Sprungmarken: Inhalt, Navigation.
Suchen auf neues-deutschland.de:

Erweiterte Suche

Übersicht: Berlinale 2011

  • 20.02.2011

    Fin de Berlinale

    Charlotte Noblet
    Heute geht der 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin zu Ende und damit unser Berlinale-Blog.
    Bild -1
    Hoffentlich war das Blog eine gute Begleitung, um die Berlinale-Stimmung greifen zu können und vor allem um über das Riesenfilmangebot der Berlinale besser durchzublicken!

    Viele Filme hatten Weltpremiere und werden während des Jahres ins Kino gezeigt: Die Gelegenheit auf dem Blog erneut zu greifen und Kommentare zu schreiben? Darauf würde sich die Bloggerin sehr freuen! Unsere Blogs bleiben unter "Blogs" weiter zugänglich.

    Eine letzte Information: Alle Preise - der offiziellen und der unabhängigen Jurys - der 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin stehen HIER zur Verfügung.


  • 19.02.2011

    Sondervorführung: "Stuttgart 21 - Denk mal!"

    Erst ging es um den Bahnhof, dann um die Demokratie. Und weiter?

    Charlotte Noblet
    Schwäbisch hörte es sich Freitag Nachmittag im Kinosaal an. Plakate gegen Stuttgart 21 wurden hochgehalten: Es lief die Sondervorführung der Dokumentation "Stuttgart 21 - Denk mal!"
    Bild -1

    "Warum müssen wir überhaupt schneller Zug fahren? Das Leben vergeht schon viel zu schnell!"
    "Ein Kopfbahnhof ist barrierefrei, uns ist es wichtig, aber keiner denkt daran!"
    "Sie denken nur noch an Geld und Macht, nicht an Interessen der Bürger!"
    "Es geht um Steuergeld, die Bürger dürfen was sagen!"
    "Man muss sich nicht für jeden Scheiß als Beamter einstellen lassen"
    "Wasserwerfer und Tränengas einsetzen, wenn Jugend- und Schülerstreiks angemeldet sind: Perfider geht es nicht!"
    "Demokratur- Autokratie!"
    "Die Politiker sprechen heute zu ihren Bürger wie Eltern zu ihren Kindern in den 50er Jahren."

    Die Studenten Lisa Sperling und Florian Kläger haben seit Januar 2010 bis Anfang dieses Jahres die Stuttgarter_innen begleitet, ihre Proteste dokumentiert. "Wir hatten kein Konzept, wir wollten es nur festhalten", sagt Lisa Sperling. "Erst nach der Gewalt gegen die Demonstranten am 13.09 haben wir uns entschieden daraus einen Film zu machen", ergänzt Florian Kläger. "Im Dezember haben wir uns mit Lars Pienkoß für den Schnitt in Verbindung gesetzt und heute kann der Film gezeigt werden. Es war knapp, sehr knapp, aber es hat geklappt!" Applaus.

    Die Dokumentation wurde als Sondervorführung in der Sektion "Perspektive Deutsches Kino" gezeigt. "Ich freue mich darauf, wenn junge Leute Initiative zeigen, sich so engagieren. Ich finde es unterstützungswert", sagt Linda Söffker, Leiterin der Sektion "Perspektive deutsches Kino". Dem Produzent Peter Rommel ist wichtig, dass möglichst viele Leute den Film schauen können: "Wir hatten keinen Anspruch an filmische Qualität, wir wollten nur diesen demokratischen Vorgang dokumentieren, damit die Bürger viel mehr mitdenken. Wir sind noch dabei, aber bald wird es möglich sein den Film für Veranstaltungen und so weiter auf einer Internet-Plattform hochzuladen." Applaus und nochmal Applaus.

    Viel Lob kommt aus dem Publikum. "Die Stuttgarter_innen waren vorbildlich: Sie wollen sich nicht für blöd verkaufen lassen, sondern teilhaben an den politischen Entscheidungen. Es hat in Berlin einen Impuls für den erfolgreichen Volksentscheid über die Offenlegung der Berliner Wasserverträge gegeben", teilt eine Zuschauerin mit. Für ein ATTAC-Mitglied sind es die ersten Schritte in die direkte Demokratie.

    Bild 0

    Noch eine Frage zum Film: "Warum habt ihr kaum das Pro-Stuttgart 21 gezeigt?" "Unser Film soll nur ein Fragment des Ganzen sein", sagt Lisa Sperling. "Eine Momentaufnahme, die die Tür aufmacht, damit alle reinschauen können." Die Debatte geht weiter - eher um die Frage der Demokratie in Deutschland, der Teilnahme der Bürger_innen an der Politik - als um den Film selbst. Daten von Aktionen und Demonstrationen werden am Mikrofon ausgetauscht.

    Und geht's in Stuttgart weiter, wo Anzugträger, Schüler und Senioren immer noch auf die Straßen gehen, wo alte bürgerliche CDU-Wähler auf einmal auf die Grünen stehen?

    Eine richtige Schlichtung gab es noch nicht, das umstrittene Bauprojekt "Stuttgart 21" steht nach wie vor im Mittelpunkt der politischen Diskussion. Nun gibt es am 27. März 2011 die Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Wird der Souverän bei dieser Gelegenheit erhört? Schließlich hat er das Wahlrecht.

  • 19.02.2011

    "Die Ausbildung" wurde gekürt!

    Aus der Sektion "Perspektive Deutsches Kino"

    Heute wurde der Jurypreis „Dialogue en perspective“ von einer jungen deutsch-französisch-bosnischen unabhängigen Jury an den Film "Die Ausbildung" von Dirk Lütter vergeben.
    Bild -1
    Unter der Leitung des Jurypräsidenten, dem Regisseur Romuald Karmakar, sahen die Jurymitglieder (drei deutschen, drei französischen und erstmals auch einer bosnischen Cineastin im Alter zwischen 23 und 28 Jahren) die elf Beiträge der Sektion "Perspektive Deutsches Kino". Nach leidenschaftlichen Diskussionen wurde schließlich "Die Ausbildung" mit dem Preis "Dialogue en perspective" einstimmig gekürt.

    Begründung der Jury:

    Angesiedelt in einer mittelgroßen westdeutschen Stadt, erzählt der Film vom Ende der dreijährigen Ausbildung des 20jährigen Jan und der bevorstehenden Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis in einem mittelständischen Unternehmen.
    Die Bild- und Tongestaltung, das Kostüm und Szenenbild sowie Struktur und Rhythmus werden vom Regisseur mit seinen herausragenden Hauptdarstellern zu einer Dramaturgie verdichtet, die Unbehagen auslöst.
    Dem Film gelingt es, das Verhältnis von Opfer und Täter in der modernen Arbeitswelt und den herrschenden Konformitätsdruck in der Gesellschaft zu hinterfragen. Für die Jury ist Dirk Lütters künstlerische Perspektive somit auch ein Beitrag, die Konformität des deutschen Kinos zu reflektieren.

    Der „Dialogue en perspective“-Jurypreis wurde 2004 vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW), offizieller Partner der Berlinale, gemeinsam mit den Internationalen Filmfestspielen Berlin ins Leben gerufen. Damit möchte das DFJW zum einen den jungen deutsch-französischen Austausch und zum anderen den interkulturellen Dialog über Film, dabei insbesondere über junge deutsche Produktionen, fördern.
  • 19.02.2011

    Panorama PublikumsPreis 2011 für Dokumentarfilm geht an...

    Charlotte Noblet
    Das Publikum hat abgestimmt: Der 13. PanoramaPublikumsPreis geht im Bereich Dokumentarfilm an "Im Himmel, Unter der Erde. Der Jüdische Friedhof Weißensee" von Britta Wauer.
    Bild -1

    Ich freue mich sehr darauf: Es war auch mein Favorit! Toll ist es ebenfalls, dass zum ersten Mal bei dem Panorama PublikumsPreis, eine Auszeichnung an den besten Dokumentarfilm vergeben wird.

    Die offizielle Preisverleihung findet am Berlinale-Publikumstag morgen um 17.00 Uhr im CinemaxX 7 am Potsdamer Platz statt. Der Dokumentarfilm von Britta Wauer wird direkt im Anschluss an die Preisverleihung noch einmal gezeigt.

    Panorama PublikumsPreis-Gewinner Dokumentarfilm 2011:
    Im Himmel, Unter der Erde. Der Jüdische Friedhof Weißensee
    Deutschland 2010 - Regie: Britta Wauer (Artikel auf dem Blog)

    2. Platz : Mama Africa (Artikel auf dem Blog)
    Deutschland / Südafrika / Finnland 2011- Regie: Mika Kaurismäki

    3. Platz: We Were Here
    USA 2010 - Regie: David Weissman

  • 18.02.2011

    Die Transen-Nachtkönigin Berlins

    Porträt einer Berliner transsexuellen Partylegende

    Charlotte Noblet
    Durch Interviews zu Geschichten und vor allem durch Mitschnitte von „House of Shame“ Live-Acts lernt man Chantal kennen, mal auf, mal hinter der Bühne und oft am Tresen.
    Bild -1

    „Fahr doch nach Casablanca!“ An die 80er kann sich Chantal gut erinnern. Selbst in den Zentren der schwulen Emanzipation in West-Berlin, wie das damals gerade erst von Martin Kippenberger gegründete „SO36“ hatten Transsexuelle es schwer. „Sie sind nicht mehr schwul, sie wollen Frauen werden“, wurde über uns gesagt. „Wir waren meistens im Entertainment und Party-Milieu unterwegs. Es war wie ein Lifestyle.“

    Schließlich geht es darum die Hormon-Behandlung zu bezahlen. „Entweder Titen von Sozialamt oder vom Straßenstrich!“ Heute lacht Chantal vor der Kamera. Seit zehn Jahren ist sie Veranstalterin der legendären Donnerstags Party „House of Shame“ in Bassy Club. Davor ging sie siebzehn Jahren lang auf den Transenstrich in der Frobenstraße anschaffen. „Am Anfang war es faszinierend, Du hattest Sex und Geld, leicht verdientes Geld. Viele waren da auf harten Sachen und nach zehn Jahren waren viele verschwunden oder gestorben. Und Du, Du wirst nur noch saurer. Es wurde kein einfaches Geld mehr und es kam immer wieder die Frage: Wo solltedas hinführen?“

    Der Schritt weg vom Straßenstrich hat Chantal Anfang der 90er geschafft und unter dem Kunstnamen „Nachwuchs-schwanzlutscherin“ ist sie als Drag aufgetreten. „Chantal gehört zu dem was Berlin ausmacht. Sie ist wirklich wild, nicht eine dieser „Be Berliner“, sagt der Chef der Gay-Bar Hafen in der Motzstraße.“Es gab eine Zeit, da war der Hafen wie ihr Wohnzimmer, quasi ihr Schlafzimmer. Und dann hatte sie die Idee von „House of Shame.“ Das ist zehn Jahre her.

    In der Queer-Szene ist ihre Partyreihe „Chantals House of Shame“ mittlerweile eine Referenz. Das bezeugen auch die Musikmitschnitte in der Dokumentation: „Chantals House of Shame“ gehört zum experimentellen Underground. „Egal ob Du Dich als Drag, Gay, Transsexual, Electro oder Punk bezeichnest: Hauptsache Du hast Sex Appeal“, sagt Chantal als Heidi der Subculture. „Chantal ist faszinierend, sie hat so ein Wechselspiel an Persönlichkeit“, sagt ihre langjährige Freundin Lola. „Chantal ist einfach geil“, fügt Gloria Viagra hinzu. Von Zürich bis New York City haben die Transen was über Chantal zu sagen.

    Durch alle Interviews zeichnet der Film "House Of Shame / Chantal All Night Long" von Johanna Jackie Baier eine Chantal als Veranstalterin, Gastgeberin, Frontfrau und Rampensau der „House of Shame“-Parties. Sex, Drogen und Rock'n Roll, aber vor allem Sex und Drogen. Die schrille Party, die dem Film den Namen gibt, steht im Zentrum. Aber die große Leistung des Films steckt woanders und zwar im Wiedergeben der schnörkellosen Erzählungen Chantals, in der sich Chantals selbstbewusste und radikale transsexuelle Identität spiegelt.

    Tickets und Services
  • 18.02.2011

    "Images de Berlinale"

    Charlotte Noblet
    Bild -1
    Hier telefoniert eine Maskenbildnerin, da transportiert eine Frau ein Stück roten Teppich und etwas weiter fragt ein Mann nach Karten. Man spürt es in der Luft: Die Berlinale ist da!

    Mehr Bilder mit einem Click auf den Titel
  • 17.02.2011

    Toilette de soirée

    Charlotte Noblet
    Tatort: An der Urania. Einfach zwischendurch aufgenommen. Als Spaß!
    Bild -1
    Eigentlich wäre hier eine schöne Serie angebracht. Wenn die Zeit mir nicht wegläuft... tue ich es noch!

    Video mit einem Clic auf dem Titel

  • 17.02.2011

    Zum 25. Jahrestag von Tschernobyl

    "Gerade hoch aktuell in Deutschland"

    Charlotte Noblet
    Atomzüge rollen immer wieder durch Deutschland und Aktionen gegen den aktuellen Atom-Deal blühen zurzeit in der Bundesrepublik. Gleichzeitig werden Filme über die "friedliche Verwendung der Kernenergie" bei der Berlinale gezeigt und diskutiert. Einer davon steht im Wettbewerb: "V Subbotu" (An einem Samstag) von Alexander Mindadze.
    Bild -1

    Zum 25. Jahrestag geht es wieder um die Katastrophe von Tschernobyl. Oder besser gesagt, um Valerij Kabysh: Der junge Parteifunktionär begreift, wie grenzwertig die Situation ist. Lebensgefahr, tödliche Strahlung aber großes Schweigen der Verantwortlichen. Er weiß, dass jede Sekunde zählt (mehr Infos über den Film HIER, bei dem Feuilleton).

    Erneut erzählt der Regisseur Alexander Mindadze über eine Katastrophe: „Mich interessiert das Verhalten der Menschen in solchen Situationen, wie sie handeln zwischen ihrem eigenen Leben und dem Leben der Anderen. Die Unfälle selbst interessieren mich weniger.“ Bei der Pressevorstellung von "V Subbotu" (An einem Samstag) erzählt er von der „genetische Mentalität“, die es in Russland gibt: „Wir leben immer nah an dem Gefahren, an dem Tod. Nur ein Russe kann für den gebrochenen Schuhabsatz der Freundin sein Leben auf Spiel setzen.“

    Bild 0

    Im Film sind viele solche Matrjoschka: Erst den abgebrochenen Absatz, dann einen verlorenen Pass und eine Hochzeit. Valerij Kabysh (Anton Shagin) kommt nicht dazu, die Stadt sofort zu verlassen. Mit beweglicher Kamera und vielen Nahaufnahmen inszeniert der Film eine persönliche Tragödie mit sehr privaten Empfinden. „In Russland weiß man, dass man jederzeit umkommen kann. Trotzdem blüht das Leben, paradoxerweise sehr stark und sehr hell in solchen Momenten wie am Samstag, den 26. April 1986. Es ist die genetische Verbindung zur Gefahr“, erklärt der Regisseur.

    Viele Dokumentarfilme um die Katastrophe von Tschernobyl hat Alexander Mindadze schon Ende der 80er Jahren hergestellt. Was dort wirklich vorgefallen ist, weiß er aber immer noch nicht. „1986 war ich selbst in Minsk bei der Dreharbeit von „Plumbum“. Am 27. April haben wir angefangen, uns mit Rotwein zu dekontaminieren. Es war ein tolles Gefühl, wir wollten gar nicht mehr weg! Es wurde uns allerdings auf einmal auch klar, dass unser Leben uns nichts wert ist…“

    Bild 1

    Tschernobyl ist nicht nur ein Ereignis, das mehr als hundert Tausende Menschen umgebracht hat. „Eine der Nachwirkungen von Tschernobyl ist auch das Zusammenfallen der Sowjetunion“, sagt der russische Produzent Alexander Rodnyansky. „Man kann sich noch kaum vorstellen, welches Drama des Verschweigens es sich gegeben hat.“

    Die „große Lüge“ ist auch ein Grund, warum der Film trotz seiner unpolitischen Tarnung doch sehr politisch ist: "Einmal im Blick auf das schreckliche Verschweigen“, sagt der deutsche Produzent Dr. Matthias Esche. „Der Systemfehler, man könnte vermuten, hat letztendlich zum Sturz von Gorbatschow beigetragen. Und zum anderen erinnert der Film daran, dass die technischen Risiken eben nicht immer beherrschbar sind. Gerade hoch aktuell in Deutschland: Abgeschriebene Kraftwerke sind um 15 Jahre Laufzeit verlängert worden. Mit dieser Aussicht ist der Film sehr wichtig.“

    Tickets und Services

  • 16.02.2011

    "Schwabenstreich Berlin" gegen Stuttgart 21

    Charlotte Noblet
    Der Protest gegen Stuttgart 21 hat auch Berlin erreicht: Jeden Mittwoch um 18:45 Uhr demonstrieren die Schwabenstreicher_innen am Bahntower auf dem Potsdamer Platz. Die habe ich mit der Kamera noch erwischt, kurz vorm Beginn des nächsten Films.
    Bild -1
    "Dabei sollen nicht nur die unzähligen Exilschwaben angesprochen werden, denn Stuttgart 21 ist mehr als ein regionales städtebauliches Projekt. Die Unsummen an Bundessteuermitteln, die das Prestige-Projekt verschlingt, verhindern eine nachhaltige Stärkung der Schieneninfrastruktur. Noch gravierender ist das politische Verfahren ein Projekt gegen den Willen der Mehrheit der eigenen Bürger_innen durchzudrücken", die Berliner Schwabenstreicher_innen auf ihrem Blog.

    Natürlich haben sie von dem Film "Stuttgart 21 - Denk mal!" gehört, der als Sondervorführung bei der Berlinale am Freitag gezeigt wird. Der Film von Lisa Sperling und Florian Kläger will zeigen, was sich in Stuttgart entwickelt hat – eine Bewegung, die neu ist für die Stadt Stuttgart und eine der größten Bürgerinitiativen in Deutschland seit langem. Es liegt Veränderung in der Luft, ein neues Bewusstsein, das nicht nur das Projekt Stuttgart 21 betrifft, sondern immer mehr auch die gesellschaftlichen Strukturen hinterfragt. Der Standpunkt der Bürger wird neu definiert, teilt die Produktion mit.

    Kleines Echo am Bahntower, auf dem Potsdamer Platz (mit einem Click auf dem Titel):
  • 16.02.2011

    Frauen ganz oben – also, unterm Dach

    Charlotte Noblet
    In Berlin wohnt immer wieder den Hausmeister auf der letzten Etage. Und in den Pariser Hausmädchenzimmern unterm Dach? Spanische Hausmädchen für großbürgerliche Familien aus der frühen 60er Jahren. So flach scheint das Szenario des neuen Films „Les femmes du 6ème étage“ [Die Frauen aus dem 6.OG] von Philippe Le Guay. Aber alle Zutaten sind da für zwei Stunden Bauchmuskel-Training: Die Milieukomödie ist wahrsinnig lustig!
    Bild -1

    Zum dritten Mal sind sie verheiratet: Sandrine Kiberlain und Fabrice Luchini spielen ein bürgerliches Paar. Er, Jean-Louis Joubert, ist Börsenmakler wie sein Vater und wohnt immer noch in seinem Geburtshaus, mitten in Paris. Sie, kommt aus der Provinz und versucht versnobten Pariser Damen gleichzukommen. Auf diesem Weg lässt sich Madame ein spanisches Dienstmädchen von ihren The-Freundinnen empfehlen: „Es ist vorbei mit denen aus der Bretagne, jetzt sind die aus Spanien dran!“ Wir sind im Paris, Anfang der 60er Jahren.


    femmes du sixeme 2.jpg

    Das neue Dienstmädchen der Joubert, Maria (Natalia Verbeke), sowie die andere spanischen Hausangestellten (Carmen Maura, Lola Dueñas, usw.) sind voller Clichés: temperamentvoll, streng katholisch oder Anti-Franco und Kommunistin, essen Paella, tanzen Flamenco und gehen Sonntag in die Kirche. Wie eine Familie wohnen sie eng zusammen, auf dem 6. Stock über die Joubert. Und diese Lebenslust ist verführerisch, selbst für einen Petit Bourgeois!

    Der französische Regisseur Philippe Le Guay hat auf seine Kindheitserfahrungen zurückgegriffen: "Wir hatten zuhause auch ein spanisches Dienstmädchen, das sehr stark in meiner Erinnerung geblieben ist", sagte Le Guay bei der Vorstellung der Komödie, die in der Sektion „Wettbewerb außer Konkurrenz“ läuft. „Warum ich das Thema Integration thematisieren möchte, kann sicherlich ein Psychoanalyst erklären!“ Der Regisseur lacht. Mit seinem Film möchte Philippe Le Guay alle dieser Frauen aus anderen Ländern, die in Frankreich zum Arbeiten kommen, „ein Gesicht geben“. „Es gibt in das heutige Frankreich eine ganz andere Herangehensweise an die Migration, es gibt sehr rigide Gesetze. Die Hausangestellten kommen heutzutage nicht nur aus Spanien sondern aus der ganzen Welt und ich wollte die Frage deren Integration im Raum stellen, mit einer Geschichte in leichtem Ton. Ich wollte die Gesellschaft einen Spiegel vor halten.“

    Die Schauspieler zaubern: Sie übertreiben ohne Ende und sorgen dabei für die Leichtigkeit des Ganzes. Der Film ist charmant, die Komödie hoch witzig. Und ein Thema wird auf der Leinwand gebracht. Selbst wenn außer Konkurrenz, selbst wenn viele „Patrioten“ schmollen.

    Tickets und Services

  • 15.02.2011

    Kleines Gespräch über "Die Ausbildung" von Dirk Lütter

    Charlotte Noblet
    Die Berlinale ist ein Publikumsfreundliches Filmfestival. Zehn Tage lang reden die Berlinale-Fans über Filmen und tauschen heiße Empfehlungen.
    Bild -1
    Zwischen Filmen, Pressekonferenzen, "und und und" spreche ich noch dazu gerne über Kino... unter anderen mit Françoise, die quasi jedes Jahr die Pariser Kinos für die Berlinale verlässt.

    Empfehlung des Tages?

    "Die Ausbildung" von Dirk Lütter in der Sektion "Perspektive deutsches Kino".

    (Mehr dazu auf dem Video mit einem Click auf dem Titel)

  • 15.02.2011

    "Mama Africa" gibt den Ton!

    Charlotte Noblet
    Mit seiner Dokumentationsfilm über die afrikanische Sängerin Miriam Maleka lädt der finnische Regisseur Mika Kaurismäki zu einer wunderbaren musikalischen Reise ein und blickt auf die Anti-Apartheid-Bewegung zurück.
    Bild -1
    Gestartet wird's in Prospect Township, nahe Johannesburg, in dem "black area" wo Miriam Makeba während des Arpartheid-Regimes groß geworden ist. Wir sehen, wo sie gewohnt hat. Die schöne Stimme ihrer Mutter sowie ihre kleine Tochter Bongi sollte sie damals verlassen, um in New York mit der Musik anfangen zu können. Es war damals mutig von Miriam, erinnert sich eine Ehemalige aus dem Frauentrio "The Skylarks". Sie wußte, sie kann nicht hierher zurückkommen.

    Ein Naturtalent "made in africa"

    Auf Xhosa und Zulu haben sie damals zusammen gesungen. So war Miriam Makeba: Erst eine Exotin aus Südafrika, dann aber schnell eine Referenz für die New Yorker Jazzclubs in den 60er Jahren. "Cuban Brothers", "Manhattan Brothers", "The Skylarks": Clubbesitzer, Manager, Musikanten und der südafrikanischen Jazzmusiker Hugh Masekela, der damals ihren Mann war, erzählen von der Zeit mit strahlenden Augen.

    Miriam Makeba war ein Naturtalent. Sie wollte die Schönheit des Landes, Die Lieder Südafrikas nicht vergessen, sie waren teils von ihr. Sie dürfte nicht zurückreisen, also, es konnte nicht anders gehen: Miriam Makeba brach Afrika Jazz auf der Bühne. Damit wurde sie die Erste: Keiner hatte sich bisher sowas in die US getraut. Miriam Makeba hatte eine Stimme der Afrikaner/innen wiedergegeben.

    Schnell wird die Sängerin Kult. "Mama Africa" wurde ihr Nickname. Ihre Stimme vereinte die Schwarzen der ganzen Welt. Mal mit Blues, mal voller Stolz waren ihre Würzel ihr wichtig. Viele Lieder auf Xhosa gehören heute zu internationalen Hits: "The Click Song", "Mbube" (The Lion Sleeps Tonight) oder noch das traditionelle Xhosa-Lied "Pata Pata".

    Eine Stimme der Anti-Apratheid-Bewegung

    Bild 0
    Ihre erste Rede vor der UNO 1963 in New York gehört ebenfalls zur Mika Kaurismäki's Dokumentation: Sie verlangte den Boykott des südafrikanischen Apartheid-Regimes. 1964 spricht Miriam Makeba wieder vor der UNO und fordert ein Stop der Tragödie in ihrem Heimat. Es geht nicht um Politik sondern um Menschlichkeit, sagte sie damals bei einem Interview. 1968 heiratete sie den Bürgerrechtler und Black-Panther-Aktivisten Stokely Carmichael. Damit gehörte Miriam Makeba zu den Hauptfiguren der Panafrika-Bewegung, wurde vom FBI überwacht und wandert nach Guinea aus. So ging sie das Verbot ihrer Konzerte um und gab den Ton der Anti-Apratheid-Bewegung weiter.

    Dank Konzertarchiven spielt Mika Kaurismäki's Dokumentation die hoffnungsvollen Lieder der Königin der Weltmusik. Die Popularität von Miriam Makeba lässt nicht zu, sie bleibt eine engagierte und starke Botschafterin für Menschenrechte, aber in ihren Augen steckt immer wieder Schmerzen.

    Der Tod ihrer Tochter Bongi beim Geburtsgeben im Jahr 1986 nahm sie mit. Sie war nicht mehr die Gleiche, sagt Hugh Masekela. Miriam Makeba hatte nach allen diesen Jahren im Exil auch keinen Heimat mehr, obwohl sie die "Mama Africa" war, obwohl sie immer "ihr Afrika" sang. Als sie 1990 auf Nachfrage von Mandela den südafrikanischen Boden wieder betrat, war ihre Mutter längst gestorben und trotz der Emotion war es Fakt: Ihr Leben hatte sie grossenteils woanders verbracht.

    Eine Musik voller Hoffnung und Mut

    Trotz einem Wesenweg voller Ereignisse sang unermüdlich Miriam Makeba in Namen der Menchenrechten weiter. Schon ist die Stimme von "Mama Africa" zu hören und Hoffnung und Mut sind in die Luft. Gestorben ist die Grande Dame 2008 kurz nach einem Benefiz-Konzert für Roberto Saviano, der seit dem Erscheinen seines Buches über die italienische Mafia 2006 auf deren Todesliste gesetzt wurde.

    Die Dokumentation endet 2009 auf dem Festival für afrikanische Musik und Kultur in Würzburg, wo 2006 Miriam Makeba noch auftrat. Damit zeigt zeigt Mika Kaurismäki wie "Mama Africa" heute weiterlebt: Durch die junge Generation der afrikanischen Musikmacher/innen.

    Mit einem Click auf dem Titel, Video von Miriam Makeba in Graceland, nach ihrem Rückkehr in Südafrika ("Soweto Blues")
  • 14.02.2011

    I love myself. Was für ein Valentin!

    Rolf Eden - Berliner Boulevardlegende im Kino

    Charlotte Noblet
    Premiere für mich: Ein Supermacho ist mir irgendwie sympathisch! An seinem Beauty- Kapital liegt es nicht: Seine Falten hat der Achtzigjähriger Playboy Rolf Eden hier und da schon x-Mal retuschieren lassen. Sein ökonomisches Kapital interessiert mich auch nicht: Für seine Damen wird es hauptsächlich für plastische Chirurgie, „für schöne Po-Po“ rum herum“ vergeudet. Aus welchen Gründen kann eine Frau Plus wie ich also einen Macho noch etwas sympathisch empfinden?!
    Bild -1

    „Schatzi“ will sich nur amüsieren. Auch mit Frauen. „Geld macht Geil. Frauen stehen nicht nur auf Playboys, sondern auch auf Geld! Ich kaufe Titten, Po, ich verschönere die Frauen nach meinem Geschmack und es hat sich rum gesprochen.“ Mit sieben Frauen und sieben Kindern hat Rolf Eden sein Leben nach seinen Bedürfnissen gestaltet. Eine Playboy-Parodie? Eher eine Lebenseinstellung.

    „Der ist immer so positiv“, sagt Kai (13), sein jüngster Sohn. Unerträglich positiv, wie manche berichten. Blumenstrauß zum Valentinstag, mittlerweile auch zum Muttertag: alles Profispielchen oder echte Persönlichkeit? Spielt der Diskokönig eine Art Dauerrolle? Keiner kann ihn durchschauen, auch nicht seine Verwandtschaft. Nur eine Sache ist sicher: „I love myself“ lautet sein Tenor. Dies zeigt auch das großzügige Archivmaterial: Rolf Eden hat sein ganzes Leben tagebuchartig auf Film festgehalten! Eine echte Schatzkiste für den Regisseur Peter Dörfler.

    Wie sein Sujet ist „The Big Eden“ unterhaltsam. Damit präsentiert Peter Dörfler erneut einen Berliner Paradiesvogel. 2009 ging es mit „Achterbahn“ um den ungewöhnlichen Besitzer des Spreeparks (Berlin-Treptow), diesmal geht es um einen anderen Egomane, der den KuDamm im alten Westberlin überlebt hat.

    Der schräge Boulevardtype ist im Jahr 1930 im Berlin-Tempelhof geboren, im Israel groß geworden und im Jahr 1956 nach Berlin zurückgekehrt. Mit den 6000,00 DM Startgeld für die Berliner Rückkehrer eröffnet er 1957 seinen ersten Jazzclub, das "Old Eden". Der Diskokönig von Berlin war also ein Jude. Das verstehen viele seiner in Israel gebliebenen Freunde nicht. Für einen Juden ist schon verpönt, in der Nachkriegszeit nicht in Israel zu leben, aber nach Deutschland zurückzukehren… und noch dazu für die Berliner Nächte zu sorgen und die Deutschen zu amüsieren!

    Bild 0

    Das „Old Eden“ wird ziemlich schnell von lauter Promis besucht. Rolf Eden veranstaltet die ersten Misswahlen, beschäftigt bereits DJs – oben ohne. In den sechziger Jahren war der Lebemann ein „enfant terrible“ der Berliner Nächte: „I love myself und alle Frauen lieben mich“. 1967 war Rolf Eden Besitzer von fünf Diskos im Westberlin und machte im prüden Westdeutschland den Striptease populär. „Alles immer happy“, sagt der mittlerweile alte Man im legendären weißen Anzug.

    Sicherlich darum wirkt der Macho der 70er Jetset sympathisch: Rolf Eden steht rund um die Uhr auf „happy end“. Der beklagt sich nie. „Ich habe im Leben immer nur Glück gehabt“, sagt er, obwohl er wegen den Nazis Deutschland verlassen sollte und mit 18 Jahren seitens der israelischen Armee in den Krieg geschickt wurde. Der alte blondierte Playboy lächelt. Sein Ego ist überdimensional. Gibt es noch was Anderes hinter Edens Maskenball?

    Auf alle Fälle bleibt der Achtzigjährige von gesellschaftlichen Zwängen unabhängig und gestaltet sein Leben konsequent nach seinen eigenen Vorstellungen. An seinem eigenen „Happy End“ hat er sogar schon gedacht: Die „Sterbehelferin“, die es schaffe, dass er sich beim Sex tot umfalle, würde testamentarisch 250 000 Euro bekommen. „So sollten sie sich beim Sex anstrengen“ sagt er und blickt auf seiner jungen blonden Frau Brigitte (à la Französisch ausgesprochen). Ich würde sagen: Mesdames, kollektiv spielen!

    Tickets und Services

  • 14.02.2011

    „Khodorkovsky" – Was für ein Kreml-Kritiker?

    Charlotte Noblet
    Jeder in Russland hat was über den ehemals reichsten Mann des Landes zu erzählen. Auch den deutschen Regisseur Cyril Tuschi (42) fasziniert der Fall. Wer steckt eigentlich hinter dem hartnäckigsten Kreml-Kritiker und berühmtesten Häftling Russlands, der bis 2017 wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen eine Haftstrafe absitzen muss?
    1
    Die kommende Weltpremiere der Dokumentation sorgt wieder für Aufsehen über den Fall Chodorkowski. Nicht nur weil am Freitag den 4. Februar die Endfassung des Russland-kritischen Films bei einem Einbruch in Tuschis Produktionsräume in Berlin-Mitte verschwand. Politische Einschüchterung? Die Weltpremiere ist nicht gefährdet, die Berlinale hatte bereits eine Kopie.

    Durch Aussagen von früheren Weggefährten Chodorkowskis, dessen Familie und von Politikern, lässt die Dokumentation auf die Karriere des Öl- und Bankmagnaten zurückblicken.

    Ein „Bizness-Mann“

    der ersten Stunden Sie beginnt in den 1980er Jahren, als Chodorkowski am Mendelejew-Institut in Moskau Chemie-Ingenieur studiert und als stellvertretender Vorsitzender des Komsomol dafür sorgt, dass seine Kommilitonen zu den Versammlungen der Parteijugend erscheinen.
    Schnell geht es dann aber um die Zeit der Auflösung der Sowjetunion und Chodorkowski macht was die Russen „bizness“ nennen: Import-Export sowie Spekulation über den Wechselkurs Rubel-Dollar. In kürzester Zeit wird Chodorkowski zum „Kapitalisten der ersten Stunde“ und gründet 1988 die Menatep, eine der ersten Privatbanken in der UdSSR.

    Während den frühen 1990er Jahren macht Chodorkowski sich die Inflation der Rubel zunutze und wird immer mächtiger. Als „Nouveau Riche“ steht er allerdings nicht auf Datscha und dicke Autos. Vielleicht rettete ihn dies vor einer Reihe von Anschlägen, die auf Banker in diesen „Transformations“-Jahren stattgefunden haben, sagt der Chef seines Sicherheitsdienstes, ein ehemaliger KGB-Offizier vor der Kamera.

    Der Yukos-Boss

    Ende 1995 bekommt Chodorkowski die Chance zum großen Coup. Damals ging der Jelzin-Regierung das Geld aus, die Privatisierung der riesigen Öl-, Gas- und Bergwerkskombinate war aber untersagt. Ein neu geschaffenes Gesetz erlaubte es dennoch inländischen Banken der Regierung das nötige Geld auszuleihen. Als Sicherheit dienten hinterlegte Aktien der Energie- und Erzgiganten, für den Fall, dass die Regierung die Kredite nicht bedienen könnte – wovon die Geldhäuser ausgingen. Bei dieser Ausplünderung erwirbt Chodorkowski für 350 Millionen Dollar den Ölgiganten Yukos. Zwei Jahre später war der Wert seines Aktienpakets auf das Zwanzigfache gestiegen. So lief die postsowjetische Zeit für Chodorkowski: Er nimmt am Aufbau des wilden Kapitalismus in Russland teil, bleibt aber der nette Kerl mit dem unprätentiösen Auftreten.

    Mit der Finanzkrise im Jahr 1998 verwenden Chodorkowski und sein Team „unfeine Praktiken“, um die Metanep Bank zu retten und Yukos profitabel zu machen. Dann stieg der Ölpreis und obwohl Wladimir Putin im Präsidentenamt war, ging es Chodorkowski ziemlich gut – im Gegensatz zu vielen anderen Oligarchen.

    Ein humanistischer Oligarch

    Der Wechsel kam 2000, als Putin den Oligarchen vorschlägt das "Kredite für Aktien"-Programm und die Privatisierungsgeschäfte der 1990er Jahre, gegen ihre absolute politische Stille, bestehen zu lassen. Warum auch immer, der Deal wirkte wie ein Auslöser bei Chodorkowski: Ihm waren Medienfreiheit und Zivilgesellschaft wichtiger und er gründete die „Open Russia“-Stiftung und finanzierte damit Künstlerprogramme und Bildungsprojekte. Gleichzeitig unterstützte er die Opposition und machte aus Yukos den größten Ölproduzent Russlands. Doch das Projekt einer eigenen Yukos-Pipeline nach China verrät den Konflikt mit dem staatlichen Monopol an Ölpipelines: Das Menatep-Yukos-Imperium wurde auf einmal zu mächtig.

    Chodorkowski missachtet alle Signale und tritt umso mehr in der Öffentlichkeit auf. Selbst nach der Festnahme seiner engsten Mitarbeiter lehnt er ein „politisches Exil“ ab. Trotz seiner Prominenz und seine Kontakte in die ganze Welt war der reichste Mann Russlands nicht unantastbar: Am 25. Oktober 2003 wurde er von einer Sondereinheit aus seinem Flugzeug in Nowosibirsk „verschleppt“ und verhaftet. Wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen.

    Ein Kampfmutiger Häftling

    Zu Beginn des ersten Prozesses gegen Chodorkowski im Mai 2005 wurden riesige Steuernachforderungen an den Yukos-Konzern gestellt, welcher schließlich in den Besitz des staatlichen Ölkonzerns Rosneft überging. Der zweite Prozess gegen Chodorkowski wurde am 31. März 2009 eröffnet: Teil der Botschaft war, dass das Urteil von ganz oben kommen würde, was Chodorkowski jedoch nicht akzeptiert, auch nicht als Häftling. Ein bisschen wie sein Vorbild, Pavel Korchagin, der nie seine Zuversicht und seinen Kampfesmut verlor.

    Das Leben des Michail Borissowitsch Chodorkowski ist großes Kino und fasziniert offensichtlich den deutschen Regisseur Cyril Tuschi. Die mühsame Recherchearbeit über den Fall hat er in seine Dokumentation integriert, der Mangel an Archivmaterial, wie bei der Erstürmung des Flugzeuges, wurde durch Comic-Animationen ausgefüllt. Das High-Light des Ganzen ist sicherlich das 10-Minuten lange Interview mit dem Angeklagten bei seinem zweiten Prozess. Oder vielleicht auch die Reaktion der Prominenten und des Publikums bei der Berlinale?

    … Eine Reaktion der deutsch-russischen Gemeinschaft?

    Bild 0
    Was für eine Bedeutung hat der Fall Chodorkowski für die Russen, ob in Russland oder im Ausland?
    Das habe ich mich erneut gefragt, als am Wochenende alle Zeitungen am Kiosk meiner Haltestelle mit Mubaraks Rücktritt aufmachten, außer einer russischen Zeitung: Die Erste Seite war für Chodorkowski.

    Über Kommentare freue ich mich hier ganz besonders!

    Infos und Services

  • 13.02.2011

    Die jüdische Nekropole von Weißensee

    Charlotte Noblet
    Wenn eine Dokumentation einen Berliner Ort unter die Lupe nimmt, lasse ich mich leicht vom Kino verführen. Diesmal ging es um ein bildhaftes Märchen von Britta Wauer: „Es war einmal vor langer langer Zeit, der Jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee“.
    Friedhof Weissensee
    Mehrmals schon sind mir die Menorah auf der Mauer entlang der Indira-Gandhi-Straße aufgefallen. Nur den Eingang des Jüdischen Friedhofs hatte ich bisher noch nicht gesucht. Von daher war die Überraschung groß, als der Film mich durch das umfangreiche Wegesystem des Friedhofs führte: Hier einfache Steine, da prächtige Mausoleen, mal Jugendstil, mal Art-Deco und oft durch Efeu dekoriert. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine grüne Oase, wie ein vergessener Urwald mitten in der deutschen Hauptstadt. Unglaublich.

    Viel unglaublicher ist jedoch, wie der Ort als Kulisse der Geschichte Deutschlands wirkt. Mal kommen Busse von Juden aus der ganzen Welt, die nach den Grabsteinen ihrer Verwandten suchen. Mal sind es Soldaten aus Israel oder Angehörige der Bundeswehr, die einen Kranz in Erinnerung an die gefallenen jüdischen Soldaten im 1. Weltkrieg niederlegen. „Es hat hier mehr was von einem Museum als von einem Friedhof“, sagt der Friedhofswart Ron Kohls aus der Friedhofsverwaltung vor der Kamera.

    „Was wissen sie noch von ihren Vorfahren? Verbindet sie etwas mit dem Friedhof in Weißensee?“ lauteten einige Fragen der Regisseurin Britta Wauer. Der 42 Hektar große jüdische Friedhof wird auf einmal voller Leben.

    Die titanische Recherchearbeit lässt träumen und die minuziöse Verwendung des Archivmaterials haben es geschafft: Der Film erzählt die Geschichten hinter den Grabsteinen. Märchenhaft. Am Ende möchte der Zuschauer nur noch mehr vom jüdischen Friedhof in Weißensee erfahren!

    Schöne Literatur für eine Friedhofsballade

    Hierfür ist ein wunderbares Buch zu empfehlen: „Der Jüdische Friedhof Weißensee. Momente der Geschichte“ (2010, be.bra Verlag, Texte auf Deutsch und Englisch). Die Idee zum Buch entstand mit der auf zwölf Aktenordner angewachsenen Korrespondenz aus der ganzen Welt, mit Fotos von Verstorbenen oder Unterlagen über den Kauf eines Grabes, die Britta Wauer sammeln konnte.

    Die Regisseurin hat mit einer Veröffentlichung in der Zeitschrift „Aktuell“ nach Angehörigen und Informationen über den Friedhof in Weißensee gesucht, die vom Berliner Senat an ehemalige Berliner in aller Welt geschickt wird. In kurzer Zeit kamen um die 250 Zuschriften.

    Es sind diese erzählenswerten Geschichten und Fotos aus Privatbesitz, die das wunderbare Buch mit Bildern aus Archiven und Sammlungen vereint. Aktuelle Aufnahmen von der Fotografin Amélie Losier geben das Pendant zu historischen Aufnahmen, Texte auf Deutsch und Englisch beschreiben die Bilder und die 130 Jahre lange Geschichte des jüdischen Friedhofs in Weißensee.

    „Ich wünsche mir, dass all diese Bilder dazu beitragen, den Friedhof Weißensee ins Bewusstsein der Menschen zu rücken, damit er nicht länger ein Schattendasein am Rande der deutschen Hauptstadt führt“ schreibt Britta Wauer im Vorwort.

    Berlinale: „Im Himmel, Unter der Erde. Der Jüdische Friedhof Weißensee“
    Tickets und Services



  • 12.02.2011

    Die Berlinale der Taxifahrer

    Charlotte Noblet
    Was wird am Potsdamer Platz über die Berlinale gesagt? Ob in der Ticket-Schlange, unter der Sonne beim Kaffee trinken, jede Person spricht von „ihrer“ Berlinale. Auch die Taxifahrer! Berlinale ist Berlinale, selbst wenn das Festival ihre BMWs für die VIP einsetzt…
    Mehr dazu auf dem Video mit Click auf dem Titel.
  • 12.02.2011

    Berlinale - Eindrücke

    Charlotte Noblet

    Viele Programm-Heftchen werden unter der Sonne gelesen, in Gruppen und Paaren wird über Kino geredet und Filme ausgewählt, bis in die Ticket-Schlangen, wo alles wieder neu entschieden wird, je nach Vorrat an Karten.

    Mehr dazu auf dem Video mit Click auf dem Titel.



  • 12.02.2011

    Sonne rund um die Berlinale!

    Charlotte Noblet

    So ein herrlicher Tag: Es war heute eine Menge los auf dem Potsdamer Platz! Kleines Video über das sonnige Treiben auf dem „Boulevard der Stars“

    Mit einem Click auf den Titel!

    So ein herrlicher Tag: Es war am Samstag eine Menge los auf dem Potsdamer Platz!


  • 12.02.2011

    Ein Mal pro Monat: Sex im Gefängnis

    Charlotte Noblet
    Ich stehe auf Filme, die sich mit den Sorgen im „Gefängnis“ beschäftigen. Deswegen war ich heute vier Stunden im Gefängnis: Erst mit „Free Hands“ von Brigitte Sy, dann mit „Amnistia“ von Bujar Alimani.
    1

    Der erste Film spielt in einem französischen Gefängnis im Norden von Paris, der Zweite in einem albanischen Gefängnis in Tirana. Und beide zeigen wie unmöglich das Lieben im Gefängnis ist.

    Schwerpunkt von „Amnistia“ ist die Sexualität im Gefängnis. Albanien möchte gerne in die EU eintreten, deswegen dürfen Ehepartner sich einmal im Monat zu sexuellen Kontakten treffen. So lautet die Erklärung eines Aufsehers zu einem Mann, Spetim, der seine Frau zu Besuch hat.

    Einen Bettbezug und eine Stunde in einer Zelle mit Doppelbett und undichtem Waschbecken: Über diese spartanische und standardisierte Ausrüstung verfügen Ehepaare im Knast Tiranas. Kein Ort und keine Zeit für Liebe. Trotz der Zigarette danach ist der Frust bei Spetim schnell da. Freude beim Sex mit ihrem inhaftierten Mann hat Elsa auch nicht. Beide kommen aber jeden Monat wieder. Langsam entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen den beiden Protagonisten. Es wird kaum gesprochen aber viel verstanden.

    Diese „Zimmer zum Lieben“ sind zwar Avant-Garde im Vergleich mit anderen Ländern, wo Sex im Gefängnis komplett verboten wird. Aber von Lieben kann keine Rede sein. Und dahinter steckt die große Frage der Sexualität im Gefängnis.

    Bisher enthielt der Entzug der Bewegungsfreiheit auch den Entzug von sexueller Freiheit. So einfach haben Menschen sich noch keine andere Freiheit wegnehmen lassen!

    Nach vielen Berichten über Vergewaltigungen in Gefängnissen und „Sprechzimmer-Babies“ wurden Rückzugswohnungen für Familien in Gefängnissen eingebaut. Aber von sexueller Freiheit redet noch keiner.

    Der Spielfilm „Amnistia“ deutet auch die Frage an, wie sich Ehepaare nach der Entlassung wiederfinden? Auch wenn die Geschichte etwas langsam vorwärts kommt, es sind oft schöne Bilder von Albanien zu sehen, trotz Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Not. So z.B. wenn die Frau den weiten Weg zu ihrem gefangenen Mann mitfährt. Denn auch die Entfernung zu den Angehörigen ist ein wichtiges Thema.

    Tickets und Infos

  • 11.02.2011

    „Keine Fiktion kann der Realität des Gefängnisses wiederstehen"

    Charlotte Noblet
    Bild -1

    Ein Film im Gefängnis.
    Eine Liebesgeschichte im Film.
    Das Gefängnis in der Liebesgeschichte.

    Wie die Matrjoschka läuft der Film „Hände Frei“ (Free Hands / Les Mains Libres) von Brigitte Sy. Ein System im Sytem. Die Grenzen zwischen Drinnen und Draußen sind klar. Aber nicht zwischen Film und Realität.

    Im Film ist der dunkelhaarige Gefangene Roel Opfer vom rassistischen Benehmen eines Aufsehers. Im Film sitzt ein Mouloud mit Pariser Akzent im Gefängnis, weil er nicht in ein Land das er nicht kennt, vertrieben werden will. Im Film träumt ein Gefangener von Tatoo´s und Motorrädern. Im Film wollen Gefangene einen Kinofilm drehen, um Rollen zu spielen, die sie im Leben nie haben werden. Im Film wird die Liebe zwischen einem Gefangenen und der Filmregisseurin verboten.

    In der Wirklichkeit arbeitet die französische Regisseurin viel mit Gefangenen. In der Wirklichkeit wollte Brigitte Sy einen Film mit Gefangenen machen. In der Wirklichkeit hat sie sich in einen Gefangenen verliebt. Und wie die Hauptdarstellerin Barbara im Film: Sie hat ihren Michel geheiratet.

    Der Film dokumentiert, bleibt allerdings Fiktion.

    Das Szenario ist aber autobiographisch. „Deine Geschichte mit Michel sieht so aus, als ob es kein Kino mehr wäre“, sagt die Assistentin im Film.

    Die Rolle von Brigitte Sy spielt die beeindruckende israelische Schauspielerin Ronit Elkabetz. Die Regisseurin selbst erscheint kurz als blonde Dame, setzt sich auf eine Bank, tauscht ein paar Wörter mit der Hauptdarstellerin und verschwindet wieder in die Pariser Nächte.

    Verwirrend. Und Berührend. Mit viel Gründlichkeit wird alles für den Film dokumentiert: Die blinden Regel im Gefängnis sowie die Gefühle, die dort auch gefangen sind. „Keine Fiktion kann der Realität des Gefängnisses wiederstehen“, sagt die Hauptdarstellerin, um ihr Interesse für die persönlichen Geschichten der Gefangenen zu betonen.

    „Free Hands“ (les Mains Libres) ist ein engagierter Spielfilm: Die Punkte zwischen Gefangenschaft und Liebe sind hart gezählt. Pour Michel.

    Tickets und Infos

    Trailer (mit einem Clic auf den Titel)
    Auf Französisch – Der Film zählt nur 15 Kopien. Es ist ein Glück, ihn mit Englisch-Untertitel auf der Berlinale schauen zu können. Wer Französisch versteht, wird auch die metaphorische Sprache im Gefängnis genießen können:

  • 11.02.2011

    Un ROMEO pas comme les autres

    »ROMEOS« von Sabine Bernardi

    1
    Auf seiner Facebook-Seite stellt sich der Film »ROMEOS« als „Personal Drama – Tragikkomödie“ vor. Dabei geht es um die Selbstfindung des 20-jährigen TransMann Lukas während seiner Testosteronbehandlung. „Das ist mein 25. Testoteron-Shot und dies möchte ich gern mit Euch teilen!“ Nicht mit Euch Zuschauern sondern mit Euch aus der „Transfamily“: Lukas (Rick Okon) chattet mit anderen Transmännern aus dem Mädchenwohnheim, wo er als „Frau“ für seine Zivi-Stelle einquartiert worden ist, obwohl die Zivildienstbehörde von seiner Umwandlung weiß.

    Außer der Behörde weißt nur Lukas alte Freundin Ine (Liv Lisa Fries) von seiner Geschlechtsumwandlung. Sie kennt Lukas von früher und er bleibt ihr treu: Ine geht gerne auf Parties der Gay Szene in Köln aus und schleppt Lukas mit.

    „Klar siehst Du gut aus!“

    Trotz täglichem eisernen Hanteltrainings, wachsenden Haaren und maskulinen Formen traut sich Lukas aber kaum was: ohne Jacke sieht ihm sein Oberkörper noch viel zu weiblich aus. Noch sechs Wochen Behandlung: Lukas macht sich im Internet über Brust-OP schlau. „Durchhalten“ sagt er einem anderen Transmann, von Transphobie getroffen. In der Phase der Geschlechtsanpassung hat es Lukas nicht einfach, von gemeinschaftlichem Duschen im Mädchenwohnheim bis Auf-Klo-Setzen-Können auf Parties. Nur die Freundschaft zu Ine macht Lukas Geheimnis etwas erträglicher. Komplizierter wird es dann noch mit dem attraktiven und schwulen Macho Fabio (Maximilian Befort): Der steht auf Lukas, Lukas ist heiß auf ihn. Für einen Flirt unter die Sonne steht allerdings das Geheimnis von Lukas zwischen den beiden. Ohne Outing geht nichts. Berührend.
    Ins Spiel kommt dann auch noch die Familie von Lukas. „Lukas ist ein Mädchen, Lukas ist ein Mädchen!“ schreit nach einer Streiterei die kleine Schwester zum Lukas Geburtstag im Wohnheim. Zufällig ist Fabio auch anwesend....

    „ROMEOS“, der Coming-Of-Age-Film von der Regisseurin Sabine Bernardi wurde im Sommer 2010 in Köln gedreht, „Mir war es wichtig, auch mit dem komplexen Thema Transgender ein breites Publikum zu unterhalten. Ich freue mich riesig, dass unser Film nun sein erstes großes Publikum findet und mit einer Weltpremiere auf der Berlinale Aufmerksamkeit für dieses gesellschaftlich relevante Thema schaffen kann“, so die Regisseurin.

    Schon 2005 arbeitete Sabine Bernardi zum Thema Transgender. Es ging um einen Dokumentarkurzfilm über den Duisburger Luis, Gründer der „transfamily“, eine Anlaufstelle für Transsexuelle und deren Angehörige. Mit seiner Erfahrung hat er die Drearbeit des Erstlingswerks Romeos unterstützt.

    Tickets und Termine
  • 10.02.2011

    3, 2, 1: Letzte Vorbereitungen!

    Charlotte Noblet
    berlinale 2011 der Rote Teppisch
    Der Marlene-Dietrich-Platz wird vor dem Berlinale Palast ein letztes Mal vor der Premiere gefegt, der Rote Teppich am Eingang des Palasts festgeklebt und die Blumen rechts und links davon gerade gestochen. Im Hyatt Hotel antworten die Coen Brüder auf die Fragen der Pressevertreter zu ihrem neuen Indianer-Marshal-Western with little girl, True Grit, der heute Abend internationale Premiere hat und die 61. Internationale Berlinale eröffnet.

    Nicht weit davon werden noch Sperrzäune verteilt und der „Boulevard der Stars“ auf der Potsdamer Straße noch weiter improvisiert: Lauter Sterne aus polierter Bronze ehren Prominente auf rot gefärbtem Asphalt und Pepper’s Ghost Cameras ermöglichen es den Besuchern per interaktivem Spiegeltrick, sich mit einem Star fotografieren lassen zu können. Vom „Walk of Fame“ in Los Angeles sind wir aber noch ein Stück entfernt…

    Berlinale 2011 Tickets kaufen
    Hier und da wird das Berlinale-Programm gelesen und die Leute stehen nach Tickets an. Jack Howard, der frisch London für die Berliner Universität verlassen hat, ist mit seiner Kamera unterwegs. Der hat nämlich „a project“: Jack gehört zu den 18 jungen Fotografen, die sich während der Berlinale im Rahmen des Projektes "Close Up!" als Fotografen ausprobieren dürfen und am 20. Februar, am Ende der Berlinale, ihre Motive in der Galerie C/O Berlin präsentieren. Über sein Vorhaben sagt uns Jack „a few words in English“ (sein Deutsch verbessert er gerade in einer Volkshochschule). Was daraus wird, das erfahren wir beim nächsten Treff: Rendez-vous est pris!

    (mehr Bilder und Video mit einem Clic auf den Titel)

  • 10.02.2011

    Berlinale 2011

    Charlotte Noblet bloggt

    Am 10. Februar starten die 61. Internationalen Filmfestspiele in Berline. Zehn Tage lang stürzt sich Charlotte Noblet ins Getümmel der Filmwütigen und bloggt für Sie von der Berlinale. Sie schaut sich um, was die Sektion "Panorama" bereithält, nimmt die "Perspektive Deutsches Kino" unter die Lupe und schaut sich bei "Berlinale goes Kiez 2011" um.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Unsere aktuellen Blogs

  • Eine Zukunft ohne NATO

    Eine Zukunft ohne NATO

    Von dem Supergipfel, der ursprünglich als gemeinsames NATO- und G8-Treffen in Chicago geplant war, nahm die US-Regierung schnell wieder Abstand.
    Die Proteste wären wohl aus dem Ruder gelaufen. An diesem Wochenende tagen die Vertreter der G8-Länder in einer militärisch abgeschirmten Sperrzone in Camp David in der Nähe der US-Hauptstadt. Die NATO-Strategen halten dagegen Chicago in Atem. Von dort berichtet Max Böhnel über die internationale Gegenkonferenz namens „NATO Free Future“, zu der auch Vertreter der deutschen Friedensbewegung anreisen. Am Sonntag soll als Höhepunkt gegen den Willen von Stadtverwaltung und Polizei eine Grossdemonstration gegen das Militärbündnis stattfinden.

  • Linke und Technik...!

    Linke und Technik...! Foto: dpa

    Blog von Marcus Meier: Welche Chancen erwachsen aus technischen Innovationen - für eine soziale und umweltfreundliche Gesellschaft, für mehr Demokratie, für ein rationaleres Wirtschaftssystem? Wo verhindern kapitalistische Mechanismen den technischen Fortschritt oder den fortschrittlichen Technikgebrauch? Wie, wo und warum generiert der Kapitalismus schlicht Fortschrott? Das sind die Fragen, die das neue nd-Weblog "Linke und Technik..! Fortschritt, Fortschrott und die Folgen " beantworten will. Autor Marcus Meier ist übrigens beides: Technikfreund und Technikskeptiker.

  • In eigener Sache

    neues deutschland

    Hausblog: Aus dem nd über das nd: In unserem Hausblog halten wir Sie über alles berichtenswerte aus Redaktion und Verlag auf dem Laufenden.

Unsere Blogger:

  • Marcus Meier

    Marcus Meier ist Journalist und arbeitet zu den Themen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Für das nd schreibt er seit Oktober 2009 regelmäßig – und meist zu NRW-Themen. Meier betreibt Das SPRUSKO-Prinzip, ein Weblog »zur Kritik des Ramsch-Kapitalismus«. Er lebt und arbeitet in Bochum. Seine Webseite: www.marcusmeier.de.

    Er ist beteiligt an folgenden Blogs:

  • Max Böhnel

    Max Böhnel lebt seit dreizehn Jahren in der Nähe von New York und berichtet als freier Journalist für deutschsprachige Radiosender, Print- und Internetmedien, unter anderem auch für nd.

    Er ist beteiligt an folgenden Blogs:

Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.