Revolution betrifft ja immer zweierlei: die alte und die neue Ordnung. Das war bereits das Thema des Berlinale-Eröffnungsfilms »Leb‘ wohl, meine Königin«. Hoffnung auf Zukunft wächst mitten in einer alten absterbenden Ordnung. So möchten es jedenfalls die Revolutionäre aller Zeiten gern sehen. Aber es bleibt ein Drama: Zwei Welten konkurrieren miteinander ...
Ich habe heute ein paar Blumen nicht gepflückt, um dir ihr Leben zu schenken.
»Gibel sensazii« (Untergang der Sensationen, 1935, Andrijewski) ist ein Science-Fiction-Film der besonderen Art. Die klassische Klassenkampf-Situation in einem anonymen kapitalistischen Land: Industriearbeiter gegen Fabrikbesitzer. Ein Ingenieur erfindet einen Roboter, der alles kann, vor allem auf Befehl arbeiten ...
Mit ihren täglich 360 .000 Exemplaren dürfte die Auflage der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« etwa 25-30mal so hoch sein wie die der kleinen Tageszeitung »jungen Welt«, die am Sonntag 65. Geburtstag feiert. Dennoch verhält es sich mit der traditionsreichen »jungen Welt« so ähnlich wie mit der nicht weniger altehrwürdigen »FAZ« ...
Auf dem Olymp, das ist ein Berg von Schulden, sieht Menschenvolk seit jeher kläglich aus. Nur Götter, reiche, wollte Zeus dort dulden, den Sterblichen im Tal: das Armenhaus. Äonen ist es her, dass von dort oben ein Mann hinabstieg, besser: ein Titan; Prometheus trotzte lachend Vaters Toben - und machte stolz den Griechen Feuer an ...
Der leidet an seinem Reichtum und der an seiner MachtIch leide an meinem Mitansehn wie der Tag an der Nacht Der leidet an seiner Liebe und der an seiner NotIch leide an meinem Drandenkenmüssen wie das Leben am Tod Der leidet an seiner Habsucht und der an seiner LustIch leide an meinem Nichthelfenkönnen wie das Herz an der Brust Aus: Erich Fried, Gedichte ...
Die 62. Internationalen Filmfestspiele bestimmen seit gestern das kulturelle Flair Berlins. Der Wettbewerb begann, für zahlreiche Sektionen öffneten sich die Vorhänge. Insgesamt werden über 400 Filme zu sehen sein. »Herr Wichmann aus der dritten Reihe« von Andreas Dresen läuft außer Konkurrenz.
Immerhin, die Französische Revolution. Es gab schon weniger ambitionierte Eröffnungsfilme der Berlinale. Denn so ein Eröffnungsfilm will bekanntlich eine festliche Angelegenheit sein. Ist die Revolution ein Fest? Vielleicht, freilich ein schmutziges, ein blutiges zumal. Ein Schlacht-Fest schließlich - nachdem der Adel guillotiniert war, folgten die Girondisten, schließlich richteten sich die Jakobiner gegenseitig hin ...
Der Spielfilm »Potomok Tschingis-Chana« (Sturm über Asien 1929, Pudowkin) lief bereits im Deutschland der 1920er Jahre und erzielte vor allem wegen seiner exzessiven Bildsprache einen großen Erfolg. Wie ein ethnographisches Märchen erzählt er von der Menschwerdung eines Exoten: Ein junger Mongole wird betrogen, wehrt sich, gerät zwischen alle Kampfparteien und überlebt dank eines rätselhaften Papiers ...
Aufbrüche und Umbrüche - wie ein roter Faden zieht sich das Thema durch alle Sektionen des Festivals. Aufbrüche und Umbrüche - das ist in diesem Berlinale-Jahrgang das Fazit über das Filmschaffen der gegenwärtigen Welt. Das gesellschaftskritische Kino hat hier seinen Platz - mehr denn je haben Filmemacher ihr Kameraobjektiv auf die Probleme unserer Zeit scharfgestellt ...
Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland (Jg. 1948) schuf das Drama »In Darkness«: Juden verstecken sich in der Kanalisation von Lwow vor den Nazis. Der Film der »Berliner Firma SCHMITz Katze Filmkollektiv« ist als bester nicht-englischsprachiger Film für den Oscar nominiert.
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