenannte Lancet-Studie aus dem Jahr 2006, die sich für die zweite Methode entschied. Ein Forscherteam unter Leitung US-amerikanischer Wissenschaftler von der angesehenen Johns Hopkins University befragte knapp 2000 irakische Haushalte, ob Familienangehörige zwischen 2002 und Juni 2006 gestorben sind. Anhand dieser von Tür-zu-Tür gesammelten Daten hat man berechnet, das die Sterblichkeit in Irak von 5,5 pro tausend Einwohner vor Kriegsbeginn auf 13,3 in der Zeit danach wuchs. Davon seien mehr als 90 Prozent dieser »zusätzlichen Sterblichkeit« Gewaltfällen zuzuordnen. Die Studie löste heftige Gegenwehr aus, die Kritikpunkte reichten von einer unrepräsentativen Stichprobe bis zur Parteilichkeit der Forscher.
Joachim Guilliard, einer der Autoren des IPPNW-Berichts, gibt zu, dass die 1,5 Million Todesopfer im Falle Iraks »etwas spekulativ« sind und durch Hochrechnung ermittelt wurden. Die Lancet-Studie wurde vor mehr als sechs Jahre veröffentlicht. Auch 2012 gibt es noch keine wissenschaftlich belastbaren Zahlen. Laut Guilliard ist dies mit politischem Unwillen zu erklären: »Man will es in Irak nicht so genau wissen.« Kommentar Seite 4
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Das Sonnenobservatorium
Foto: Dieter B. Herrmann
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Wir schreiben den 24. Juli 1911. Der damals 36-jährige US-amerikanische Archäologe Hiram Bingham befindet sich seit Monaten auf einer Expedition in Peru, begleitet von mehren Spezialisten verschiedener Disziplinen. Sein Ziel ist die sagenumwobene letzte Zufluchtstätte der Inkas vor den spanischen Eroberern: Vilcabamba. Von Cusco aus, der alten Hauptstadt des Inka-Reiches, hat sich Bingham in das unwegsame Gelände des Urubamba-Tales begeben und beginnt den mühsamen Aufstieg in die Bergwelt der Anden.
Unbarmherzig brennt am Tage die Sonne, doch die Nächte des südlichen Winters sind verregnet und kalt. Durch diesen Dschungel voller giftiger Schlangen, gefährlicher schmaler Bergpfade und steiler Aufstiege kämpft sich Bingham Meter für Meter mühsam empor. In seiner Begleitung befinden sich schließlich nur noch ein Sergeant, der die Quechua-Sprache der Einheimischen versteht, und ein achtjähriger Eingeborenen-Junge namens Pablito. Teilweise auf allen Vieren durch das von Regengüssen versumpfte Gelände kriechend, erreicht die kleine Gruppe schließlich gegen Mittag einen Gipfel in 2460 Meter Höhe, von wo sich ihnen ein atemberaubender Anblick bietet: Vor ihnen liegt eine gewaltige bauliche Anlage auf einem offenbar künstlich angelegten Plateau. Hunderte von Häusern, terassenförmig angelegte Felder und tempelartige Gebäude, untereinander durch ein System von Treppen kunstvoll verbunden, erstrecken sich zwischen den Gipfeln zweier majestätischer Berge, des Machu Picchu (alter Gipfel) und des Huayna Picchu (junger Gipfel). Bingham hat eine sensationelle Entdeckung gemacht. Nirgends in den ihm bekannten Aufzeichnungen ist die vom Urwald teilweise überwucherte Stadt jemals erwähnt worden.
Bingham beginnt umgehend mit einer Vermessung der Gebäude und einer Kartierung des gesamten Geländes. Ein Jahr später kommt er zu einer weiteren Expedition der Yale University und der National Geographic Society hierher, um die begonnene Erforschung der Stadt systematisch zu vertiefen. Bingham veranlasst auch, dass die gesamte Anlage aus den Fängen des Dschungels befreit wird und damit erstmals seit Jahrhunderten wieder ihr altes Aussehen erlangt. Nach zwei weiteren Expeditionen 1914/15 veröffentlichte er einen ersten großen Bericht über die Geschichte von Machu Picchu, der von der wissenschaftlichen Akribie zeugt, mit der sich der Archäologe dem Gegenstand seines Interesses widmete. Spätere Forschungen ließen jedoch erkennen, dass viele Vermutungen von Bingham offenbar nicht den Tatsachen entsprachen.
Das um 1450 erbaute Machu Picchu war nicht unbekannt, als Bingham hier eintraf. Es gab bereits eine Landkarte aus dem Jahre 1865, in der die Stadt verzeichnet war. Und 1867 hatte der deutsche Unternehmer und Goldschürfer Berns die Stadt entdeckt. 1874 zeichnete der deutsche Landvermesser Hermann Göhring eine Karte mit genauen Ortsangaben von Machu Picchu. Binghams Verdienst ist es allerdings, Machu Picchu als erster exakt beschrieben, detailliert erforscht und weltweit bekannt gemacht zu haben.
Mit Sicherheit wissen wir, dass die spanischen Eroberer Südamerikas Machu Picchu nie betreten haben. Entweder fanden sie es nicht oder sie wussten nichts von seiner Existenz. Diese Tatsache ist ein besonderer Glücksumstand, denn dadurch zählt Machu Picchu heute zu den ganz wenigen Stätten der Inka-Kultur, die von den barbarischen Zerstörungen der Spanier verschont geblieben sind.
Bingham hatte sofort erkannt, dass er mit Machu Picchu nicht das gesuchte Vilcabamba gefunden hatte. Dieser Ort lag nur etwa 20 Kilometer entfernt und wurde wenige Tage später entdeckt. Von hier aus hatten die Inkas noch 40 Jahre lang ihren Widerstand gegen die spanischen Eroberer Perus organisiert. Doch welchem Zweck hatte Machu Picchu gedient? Darüber gibt es keinerlei schriftliche Dokumente, so dass die Forschung nur Hypothesen aufgrund der Analyse der Artefakte aufstellen kann.
Dass hier einst Landwirtschaft betrieben wurde, ging aus der kunstvollen Terassengestaltung des Geländes hervor. Bewundernswert sind auch die Gebäude aus teils gewaltigen Steinblöcken, die offenbar aus dem Tal herangeschafft und ohne irgendein Bindemittel passgerecht bearbeitet, geschliffen und zusammengefügt worden sind. Die Terassen wurden durch perfekt »aufgestapelte« Mauern stabilisiert, um der Gefahr von Erdrutschen zu begegnen. Ein klug durchdachtes System, größtenteils unterirdisch verlegt, diente der Ableitung der aus den höheren umliegenden Bergen herabströmenden Wassermassen und der Vermeidung von Überschwemmungen. Nach Schätzungen haben hier ständig etwa 1000 Menschen gelebt.
Bingham hatte auch Skelette gefunden, von denen nach seiner Überzeugung die meisten von Frauen stammten. Er leitete daraus die Vermutung ab, dass sich hier neben dem Regenten, dem herrschenden Inka und seinem »Hofstaat«, auch die »Jungfrauen der Sonne« aufgehalten hätten. Neuere Forschungen der Skelette bestätigten aber diese These nicht. Auch die Auffassung, König Pachacuti Inca Yupanqui (Regierungszeit 1438-1471) habe Machu Picchu als Residenz genutzt, gerät immer mehr ins Wanken. Hingegen wird neuerdings die Annahme diskutiert, Machu Picchu habe als eine Art Wallfahrtsstätte der »kosmischen Religiosität« der Inkas gedient. Dafür finden sich etliche Belege unter den Artefakten. Bereits Bingham hatte bei seiner ersten Inspektion einen kunstvoll behauenen »Sonnenstein« in den Ruinen entdeckt.
Der religiöse Sonnenkult der Inka war den spanischen Eroberern und Missionaren als »heidnischer Glaube« ein Dorn im Auge; sie zerstörten vielerorts Sonnensteine restlos. Lediglich der Stein in Machu Picchu blieb erhalten. Er wurde später u. a. vom Potsdamer Astronomen Rolf Müller genauer erforscht. Dabei zeigte sich eine Ausrichtung des »Schattenwerfers« nach den Aufgangspunkten der Sonne zum Sommer- und Winteranfang. Der rätselhafte Name des Steins »Intihuatana«, was in der Quechua-Sprache »Der Ort, an dem man die Sonne fesselt« bedeutet, legt die Vermutung nahe, dass der Stein an besonderen Tagen keinen Schatten wirft. (Diese These wird gegenwärtig vom Autor dieses Beitrages untersucht.)
Ein weiteres astronomisch-religiöses Bauwerk in Machu Picchu ist der sogenannte Sonnentempel. Dort befinden sich in einem Rundturm zwei Fenster, durch die man vom Inneren aus ebenfalls die Aufgangspunkte der Sonne zu den Daten des Sommer- und Winteranfangs beobachten kann. Die Genauigkeit der Ausrichtungen ist erstaunlich.
Wer heute auf den Spuren Binghams wandeln möchte, hat es bedeutend bequemer als der besessene Forscher damals. Von Cusco aus führt eine Bahnstrecke direkt nach Aguas Calientes, dem kleinen Dorf am Fuße des Berges. Lediglich einer der hier häufig vorkommenden Erdrutsche, der das Gleisbett verschüttet hat, zwingt uns, einen Teil der Strecke per Bus zurückzulegen. In wenigen Minuten fährt man dann auf einer engen Serpentinenstraße zum Eingang der Anlage. Das Bild, das sich hier bietet, überwältigt den Touristen von heute wohl nicht weniger als dereinst den Entdecker. Wolken und Nebelfetzen verdecken zunächst den Gesamtanblick und verwandeln die Ruinen in eine mystisch anmutende Kulisse. Doch dann bricht die Sonne durch – und ein einzigartiger Ort liegt vor unseren Augen.
Fachleute warnen allerdings. Der Tourismus nimmt Ausmaße an, die dem seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Kleinod abträglich sind. Einerseits ist Peru auf die Touristen aus wirtschaftlichen Gründen angewiesen, andererseits versucht man, die Zahl der täglichen Besucher zu begrenzen. Nur so wird es möglich sein, das beeindruckende Zeugnis der Inka-Kultur auch für künftige Generationen zu erhalten.
Professor Dieter B. Herrmann, Astronom und Physiker, 1976 bis 2004 Direktor der Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow, ist Präsident der Leibniz-Sozietät.
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Foto: Charlotte Noblet
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Foto: Andrew Pendleton
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Wir rufen Sie auf ihre Lieblingsrezept als Kommentar einzustellen und verlosen dafür zum 24.12. die CD "Das Weihnachtsfest der Rockmusik - Die schönsten Rockballaden von City und & Keimzeit".
Als Impuls kann ich hier gerne verraten, was in Frankreich traditionnell zum Festmahl gegessen wird. Austern, Schnecken oder Foie gras (Stopfleber) kommen erst als Vorspeise auf den Tisch. Dann gibt es Gänsebraten oder Truthahn mit Kastanienfüllung als Hauptgericht. Und nach der Käseplatte wird als Nachtisch eine "Bűche de Noël" gereicht. Dieser mit Buttercreme gefüllte Kuchen wird so genannt, weil er wie ein abgesägter Baumstamm aussieht. Vielleicht das Pendant zum deutschen Baumkuchen?
Hier finden Sie ein gut beschriebenes Rezept von der Bűche de Noël.
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Foto: Charlotte Noblet
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Zwischen 5000 und 6000 Familien werden in Berlin und Umgebung dieses Jahr von dem Weihnachtsmann am Heiligabend besucht. Dafür sind rund 300 bis 400 Weihnachtsmänner unterwegs, manchmal in Begleitung eines Engels.
In Berlin vermittelt die studentische Arbeitsvermittlung "Heinzelmännchen" Weihnachtsmänner seit mehr als 50 Jahren. Bei der obligatorischen Weihnachtsmänner-Vollversammlung Ende November werden Kostüme kontrolliert. In der Adventszeit folgen Vorgespräche mit den Familien über den Besuch sowie eine kleine Schulung um die Rolle des Weihnachtsmanns: Verbot der Rute, Singen von klassischen Weihnachtsliedern und Grundlagen im Improvisationstheater. Die Rolle sollte ernst genommen werden. Und gut koordiniert: Ein Weihnachtsmann besucht an dem Abend um die 12 bis 14 Familien im Schnitt. Mit 25 Euro Minimum pro Besuch wird der Abend lukrativ: Bis zu 400 Euro Verdienst sind am Heiligabend möglich. Jedes Jahr fehlt trotzdem männliches Personal für die sportlichen Stunden in roten Mantel.
Mit der Einführung von Bachelor und Master ist auch die Zahl der Bewerbungen bei den Studenten deutlich gesunken. Nur noch die Hälfte der Weihnachtsmänner sind dieses Jahr Studenten. Sonst schlüpfen in die Kostüme viele Freiberufler, Rentner und auch einige Arbeitslose.
Viele Arbeitsagenturen schalten nämlich zur Weihnachtszeit eine „himmlische Hotline“ und bieten eine kostenlose Weihnachtsmannvermittlung an. Aus den finanziellen Sachen hält sich die Arbeitsagentur allerdings raus, die Höhe der Gage wird individuell geregelt.
Derzeit planen die Weihnachtsmänner und die Engel ihre Touren. Für die Familie, die sich für eine Bescherung mit dem Weihnachtsmann etwas spät entschieden haben und jetzt auf Warteliste stehen, gibt es vielleicht noch Hoffnung: Die Studenten, die doch nicht von der Uni wegfliegen können, werden vielleicht als Lastminute-Weihnachtsmann improvisieren!
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Foto: Charlotte Noblet
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Trotz des katholischen Rufes von Polen, gibt es in der Adventszeit - die Vorbereitung auf die Geburt Christi – wie auch das ganze Jahr über, keinen besonderen Sonntagsschutz. Die Händler können in aller Regel Sonntag offen haben, müssen nur 12 Tage pro Jahr schließen, mit der Pflicht bei bestimmten Feiertagen wie Weihnachten.
Tschechien ist noch ein Stück liberaler: Dort herrscht gar keine Regelung... im Gegenteil zum Nachbarn Österreich, das konsequenteste Land der UE im Bereich Sonntagsschutz.
In Österreich sind verkaufsoffene Sonntage einfach verboten.
Frankreich hat seinerseits 2009 ein neues Gesetz verabschiedet: Fünf Sonntage pro Jahr können Bürgermeister und Prefekte eine Ladenöffnung erlauben. In bestimmten Bereichen wie z.B. Freizeiteinrichtungen wird die Arbeit am Sonntag auch erlaubt. Andere "Ausnahmen" ermöglichen auch den Sonntagsschutz zu umgehen... wenn die Angestellten "freiwillig" Sonntags arbeiten.
Ähnlich lautet die Regel in Belgien: drei Sonntage pro Jahr dürfen die Läden offen haben, sowie drei zusätzliche Sonntage unter Vereinbarung der Sozialpartner. Allerdings dürfen die Händler in touristischen Regionen alle Sonntage zwischen dem 1. Mai und dem 30. September offen haben, sowie in der Ferienzeit und noch dreizehn Sonntage pro Jahr zusätzlich.
In den Niederlanden haben die Kommunen in touristischen Regionen auch freie Hand und sonst sind zwölf Verkaufsoffene Sonntage pro Jahr erlaubt.
In Dänemark sind es noch mehr: 20 Sonntage pro Jahr. Die kleinen Supermärkte, die einen jährlichen Umsatz unter 4 Millionen Euro haben, können alle Sonntage offen bleiben.
Ein Land, eine Maßnahme. Aber überall wird diskutiert: Wer profitiert davon wirklich?
Eine der unerwarteten Folgen des Klimawandels: Zwei Weihnachtsmänner sind heute früh auf die Straße gegangen und haben "Gutwettergeld für Weihnachtsfacharbeiter" verlangt. Die Demonstration ist friedlich verlaufen. Viele Kinder haben die Szene von weitem beobachtet und immer wieder die Älteren gefragt, ob die Weihnachtsmänner für ihre Rente demonstrieren.
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Foto: Bernd Schönberger
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Der Luciatag steht vor der Tür und die Vorfreude ist schon groß: Morgen, den 13. Dezember, wird der kalte und dunkle Winter unterbrochen, dagegen können die Wetterfrösche quaken was sie wollen!
Alljährlich übernimmt Lucia ihre Funktion als Lichtbringerin, Symbol der Wiederkehr hellerer Tage. Besonders gefeiert wird sie logischerweise in Ländern, wo die Tage etwas kurzer sind als woanders. Die Lucia trägt das Licht auf dem Kopf, drum herum wird viel gebacken, getrunken und gesungen.
Selbst in Berlin ist der Luciabrauch zu erleben. Einen Luciazug gab es ins Felleshus der nordischen Botschaften und der Luciachor, der schwedischen Victoria-Gemeinde, hat gestern auch gesungen. Im Süden von Deutschland bzw. in Bayern lädt die schwedische Gemeinde an diesem dritten Adventwochenende zu einem Weihnachtsbasar in die Gustav-Adolf-Kirche (Hohenaschauerstr. 3, München-Ramersdorf) ein. Dazu gehören natürlich Leckereien wie Pfefferkuchen und Safrangebäck, welche zum Glögg oder Kaffee gegessen werden.
Morgen, am Luciatag, singt der Chor der Schwedischen Schule in Berlin um 18 Uhr in der Wilmersdorfer Auenkirche, Wilhelmsaue 119, Berlin-Wilmersdorf. Karten für 6 Euro können in der schwedischen Victoria-Gemeinde, Landhausstr. 26-28, Berlin-Wilmersdorf, oder an der Abendkasse gekauft werden.
"Das Luciafest ist neben Mittsommer und Weihnachten eine der wichtigsten Zeremonien in Schweden, der Höhepunkt der Vorweihnachtszeit: Mädchen und Jungen, in lange weisse Gewänder gekleidet und Kerzen tragend, schreiten im Dunklen voran und singen Weihnachtslieder", erklärt Dr. Wiebke Ankersen von der schwedischen Botschaft. Zum traditionellen Repertoire gehört natürlich auch das Lucialied:
Nacht stapft mit schwerem Gang
Um Hof und Garten.
Sonn’ bleibt jetzt aus so lang,
im Schatten wir warten.
Da tritt mit Lichterschein
ins dunkle Haus herein
Sancta Lucia, Sancta Lucia.
Mehr über den Luciabrauch gibt es HIER
Der erste findet in Wedding statt. In der Brunnenstr. 64 bieten 60 nationale und internationale Designer, Kreative und Künstler auf dem „TrendMafia Weihnachtsmarkt“ ihre selbst gestalteten Waren aus den Bereichen Mode, Design, Schmuck, Fotografie, Kunst und Accessoires feil. Der Eintritt ist frei und der Weihnachtsmarkt… beheizt, heute und morgen, jeweils 13 bis 20 Uhr.
Der zweite findet in Mitte statt. Unter dem Motto „Holy-Shit-Shopping“ verkaufen ca. 150 Künstler, Designer, Ladenbesitzer und Kreative ihre Werke. Malerei, Mode, Schmuck, Literatur und Comics sind dabei und für die Musik sorgen diverse DJ´s aus Berlin. Drei Standorte beherbergen den Shopping-Wahnsinn heute von 12 bis 22 Uhr und morgen von 12 bis 20 Uhr: Die Galerie Hopping in der Spandauer Straße 2, das HBC in der Karl-Liebknecht-Straße 9 und 11. Die Türen der „Weihnachts.Shopping.Lounge“ öffnen sich gegen einen Eintrittspreis von drei Euro.
Tja… eine Frage der Etikette! Sagen wir so: der Trendmafia Weihnachtsmarkt ist janz berlinerisch und spiegelt ziemlich gut die internationale kreative Szene der Stadt wieder… unter Neonlicht. Der andere Weihnachtsmarkt geht durch die Republik auf Tournee und kann deswegen mit einem bundesweiten Renommee angeben.
Dann bleibt noch das junge „Weihnachtsrodeo“ im Haus Ungarns (HBC) in der Karl-Liebknecht-Straße 9. Am 4. Adventswochenende präsentieren Designer und Künstler ihre Werke, coole Geschenkideen aus vielen kreativen Bereichen. Dazu gehört auch ein weihnachtliches Musikprogramm und Klassiker wie Glühwein und gebrannte Mandeln.
Diese Design-Weihnachtmärkte schlagen vielleicht die Weihnachts-Tradition etwas in den Wind, zeichnen aber auf ihre Art die außergewöhnliche Designlandschaft von Berlin: aus Ateliers, Agenturen, Showrooms, Messen und Verkaufsplattformen.
Mehr Informationen über:
- die Berliner Designszene HIER,
- das Internationale Design Zentrum Berlin e. V. DA
- und Berlin, Stadt des Designs HIER
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Foto: ND/Burkhard Lange
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Foto: Evie Schaffer, Künstlerin
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Eine perfekte Tischdeko: Dafür wird nur Karton, eventuell Geschenkpapier und Kleister benötigt. Auf evie-s.com steht der Vorlagenbogen frei zur Verfügung zum Herunterladen: Einfach drei Mal ausdrucken, eventuell mit Geschenkpapier individuell gestalten und aneinander kleben!
Direkt aus Papiermüll gezaubert! Werbung, Zeitungen, Magazine, Geschenkpapier usw. können für diesen Tannenbaum verwendet werden. Wie Perlen werden die Papierstücke einfach auf einen Stock in Form eines Tannenbaums gesteckt. Der Stock selbst sollte auf einem Sokel befestigt werden. Alles kann mit Kleister festgehalten und je nach Geschmack bemalt werden. Detaillierte Erklärungen stehen auf dieser Website auf Englisch zur Verfügung.
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Foto: Cecile Galacteros, Künstlerin
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An der Wand aufgehängt: Diesmal brauchen Sie nur Pappstücke - am besten nicht zu dick – und etwa zwei Stunden Zeit, um sie zu rollen und zu kleben! Damit finden z.B Ihre Umzugskisten ein neues Schicksal. So einfach geht’s:
- Lauter Bänder schneiden, etwa 5x 30 cm (ganz gleich groß müssen sie auch nicht sein)
- Die Bänder in Schneckenform biegen
- Ein großes Dreieck aus Pappe vorbereiten: Es wird die Form des Tannenbaums sein und als
Hintergrund verwendet.
- Die gerollten Bänder auf das Dreieck kleben. Am besten mit einer Linie ganz unten anfangen und nach oben weiter kleben, Linie pro Linie. Die „Schnecken“ können sich nach Innen oder nach Außen drehen. Die letzte Variante erweist sich allerdings als etwas stabiler und einfacher zu kleben
- Am Ende können Sie noch einen Stern ganz oben ankleben. Der Tannenbaum ist fertig! Der kann dank einer Nadel durch den Karton an der Wand aufgehängt werden.
Fotos über die Entwicklung eines solchen Tannenbaums sind HIER zu sehen.
Von der Decke hängen lassen: Die gleiche Künstlerin zeigt auch, wie ein Tannenbaum aus Toilettenpapierrollen entstehen kann! 100% Recycling und ganz günstig! Auf ihrer Website sind die Bastel-Etappen zu sehen.
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Foto: Cecile Galacteros, Künstlerin
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Ich freue mich auf Feedbacks über Ihre Versuche! Dafür reicht eine Mail an community(at)nd-online.de oder ein Kommentar!
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Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
Preis: 120,00 €
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