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Foto: berlinale.de
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Ein andere Kinokritiker aus Frankreich meint: „Das Internet gibt uns viel Platz, um uns über die Filme auszudrücken..." sagt Julien Marsa, stellvertretender Chefredakteur von critikat.com. „Meiner Meinung nach liegt Frankreich mit dem Hadopi-Gesetz und dem Sanktionieren vom urheberrechtlich geschützten Material auch ganz falsch. Statt das Internet zu kontrollieren bzw. sperren, sollte der Staat lieber die Kinoerfahrung aufwerten, ganz besonders weil die Leute gemeinsam ein Werk schauen."
Der Regisseur Florian Thalhofer schmunzelt: „Interessant, wie alle immer das Kino retten wollen ! 17 Uhr, 20 Uhr, 23 Uhr: Das Kino ist doch Ancien-Régime, das kann man keinem Fünfzehnjährigen mehr verkaufen! Kino wird langsam wie Oper: Schön essen und dann Filme schauen gehen." Die kreative Zukunft sei längst das Internet: „Webdocs entwickeln sich zügig", erzählt der Erfinder von "Korsakow". „Mit unserem Opensource Programm Korsakow können die Zuschauer das Erzählen mitbestimmen. Korsakow und das Internet ermöglichen interaktive Narration."
Mehr zu interaktiver Narration mittels Korsakow in diesem Interview mit Florian Thalhofer:
Das Geschäft läuft nicht gut, der Boss bescheißt. In Sachen Gesundheit steht es auch nciht zum Besten, der Doktor will operieren. Dazu sagt Yousef aber kein Wort, zeigt kein Gefühl. Er nimmt alles im Kauf. Seine Frau ist ihm auch weggelaufen und sein Sohn schwänzt die Schule anstatt lesen lernen. Auch das wird mit Schweigen bedacht - und geraucht.
Dank sehr schön komponierten Bildern beobachtet der Zuschauer die Hauptfigur in ihrem Alltag. Yousef (Ali Suliman) trägt das Unausgesprochene immer weiter, egal ob es um die Beziehungen zwischen Männer und Frauen, um das Verhältnis Vater und Sohn oder um das Nebeneinanderleben von Armen und Reichen geht. Yousef selbst wirkt langsam als einfacher Betrachter seines Lebens. Seine Umgebung nimmt er auch nicht mehr wahr: Radio und Fernsehen informieren über die Ereignisse des „arabischen Frühlings", Yousef schaltet beides einfach ab. Irgendwann stellt man sich die Frage: Lebt der Yousef noch?
Mit seinem Spielfilm „Al Juma Al Akheira" (The Last Friday) hinterfragt der Regisseur Yahya Alabdallah die jordanische Gesellschaft: Ist ein Mann, der sein wirtschaftliches Kapital verspielt hat, kein Mann mehr? Auch kein Vater mehr?
Der Film vermittelt kein Mitleid für Yousef, sondern zeigt auf seine Situation. Yousefs Resignation nervt auch nicht, der Zuschauer wird eher dazueingeladen, den Mann zu verstehen. Eine Frage bleibt allerdings offen und zwar: Inwieweit ist Yousefs Nachlässigkeit für seine Einsamkeit verantwortlich?
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Foto: Berlinale
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Vom 09. - 19. Februar veröffentlichten wir täglich ein Foto aus einem Film. Schicken Sie uns die Antwort auf unsere Fragen an webredaktion@nd-online.de, Betreff: Filmquiz.
Der Teilnehmer mit den meisten richtigen Antworten hat ein goodmovies DVD-Paket bestehend aus folgenden Filmen gewonnen (siehe unten). Der Gewinner ist inzwischen ausgelost, wir gratulieren zur DVD-Sammlung.
Hier geht es zum Quiz mit den Lösungen:
www.neues-deutschland.de/filmquiz
(Sieger der Berlinale 2010, "Goldener Bär")
Der Film von dem türkischen Regisseur Semih Kaplanoglu erzählt die Geschichte eines sechsjährigen Jungen aus der anatolischen Provinz, der sich auf die Suche nach seinem Vater macht, nachdem dieser in einem Bergwald verschwunden ist.
(Sieger der Berlinale 2006, "Goldener Bär")
Das Drama von Jasmila Zbanic beschreibt die Geschichte von Esma und deren Tochter Sara, die im Nachkriegs-Sarajevo das Leben bewältigen. Esmas verdrängte Probleme aus der Vergangenheit werden durch eine Klassenfahrt ihrer Tochter aufgewühlt: Sara erfährt, dass sie die Folge einer Vergewaltigung ist und beginnt die Mauer aus Lügen um ihre Mutter behutsam abzubauen.
(Sieger der Berlinale 2009, "Goldener Bär")
Die Regisseurin Claudia Llosa erzählt in ihrem Film von dem alten peruanischen Mythos, nachdem jene Mütter, die einst Leid und Schmerz erfahren haben, die Krankheit der Angst an ihre Töchter übertragen. Dieses Erbe ihrer Mutter lässt auch Fausta nicht vergessen, was ihr niemals zugestoßen ist. Sie lebt in ihrer eigenen Welt und sucht Trost in indianischen Volksliedern. Als ihre Mutter plötzlich stirbt, ist Fausta gezwungen, ihr Leben allein in den Griff zu bekommen.
Das DVD-Paket wird freundlicherweise von goodmovies zur Verfügung gestellt.
Wenn mehrere Teilnehmer die gleiche Anzahl richtiger Antworten haben, entscheidet das Los. Der Einsendeschluss ist der 20. Februar 2012. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Die Teilnahme und der Gewinn ist unabhängig von Erwerb der Zeitung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzbedingungen.
Von dem Supergipfel, der ursprünglich als gemeinsames NATO- und G8-Treffen in Chicago geplant war, nahm die US-Regierung schnell wieder Abstand.
Die Proteste wären wohl aus dem Ruder gelaufen. An diesem Wochenende tagen die Vertreter der G8-Länder in einer militärisch abgeschirmten Sperrzone in Camp David in der Nähe der US-Hauptstadt. Die NATO-Strategen halten dagegen Chicago in Atem. Von dort berichtet Max Böhnel über die internationale Gegenkonferenz namens „NATO Free Future“, zu der auch Vertreter der deutschen Friedensbewegung anreisen. Am Sonntag soll als Höhepunkt gegen den Willen von Stadtverwaltung und Polizei eine Grossdemonstration gegen das Militärbündnis stattfinden.
Blog von Marcus Meier: Welche Chancen erwachsen aus technischen Innovationen - für eine soziale und umweltfreundliche Gesellschaft, für mehr Demokratie, für ein rationaleres Wirtschaftssystem? Wo verhindern kapitalistische Mechanismen den technischen Fortschritt oder den fortschrittlichen Technikgebrauch? Wie, wo und warum generiert der Kapitalismus schlicht Fortschrott? Das sind die Fragen, die das neue nd-Weblog "Linke und Technik..! Fortschritt, Fortschrott und die Folgen " beantworten will. Autor Marcus Meier ist übrigens beides: Technikfreund und Technikskeptiker.
Hausblog: Aus dem nd über das nd: In unserem Hausblog halten wir Sie über alles berichtenswerte aus Redaktion und Verlag auf dem Laufenden.

Marcus Meier ist Journalist und arbeitet zu den Themen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Für das nd schreibt er seit Oktober 2009 regelmäßig – und meist zu NRW-Themen. Meier betreibt Das SPRUSKO-Prinzip, ein Weblog »zur Kritik des Ramsch-Kapitalismus«. Er lebt und arbeitet in Bochum. Seine Webseite: www.marcusmeier.de.

Max Böhnel lebt seit dreizehn Jahren in der Nähe von New York und berichtet als freier Journalist für deutschsprachige Radiosender, Print- und Internetmedien, unter anderem auch für nd.
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