Wegen guter Führung wird Jan Hansen nach acht Jahren vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, wo er wegen eines schweren Verbrechens, das er als Jugendlicher begangen hat, einsaß. Fortan lebt er unter seinem zweiten Vornamen Thomas, bekommt eine Stelle als Organist und eine Wohnung, verliebt sich in die alleinerziehende Pastorin Anna, kümmert sich um ihren Sohn. Das sieht erst einmal wie eine erfolg... Mehr ...
Das Ende vom Studium sah aus wie ein hoffnungsvoller Anfang. Summa cum laude, mit höchstem Lob, der Abschluss sollte sich sehen lassen. Auch wenn das Studienfach Philosophie war und damit nicht eben marktgängig, auch wenn das Durchschnittsalter der weißhaarigen Prüfer wenig Hoffnung macht auf eine rege Nachfrage nach akademischen Nachwuchskräften an Roms philosophischen Fakultäten. Für Marta (Isab... Mehr ...
Die »Dame Commander of the British Empire« und »Disney Legend«, mit Sternen auf dem Walk of Fame in Hollywood und der Avenue of Stars in London, hat mit Stil, Charme und schöner Stimme 1964 als »Marry Poppins«, ihrem Filmdebüt (Oscar als Beste Hauptdarstellerin), die Leinwand erobert. Im Musical-Genre feierte sie auch weiterhin ihre größten Erfolge, u.a. »The Sound of Music« (1965), »10 – Di... Mehr ...
Die in Berlin lebende österreichische Regisseurin Feo Aladag, 37, Schauspielerin und in Wien promovierte Kommunikationswissenschaftlerin, hat ihren Erstlingsfilm »Die Fremde« zusammen mit ihrem aus der Türkei stammenden Ehemann Züli Aladag produziert. Mit dem Titel ihres Films meint die Regisseurin und Drehbuchautorin ihre Hauptperson Umay und auch »die Fremde« als Land, in dem man noch nicht angekommen ist. Denn Umay ist weder in der Türkei noch in Deutschland zu Hause. Aus Istanbul flieht sie vor ihrem gewalttätigen Mann mit dem kleinen Sohn Cem nach Berlin, wo sie aufgewachsen, aber nun auch nicht mehr willkommen ist. Denn eine alleinstehende Frau mit einem Kind gilt als Hure, zumindest in den türkischen Kreisen, aus denen Umays Familie stammt. Feo Aladag zeigt den Zusammenhalt in einer türkischen Familie, die ihre Umay liebt (knurrig der Vater, verhalten die Mutter, bewundernd die Schwester, zärtlich der kleine Bruder und besitzergreifend der ältere). Und die sich dennoch, aus ihrem gesellschaftlichen Kontext heraus, überkommenen Normen verpflichtet fühlt und deshalb die Tochter und Schwester, die bis zuletzt um Anerkennung und Wiederaufnahme in die Familie kämpft, verstoßen muss. Mehr ...
Manche Rocker stehen noch mit Sechzig auf Bühnen, vor denen sich die Fans in Tausenden versammeln. Manche Rocker sind Multimillionäre, Stars der Fachmagazine wie der bunten Blätter, jede ihrer Affären ist eine Nachricht wert. Und manche Rocker sind das nicht. Steve »Lips« Kudlow und Robb Reiner von der Band Anvil (Amboss), wurde ihre Herkunft aus Toronto zum Verhängnis, was den Starruhm anging. Ka... Mehr ...
Da fliegen beim Anblick lieblicher Landschaft Insekten dem Zuschauer direkt ins Auge, oder, während der Hatz im Wald, Astgesplitter wirbelt auf die Linse. Schnell zwinkern, die Sehorgane nicht reiben, nicht schließen, es ist ja nicht wirklich so und man könnte etwas verpassen vom Leinwandwunder. Außerdem sitzt jedem wie zum Schutz vor den Attacken eine Brille auf der Nase. – Jetzt also auch ... Mehr ...
Erst rückblickend stellen wir oft fest, in welch aufregender Zeit wir aufgewachsen sind. Das Besondere, das in unserem Alltag steckte, wird offenbar, wenn der Erwachsene darüber nachdenkt. Besonders erhellend ist es, wenn sich aus der Perspektive des Heranwachsenden die Realität auf poetische Weise verschiebt. Das gelang Torsten Schulz, Jahrgang 1959, in seiner umfangreichen, ebenso skurrilen wie ... Mehr ...
Am Anfang war die Neugier auf Moskau. Regisseur Uli Gaulke, Jahrgang 1968, trieb es nach früheren Dokumentationen in vielen Teilen der Welt diesmal zur einstigen sowjetischen Hauptstadt. Wie haben sich Perestroika und Kapitalismus ausgewirkt? Wie kommen die Menschen damit zurecht, vor allem: die Frauen? In einer Frauentaxifirma schließlich fand Gaulke Marina, Alla und Viktoria, etwa Mitte 50, drei... Mehr ...
Martin Scorsese, geboren 1942 in New York und aufgewachsen in Little Italy, schaffte 1976 mit »Taxi Driver« den Durchbruch. Es folgten unter anderem »Wie ein wilder Stier«, »Die Farbe des Geldes«, »Casino«, »Zeit der Unschuld« und »Gangs of New York«. Immer wieder kehrte er zu seinen Anfängen als Dokumentarfilmer zurück. Vor zwei Jahren präsentierte er in Berlin seine Doku über die Rolling Stones. In diesem Jahr kehrte er mit dem Thriller »Shutter Island« zurück, in dem Leonardo DiCaprio einen Mann spielt, der als junger Soldat die Befreiung eines KZs miterlebte und die Erinnerungen nicht los wird. Mehr ...
Film ist ein Traum ... Im Kino kommt der Traum zurück zur Wirklichkeit«, sinniert Contini, der Mann, um den sich alles dreht, zu Beginn des neuen Filmprojekts in Rom, Cinecittà 1965. Es klingt programmatisch. Contini ist ein weltberühmter Regisseur, die Erwartungen sind hoch, die Dreharbeiten sollen beginnen, der Produzent drängt. Contini jedoch, nach zwei Flops, ist mit einer Blockade geschlagen.... Mehr ...
Der amerikanische Schauspieler (geboren am 18. Februar 1964 in New Rochelle, Foto: dpa) ist jetzt als Wachmann eines Geldtransporters im Actionthriller »Armored« zu sehen – ein ungewohntes Genre für ihn, der sich besonders im Independent-Film einen Namen gemacht hat. Sein Debüt gab er als 15-Jähriger in Jonathan Kaplans »Wut im Bauch« als perspektivloser Jugendlicher und wurde schon als Nach... Mehr ...
Wer einem Illegalen hilft, macht sich strafbar. Wer einen Illegalen beherbergt, und sei es nur für eine Nacht, macht sich strafbar. Wer einen illegalen Anhalter mitnimmt, macht sich strafbar. Wer einem Illegalen eine Decke oder eine Mahlzeit reicht oder ihm den Akku seines Handys auflädt, seine einzige Verbindung in die alte und vielleicht auch schon die neue Heimat, macht sich strafbar. Die Festu... Mehr ...
Ryan Bingham, Ende 40, ist, so krass muss man es ausdrücken, ein Arsch. Und das ist eher noch untertrieben. Dabei gibt er sich nett (»Versuchen Sie, es nicht persönlich zu nehmen«), sieht überdies hinreißend aus. Piekfein und Schnösel versieht er einen Job, der zumindest mimisch Anteilnahme zum Ausdruck bringen müsste. Aber seine Schotten sind dicht, er ist völlig ungerührt: Er ist ein Erlediger. ... Mehr ...
Alles beginnt mit einem Stoßseufzer. Vielleicht wäre Giulia gar nicht vor ihrem eigenen Geburtstagsessen weggelaufen, wenn diese alte Dame neben ihr im Bus nicht gewesen wäre. Vielleicht wäre alles überhaupt ganz anders gekommen, wäre einfach ein Abend geworden wie jeder andere, ein Essen mit Freunden, ganz nett eigentlich, wenn nur diese immer gleichen Sprüche, die immer gleichen Angewohnheiten, ... Mehr ...
Leo Tolstoi provoziert bis heute. Soll man sich, wenn einen die Sinneslust zu überwältigen droht, schnell einen Finger abhacken, wie er in seiner »Kreuzersonate« anregt? Gewiss, dieser Schmerz bringt auf andere Gedanken, aber wer das mit siebzehn liest, wohnt nachher nah am Rand der Neurose. Wer war dieser rigorose Asket, dieser Graf als Prophet des einfachen Lebens? Zu ihm pilgerten ganze Heersch... Mehr ...
Als resolute, schlagfertige Frau tritt sie jetzt mit Ethan Hawke in einer von Yvan Attal inszenierten Episode des Films »New York, I Love You« auf. Schön und schlagkräftig ist das Markenzeichen der amerikanischen Schauspielerin, die am 22. Mai 1979 in Honolulu, Hawaii, als Tochter eines Amerikaners und einer Vietnamesin geboren wurde (bürgerlicher Name: Margaret Denise Quigley, Foto: AFP). Im Alte... Mehr ...
Altern ist nicht wahnsinnig lustig. Abgesehen von den ganzen Ersatzteilen hapert es mit den Augen, mit den Zähnen, mit dem Herzen, mit der Hüfte und so weiter. Aus Kleinigkeiten werden, je älter man wird, »Großigkeiten«. Walter Giller... Mehr ...
Vorspiel auf dem Theater« wie bei Goethes »Faust«, eine kleine Geschichte, schwarz-weiß und in Jiddisch gedreht: Im Schtetl, hundert Jahre früher als die dann folgende Handlung, eine streng gläubige Frau ersticht einen vermeintlichen Dibbuk (die sich der Seele von Menschen bemächtigende Seele eines Toten). Als der durchaus lebendige Alte, ein Rabbi, blutend davonwankt – mit den Worten: »Der ... Mehr ...
Reisen bildet, Reisen macht Spaß, Reisen bieten Abwechslung. Schwierig wird es erst, wenn man vom Reisen mehr nach Hause zurückbringt, als sich mit dem heimischen Lebensablauf vereinbaren lässt. Eine Krankheit, ein Gefühl, eine unstillbare Sehnsucht. »Same Same But Different« erzählt von so einem Fall, von einer Reise, die als Auszeit geplant war, als bloßer Abenteuerurlaub in eine verantwortungsf... Mehr ...
Sie schreiben sich ihre Bandenzugehörigkeit in die Gesichter, ihren Mangel an gestaltbarer Zukunft unauslöschlich auf Arme, Schultern, Brust. Wer zur Gang gehört, trägt irgendwo die 18 unter der Haut, der sie Loyalität geschworen haben, eintätowiert als Symbol unverbrüchlicher Treue und Zugehörigkeit, in Wahrheit das numerische Äquivalent einer Zielscheibe – und eine Maßnahme noch dazu, die ... Mehr ...
Er ist überzeugter Kommunist und ein rechter Macho dazu, ein Mann, der stets zu seinen Überzeugungen gestanden hat und immer bereit scheint, seine Werke zu verteidigen: Oscar Niemeyer, mit 102 Jahren der letzte lebende Exponent der architektonischen Moderne. Kein NS-Flüchtling, wie der Name vermuten lassen könnte, sondern brasilianischer Spross einer älteren Auswanderbewegung, ein Mann, der noch i... Mehr ...
Am Anfang steht eine Art Exorzismus. Eine Frau wird kopfüber an einem Ast aufgehängt, unmittelbar über einem dampfenden Kessel. Dann fördert ein bärtiger alter Mann eine Schlange aus ihrem Halsinneren zutage … Seltsam surrealistischer Auftakt eines Films, dem solche Elemente ansonsten eher fern sind. Wofür steht die merkwürdige Szene und was wird wem ausgetrieben? Um Unvereinbarkeiten geht ... Mehr ...
In Joseph Vilsmaiers dramatischem Abenteuerfilm »Nanga Parbat« ist er jetzt als Reinhold Messner zu sehen, der 1970 den Himalaja-Gipfel bezwang. Für die Dreharbeiten musste er allerdings nicht so weit reisen, die fanden in Südtirol statt. Florian Stetter (Foto: dpa), geboren am 2. August 1977 in München, begann nach einer Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München gleich mit einem großen... Mehr ...
Ihr Name verbindet sich vor allem mit einem Titel: »Sex and the City«. Als New Yorker Kolumnistin Carrie Bradshaw war sie Star in 94 TV-Folgen (1998-2004), gewann u.a. vier Golden Globe und einen Emmy. 2009 folgte der gleichnamige Spielfilm, den sie auch produzierte, der zweite Film kommt im Mai ins Kino. Jetzt kann man sie aber schon mal mit Hugh Grant in »Haben Sie das von den Morgans gehört?« s... Mehr ...
Das Abitur ist bestanden, das Leben kann beginnen. Endlich weg aus der öden Enge der brandenburgischen Provinz, denkt sich Momo, endlich den kindischen Spitznamen loswerden, endlich Moritz sein. Wohin ist eigentlich egal, die Studienwahl zweitrangig. Martin Hatzius über 13 Semester - Der frühe Vogel kann mich mal von Frieder Wittich. Mehr ...
Re: Man kann wohl nur einseitige Berichterstattung erwarten,
17:00 Uhr, München
Preis: 39,99 €
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