Am vorletzten Tag wurde es internationalistisch. Beim dritten Bundeskongress der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di stand am Freitagvormittag das Thema Eurokrise auf der Tagesordnung. Eingeladen waren internationale Gäste, außerdem standen Anträge zum weiteren Vorgehen in der Eurokrise zur Abstimmung.
Simon Dubbins, internationaler Sekretär der größten britischen Gewerkschaft Unite sagte, in England entstünde eine breite Koalition des Widerstands gegen den »Frontalangriff auf unsere Löhne und Arbeitsbedingungen«. Die drakonischen Sparmaßnahmen, die EU-Regierungen zur Lösung der Eurokrise durchziehen würden, seien der falsche Weg. Unite versuche darum derzeit viele Akteure aus der Protestbewegung zu organisieren – beispielsweise »UK Uncut«, eine Basisorganisation, die sich mit direkten Aktionen für die Besteuerung von Konzernen und Reichen einsetzt.
Die gegen Griechenland verhängten Sparauflagen führten dazu, dass »die Mittelschicht verarmt und die unteren Schichten ins Elend gestürzt werden«, berichtete der Vorsitzende der griechischen Dienstleistungsgewerkschaft Adedy, Spyros Papaspyros. Er zeigte sich angesichts der breiten sozialen Mobilisierung kämpferisch. »Wir versprechen euch, das wir siegen werden«, sagte unter dem Beifall der Delegierten. Das griechische Volk übe sehr starke Kritik an der deutschen Regierung und ihrem Eurokurs, aber es sei sehr wichtig, dass kein »Riss« zwischen den Menschen in Deutschland und Griechenland entstanden sei.
Wolfgang Katzian, Vorsitzender der österreichischen Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) sagte, man habe schon vieles geschafft, was man vorher nicht für möglich gehalten habe. Ein internationaler Gewerkschafterkongress müsse dafür genutzt werden, sich über gemeinsame Ziele für ein »anderes Europa« zu verständigen.
Im Anschluss an die Reden, die von den Delegierten jeweils mit Standing Ovations bedacht wurden, beschloss der Kongress Anträge zur ver.di-Europapolitik der nächsten Jahre. Beispielsweise müsse die EU-Dienstleistungsrichtlinie so geändert werden, dass entliehene Beschäftigte zu den Bedingungen in ihrem Einsatzland arbeiten. Zudem müssten die sozialen Proteste der Gewerkschaften in der Bundesrepublik »massiv verstärkt« werden – und das nicht nur, um gegen Missstände hierzulande zu protestieren, sondern auch, »um unseren südeuropäischen Kolleginnen und Kollegen – insbesondere in Spanien, Portugal und Griechenland – den Rücken zu stärken«.
Eine Tagung der Vorsitzenden der Linksfraktionen aus Bund und Ländern am Freitag in Saarbrücken hatte ebenfalls Europa zum Thema. Bundestagsfraktionsvorsitzender Gregor Gysi sowie die Linksparteivorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst verlangten in einem Brief von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine »verbindliche Garantieerklärung« dafür, dass im Falle, dass Deutschland für seine Verpflichtungen im Eurorettungsschirm EFSF zahlen müsse, dies nicht zu Lasten der breiten Bevölkerung geschehe. Im Haftungsfall müssten die »Löhne, Renten und Sozialleistungen nicht gekürzt, Massensteuern nicht erhöht werden«. Zudem müsse das Geld der Sparerinnen und Sparer sicher sein. Die Konferenz der Fraktionsvorsitzenden forderte eine EU-weite Krisenabgabe für Millionäre, eine umfassende Finanztransaktionssteuer und eine Bankenabgabe unter Freistellung der Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Der Vorsitzende der Saarfraktion sagte nach dem Treffen: »Die Profiteure müssen zahlen.«
Es ist der sechste Tag des dritten ver.di-Bundeskongresses in Leipzig. Larry Cohen macht mit seiner Rede den Auftakt. Er ist Präsident der Gewerkschaft „Communications Workers of America" (CWA). Die 700.000 Mitglieder starke Vereinigung in der USA hat mit Unterstützung von ver.di unter Federführung von Lothar Schröder, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands und Leiter des Fachbereichs 9, Telekommunikation, Informationstechnologie und Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Telekom AG, eine Gewerkschaft für die Beschäftigten von T-Mobile USA gegründet: die „The union for T-Mobile workers" (TU) aufgebaut.
Cohen berichtet von Kampf der TU gegen Widerstände von T-Mobile USA. CWA ist in der USA zuständig für die Organisation der Arbeit der Gewerkschaft, ver.di kümmert sich um den Dialog mit der Konzernführung von T-Mobile in der USA. Das Unternehmen gibt sich nach Kräften Mühe, die gewerkschaftliche Arbeit zu verhindern. So hinderte das Management Gewerkschaftsmitglieder am Verteilen von Flyern und ließ diese von der Polizei vom Firmengelände eskortieren. Der Zutritt zu den T-Mobile-Standorten, um Beschäftigte über die Arbeit der TU zu informieren, wird den Aktiven verwehrt. Cohen berichtet, wie T-Mobile USA bewusst ein Klima der Angst unter den gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen schürt und hierbei selbst vor anwaltlicher Hilfe rechtlichen Schritten nicht zurückschreckt. Angst, den Job zu verlieren, wenn die Gewerkschaftszugehörigkeit bekannt wird, Angst, nicht befördert zu werden, die Unterminierung von Abstimmungen über die gewerkschaftliche Vertretung. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Gewerkschaftaktive und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer unter Druck zu setzen.
Die amerikanische Arbeitsrechtssprechung wirkt diesem Klima entgegen. Denn erst, wenn Beschäftigte die Unterstützung der Mehrheit in ihrem Betrieb organisiert haben, wird der Arbeitgeber die Gewerkschaft anerkennen und in Tarifverhandlungen treten. Jedoch: bis die Mehrheit zusammengekommen ist, hat der Arbeitgeber genügend Zeit, die unliebsamen Beschäftigten zu gängeln.
Die Deutsche Telekom akzeptiert die gewerkschaftliche Arbeit, aber mindestens gleichzeitig toleriert sie gleichzeitig den gewerkschaftsfeindlichen Kurs ihrer amerikanischen Tochter T-Mobile USA, die zu einem Drittel im Besitz der deutschen Bundesregierung ist. Die Telekom verstößt damit somit gegen international verbriefte Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte, obwohl sie sich eigentlich zu den ILO-Normen und OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen bekennt. Ver.di und CWA haben hierauf im Juni 2011 mit einer Beschwerde bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) reagiert.
Das jedoch hat das Unternehmen nicht dazu gebracht, seinen Kurs zu ändern. Stattdessen setzt der Konzern auf innerbetriebliche Informationsoffensiven gegen gewerkschaftliche Repräsentanz und fordert von der CWA, sich bei der Kritik gegenüber dem Unternehmen zu mäßigen.
Die TU fordert ihrerseits, sich ohne Repressalien den Beschäftigten des Unternehmens präsentieren zu können und fordert das Unternehmen zu einem neutralen Verhalten sowie zu einem respektvollen Dialog auf. Zu diesem Zweck wurde die Kampagne „We expect better" (Wir erwarten Besseres) ins Leben gerufen.
Applaus im Saal nachdem Cohen sein Grußwort beendet hat. Lothar Schröder appelliert in seiner anschließenden Rede, die Wichtigkeit der Internationalen Solidarität .
Den anschließenden Initiativantrag auf Gewerkschaftsrechte bei T-Mobile USA beschließen die anwesenden Delegierten im Saal einstimmig. Der Bundeskongress fordert mit dem Antrag die Deutsche Telekom auf, ihre gewerkschaftsfeindlichen Tätigkeit bei der T-Mobile USA zu beenden und appelliert an die Bundesregierung, in ihrer Rolle als größter Anteilseigner der Deutschen Telekom zur Erreichung dieses Zweckes einzusetzen.
»Schluss mit den vordemokratischen Zuständen in kirchlichen Wirtschaftsunternehmen!« So erklärte ver.di-Bundesvorsitzender Frank Bsirske, worum es im Kern bei der für nächste Woche angekündigten »Aktionswoche Diakonie« der Dienstleistungsgewerkschaft geht. Das Streikrecht in den kirchlichen Betrieben war am Mittwoch ein großer Schwerpunkt.
Für den Zeitraum vom 26. bis zum 29. September sind Proteste in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg geplant, Streiks soll es in ausgewählten diakonischen Einrichtungen in Niedersachsen sowie in Hamburg geben.
Das Problem: In den kirchlichen Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern gilt das Betriebsverfassungsgesetz nicht. Es gibt keine Betriebsräte, keine Tarifverträge und kein Streikrecht. Die Regelung stützt sich auf das grundgesetzlich geregelte Selbstbestimmungsrecht der Kirchen. Stattdessen gibt es Arbeitsrechtliche Kommissionen, die mit Vertreterinnen und Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern paritätisch besetzt sind. Dort werden »Allgemeine Geschäftsbedingungen« ausgehandelt, die rechtlich keine Tarifverträge sind.
Jahrzehnte ging das gut. Solange nämlich, wie die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst von den Kirchlichen übernommen wurden. Doch seit den 90er Jahren, seitdem ein scharfer Konkurrenzkampf in Pflege und Gesundheitswesen tobt, verschaffen sich die Arbeitgeber Wettbewerbsvorteile auf Kosten der Beschäftigten, so die Kritik von ver.di. Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen sind das Ergebnis.
Auch im evangelischen Krankenhaus in Oldenburg soll nächste Woche gestreikt werden, erzählt die dort als OP-Schwester tätige Maike Hecheltjen. In der Verhandlung um Arbeitsbedingungen und Bezahlung ging es in der Kommission nicht weiter. Das letzte Angebot der Arbeitgeber habe einerseits eine Arbeitszeitaufstockung beinhaltet. Andererseits: »Wir fordern Entgelterhöhungen für die oberen Lohngruppen«, sagt Hecheltjen. Besonders die Ärzte hätten in den letzten Jahren Verzicht geübt. »Aber das wird bei den unteren Lohngruppen, beispielsweise bei den Pflegehelfern, wieder weggenommen, und die verdienen so schon viel zu wenig.« Die Arbeitnehmerseite habe daraufhin die Gespräche abgebrochen und ruft für nächste Woche zum Warnstreik auf, um zum ersten Mal in Tarifgespräche zu gehen. »Die Arbeitsrechtliche Kommission kommt nicht mehr in Frage«, sagt Hecheltjen, »das ist vorbei.«
Das Landesarbeitsgericht Hamm hatte im Januar das Streikverbot bei kirchlichen Arbeitgebern in Frage gestellt. Ver.di und die Kirchen wollen den Rechtsstreit indes bis in die höchsten Instanzen tragen. Für nächste Woche ist denkbar dass die Arbeitgeber versuchen, den Streik per einstweiliger Anordnung gerichtlich verbieten zu lassen. Doch ver.di hat bei verschiedenen Arbeitsgerichten sogenannte Schutzschriften hinterlegt, mit denen Eilentscheidungen bzw. solche ohne mündliche Verhandlung erschwert werden. »Wir gehen also davon aus, dass wir den Streik durchziehen«, sagt ver.di-Sekretär Georg Güttner-Mayer. Der Kongress nahm unterdessen am Mittwoch einen Antrag vom Gewerkschaftsrat »Demokratie für Beschäftigte in kirchlichen Einrichtungen stärken« einstimmig an.
|
Ringo Bischoff, Bundesjugendsekretär, und Hülya Dogan, Stellvertretende Vorsitzende der ver.di-Jugend, gehören zu den Jugendvertretern beim ver-di-Bundeskongress 2011 in Leipzig.
Foto: Jörg Meyer
|
Der dritte Tag des ver.di-Bundeskongresses in Leipzig begann am Dienstag mit dem »Grundsatzreferat« des am Vortag wiedergewählten Vorsitzenden Frank Bsirske. In seiner eineinhalbstündigen Rede forderte er die Einführung von Eurobonds. Diese könnten »als gemeinsame Anleihen aller Euroländer die Spekulation gegen die Staaten stoppen. Sobald es gemeinsame Anleihen aller Eurostaaten gibt, macht es keinen Sinn mehr, auf die Pleite einzelner Staaten zu spekulieren.« Adressiert an Bundeswirtschaftsminister Rösler (FDP) sagte Bsirske, es sei wichtig, die Einführung von Eurobonds nicht weiter zu verzögern, »sonst könnte es so weit kommen, dass auch sie die Lage nicht mehr retten können«. Ein Zusammenbruch der Eurozone wäre für die exportorientierte deutsche Wirtschaft »ein GAU«.
Die Eurobonds sind Teil einer Idee von einer »anderen Architektur der Wirtschaftspolitik«, die Bsirske forderte. Die gemeinsame europäische Währung »habe einen gravierenden Konstruktionsfehler«. Es fehle eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik. »Obwohl 17 Länder dieselbe Währung haben, macht jedes Land was es will. Das wirkt auf Dauer als Sprengsatz«, sagte Bsirske. Zu dieser Architektur sollte die europäische Wirtschaftsregierung gehören. Diese solle beispielsweise bestimmen, ob die EU auf Konsolidierungs- oder Expansionskurs gehen solle. Eigene Einnahmen könne eine europäische Wirtschaftsregierung – unter Kontrolle des Europaparlaments – aus der Finanztransaktionssteuer gewinnen. Diese Maßnahmen seien für einen stabilen Euro »unabdingbar«, so Bsirske. Die Politik sollte mit einer Grundgesetzänderung für Deutschland die Voraussetzung für die weitere Einigung Europas zu schaffen.
Dazu gehöre auch eine bessere Abstimmung der europäischen Gewerkschaften bei der Lohn- und Steuerpolitik oder strenge Regeln für die Finanzmärkte. »Finanzmärkte ohne Regeln sind für jede Volkswirtschaft lebensbedrohlich.« Darum müssten auch Finanzinstitute, die »zu groß sind, um scheitern zu dürfen, in voneinander unabhängige Teile zerlegt werden«.
Der Kongresstag wurde von den 924 anwesenden Delegierten fortgesetzt mit Antragsberatungen zum Bereich Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik. Der alle vier Jahre stattfindende Bundeskongress dauert noch bis Samstag an. Über 1300 Anträge zur Politik von ver.di in den kommenden Jahren stehen zur Abstimmung. Sie betreffen neben der Finanzpolitik die Aufwertung der Dienstleistungsberufe, Tarifpolitik, prekäre Arbeitsverhältnisse, Arbeitsmarkt-, Europa- und Umweltpolitik sowie die Gesellschafts- und Gewerkschaftspolitik. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Kampf ums Streikrecht in kirchlichen Wirtschaftsunternehmen wie der Diakonie oder Caritas.
Am Rande des Kongresses fordert ver.di-Vorstandsmitglied Beate Mensch einen Überleitungstarifvertrag für die rund 22 000 Beschäftigten der Postbank, die Ende 2010 von der Deutschen Bank übernommen worden war. Hintergrund seien Pläne, Bereiche der Postbank in neue Gesellschaften zu übertragen, in denen die Beschäftigten zu deutlich schlechteren Bedingungen arbeiten müssten.
Mehr unter: www.neues-deutschland.de/verdibundeskongress
Künstler müssen wie alle anderen auch in unserer kapitalistischen Gesellschaftsordnung Miete zahlen und brauchen eine Altersvorsorge. Der allergrößte Teil von ihnen verfügt nicht über einen Mäzen im Hintergrund, der sie finanziert. Oder ihre Werke werden auf dem Kunstmarkt nicht als „gut" und damit als wertvolle Anlage betrachtet. Die Kunstarbeiter haben also allen Grund bei einem Gewerkschaftskongress vertreten zu sein, oder?
„Auch Kunst ist Arbeit", erklärt mir Janine Conde Lopez. Die Malerin gibt Unterricht, um sich ihre Berufung leisten zu können. Die meisten freischaffenden Künstler haben noch „irgendwelche Jobs", erzählt mir die 37-jährige. Dann werden sie aber als Hobby-Maler oder -Bildhauer abgetan. Wenn mensch jedoch den Anspruch hege, von der Kunst leben zu wollen, werde auch das nicht ernst genommen, klagt Janine. Wie auch sonst überall auf dem Kongress sind wir uns schnell per Du.
Sie sitzt an einem Tisch, gefüllt mit Drucken und Broschüren, neben ihr ihre Kollegin Eva Volkhardt. Beide haben Kunstwerke zu der Ausstellung der „K 14 – Künstler/innen-Gruppe Bielefeld" beigesteuert, die nun auf dem einwöchigen ver.di-Bundeskongress gezeigt wird. Eva „klopft Steine", wie sie süffisant bemerkt. Sie ist Bildhauerin – auf ihrem Namensschild wird sie als Grafik-Designerin geführt.
Während ihre Sandsteinfiguren zart anmuten, ist die Meinung der Künstlerin knallhart. Sie und ihre Kolleg_innen haben sich als Gewerkschaftsmitglieder zusammengetan, um auf die Probleme bei ihrer Arbeit aufmerksam zu machen. Es werde immer nur die Arbeit des Kunstwerks selbst gesehen, nicht aber das Drumherum. Etwa was dazu gehört, eine Ausstellung zu konzipieren. Auch Künstler_innen brauchen deshalb bessere Bedingungen für „Gute Arbeit". Wenn Kunst eine Sinn stiftende Rolle für die Gesellschaft haben soll, bedarf es auch der Unterstützung von dieser Gesellschaft, heißt es im Katalog zur Ausstellung. Das heißt, Kunst und Kultur gehören als Staatsziele ins Grundgesetz. Honorare sollen zur Pflicht, kommunale Galerien eingerichtet werden, Werbung und Information nicht privat organisiert bleiben. Und: „jedem Kind seine Staffelei".
Ob die gezeigten Werke diese Forderungen vermitteln können, bleibt mir aber fraglich. Inmitten der Aufsteller ist eine rotes „Liegepodium" aufgebaut, das zum Verweilen - gern auch in der Horizontalen - genutzt wird. Schließlich befindet sich die Ausstellung im Foyer genau zwischen dem Eingang und den Treppen hinauf zum großen Veranstaltungssaal und den Informationsständen. Welche Ziele die Künstler_innen verfolgen, erfährt mensch erst im Gespräch oder bei der Lektüre des Katalogs.
Wenn sich die Delegierten und Gäste allerdings so rege austauschen, wie sie es im Rest der Messe tun, kann die Kunst über den Charakter des gern gesehenen Beiwerks hinauskommen und mit dem Schwerpunktthema prekäre Beschäftigung verknüpft werden. Janine und Eva wollen als gewerkschaftlich organisierte KünstlerInnen-Gruppe K 14 jedenfalls Vorbild für Kolleg_innen in anderen Bundesländern sein.
Frank Bsirske bleibt Bundesvorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Der 59-Jährige wurde am Montagnachmittag auf dem ver.di-Bundeskongress in Leipzig zum dritten Mal wiedergewählt und wird ver.di für weitere vier Jahre führen. 94,7 Prozent der Delegierten stimmten für Bsirske – 838 Ja- und 47 Nein-Stimmen. Beim letzten Bundeskongress hatten 94,3 Prozent mit Ja gestimmt.
Bsirske, der 1952 im niedersächsischen Helmstedt geboren wurde, ist der Sohn einer Krankenschwester und eines VW-Arbeiters. Seit 1987 ist der Politologe Mitglied der Grünen und arbeitete bis 1989 für die Ratsfraktion in Hannover. 1989 wechselte er als Sekretär zur Gewerkschaft ÖTV, einer der fünf ver.di-Gründungsgewerkschaften, deren Vorsitzender er im Jahr 2000 wurde. Bsirske war ein entschiedener Gegner der von der rot-grünen Bundesregierung angestoßenen »Agenda 2010«, was ihm dem Ruf als Hardliner einbrachte. Doch auch die Sozialpolitik von Schwarz-Gelb erregt Bsirskes Unwillen: Auf einer Gewerkschaftskundgebung im November 2010 in Dortmund bezeichnete er die Rente mit 67 als »soziale Zeitbombe«, nannte Deutschland eine Steueroase für Vermögende – und zeigte Merkel vor 14 000 Gewerkschaftern beide Mittelfinger.
Dem neuen Bundesvorstand gehören 14 Personen an – die Leiterinnen und Leitern der Bundesfachbereiche sowie zwei weitere Personen, die für Bildungs- bzw. Sozialpolitik zuständig sind. Statt bislang vier gibt es nur noch zwei Stellvertreter. Um die Größe des Vorstandes hatte es vor der Wahl Diskussionen gegeben. Ein Delegierter sagte, teilweise seien Landesbezirke zusammengelegt worden und Strukturen verkleinert. Dass der Bundesvorstand die gleiche Größe behalten solle, »ist der Basis nur schwer zu vermitteln«. Er beantragte, auf die zwei zusätzlichen Posten zu verzichten. Die große Mehrheit der Delegierten sah das anders und folgte dem Vorschlag des Gewerkschaftsrates.
Die seit 2001 amtierenden stellvertretenden Vorsitzenden Margret Mönig-Raane und Gerd Herzberg scheiden altersbedingt aus dem Vorstand aus. Ver.di-Vize Frank Werneke, der den Bundesfachbereich 8, Medien, Kunst und Industrie leitet, wurde mit 85,3 Prozent im Amt bestätigt. Er übernimmt Herzbergs Bereich, die Finanzen und arbeitet weiter in seinen bisherigen Bereichen Jugend und Mitgliederentwicklung. Mit 88,1 Prozent ebenfalls als stellvertretende Vorsitzende bestätigt wurde Andrea Kocsis, die den Fachbereich 10, Postdienste, Speditionen und Logistik leitet.
Auch Monika Brandl wurde im Amt bestätigt. Sie ist seit 2007 Vorsitzende des Gewerkschaftsrates, dem höchsten ehrenamtlichen Gremium zwischen den Bundeskongressen. Die Wahlen der restlichen Vorstandsmitglieder dauerten bei Redaktionsschluss dieser Seite noch an.
Man konnte es am Montag spät nachmittags in der Halle der Leipziger Messe merken: Die Delegierten wollten keine Reden mehr hören, sondern den neuen Bundesvorstand der Dienstleistungsgewerkschaft wählen. 14 Vorstandsmitglieder waren zu wählen - mit einem elektronischen Verfahren. Alle Delegierten haben während des Kongresses Abstimmgeräte
an ihren Plätzen liegen, drücken den Ja- oder Nein.-Knopf. Nach einer knappen Minute schon verkündet das Präsidium das Ergebnis.
Während einer langen Vorrede des Präsidiumsvorsitzenden, der noch einmal das technische Verfahren erklärte, kam ungeduldige Unruhe im Saal auf. Doch es sollte noch länger dauern. Die zu wählenden Vorstandskandidaten stellten sich jeweils einzeln vor ihrer Wahl noch einmal vor. Der alte
und neue ver.di-Bundesvorsitzende, Frank Bsirske, trat ans Mikro und sagte: "Ich betrachte mich als vorgestellt." Ergebnis: Applaus. Als er dann aber hinzufügte: "Ein paar Worte will ich aber doch noch sagen", riefen die Delegierten im Saal unter rythmischem Klatschen: "Ampel, Ampel!"
Auf den beiden Großbildleinwänden, die links und rechts des Präsidiums bzw. Rednerpults aufgestellt sind, erschien daraufhin eine kleine, auf der Seite liegende Ampel, die die verbleibende Redezeit anzeigt. Springt sie von grün auf gelb, muss der Redner oder die Renderin sich ans Ende
machen, bei rot ist Schluss. Bsirske beendete seine Bemerkungen jedoch noch bei grün. Aber wohl nicht bloß deshalb wurde er mit mehr Stimmen als 2007 wiedergewählt. Zu den ersten Gratulanten gehörte DGB-Vorsitzender Michael Sommer, der als alter Postgewerkschafter auch
ver.di-Mitglied ist.
Gegen 17.20 Uhr ein Aufstöhnen im Pressearbeitsraum: Ein Delegierter hatte einen Geschäftsordnungsantrag gestellt, dass die korrekte Funktion der technischen Abstimmgeräte überprüft werden möge. Bei den Wahlgängen zum Bundesvorsitzenden wurden nur jeweils um 880 Stimmen abgegeben, es sei aber morgens verkündet worden, dass über 900 Delegierte anwesend
seien. Es ist kurz vor Redaktionsschluss, ich will noch so viele Ergebnisse wie möglich auf die Zeitungseite bekommen bevor sie in die Druckerei geschickt wird. Ein Kollege ruft: "Schaut doch in den Raucherecken nach, wo die alle sind:" Gelächter und danach wieder hektisch konzentrierte Ruhe. Tastaturen klicken und klacken. Die Wahl geht voran, zehn Vorstandsmitglieder sind noch zu wählen, des Presseraum leert sich langsam. In knapp zwei Stunden ist der nächste Termin, ein
Presseempfang mit dem neuen ver.di-Bundesvorstand. jme
Nun ist sie zehn Jahre alt, die Dienstleistungsgewerkschaft, und begeht ihren dritten Bundeskongress. Die Geschäftsberichte klingen äußerst positiv – wie solche Berichte eben klingen. Doch ver.di kann sich tatsächlich mit dem einen oder anderen Lorbeerblatt schmücken. Allein die Tatsache, dass der allgemeine gesetzliche Mindestlohn in allen Parteien Thema ist und sich eine große Mehrheit der Bevölkerung dafür ausspricht, kann die Gewerkschaft als Erfolg verbuchen: Über Jahre hat sie die Stimmung langsam gedreht. Für die nächsten Jahre soll die Aufwertung der Dienstleistungspolitik – gesellschaftlich wie materiell – als ein zentrales Thema auf der Agenda stehen. Ein überfälliger Ansatz, die Zeiten der Industriegesellschaft sind vorbei, zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten in Dienstleistungsberufen, meist mit weniger Lohn und Anerkennung als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Industrie. Dass ver.di auch kämpfen kann, beweisen nicht nur die jüngsten Auseinandersetzungen in Tageszeitungsredaktionen und Druckereien. Probleme gibt es trotzdem genug. Der Mitgliederschwund ist, wenngleich verlangsamt, noch immer nicht gestoppt. Die Gewerkschaften insgesamt und damit auch ver.di kommen aus einer Phase der Schwäche nur langsam zurück. Das zeigt sich auch daran, dass die Erfolge der letzten Jahre trotzdem fast nur solche in Abwehrkämpfen waren – sei es die erfolgreiche Abwehr von Lohnkürzungen oder Arbeitszeitverlängerungen oder der Überwachung auf dem Betriebsklo. Mögen also die nächsten zehn Jahre ver.di die Kraft geben, dass sie mehr eigene Akzente setzen kann – beispielsweise mit der Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.
Zu ihrem zehnten Geburtstag erntete ver.di viel Lob vom Staatsoberhaupt, und dieses dafür deutlich mehr als höflichen Applaus von den mehr als 1000 Delegierten des Bundeskongresses. Ohne Gewerkschaften wäre das Land »ärmer«, betonte Christian Wulff am Samstag zur Eröffnung in Leipzig. Gewerkschaften »geben moralische und solidarische Impulse, die uns daran erinnern, worum es in unserer Sozialen Marktwirtschaft zuallererst gehen muss: um den Menschen und sein Wohlergehen, um ein freies, solidarisches und gerechtes Zusammenleben aller«, sagte Wulff.
Keinen Beifall, sondern Pfiffe erntete er für die Aufforderung, man möge noch einmal über die Schuldenbremse nachdenken, die in den Gewerkschaften auf breite Ablehnung stößt. Man könne nicht auf Kosten der kommenden Generationen auf Pump, über seine Verhältnisse leben, wie es auch Deutschland in den letzten Jahren getan hab, so Wulff.
Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske konterte: »Wir müssen in dieser Gesellschaft nicht so tun, als hätten wir über unsere Verhältnisse gelebt, solange diese Bundesrepublik bei der Besteuerung großer Erbschaften und Vermögen eine Steueroase ist.«
DGB-Vorsitzender Michael Sommer warnte die schwarz-gelbe Bundesregierung, die Einführung des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes weiter auszusitzen. »Wenn es nottut, werden wir das auch zum Thema des Bundestagswahlkampfes machen.« Die Gewerkschaften würden nicht eher ruhen, als bis der Mindestlohn und auch der Passus »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort« im Bundesgesetzblatt stehen, so Sommer bei der Eröffnungsveranstaltung.
Der offiziell erste Kongresstag am Sonntag stand im Zeichen der Geschäftsberichte von 2007 bis 2011. Die Vorsitzende des Gewerkschaftsrates, dem höchsten ehrenamtlichen Gremium zwischen den Bundeskongressen, Monika Brandl, sagte, kein anderes Thema habe den Gewerkschaftsrat so sehr beschäftigt wie die Finanz- und Wirtschaftskrise. Die aktuelle Eurokrise sei deren Folge, und man müsse miterleben, »wie ein Land nach dem anderen an den Rand der Zahlungsunfähigkeit getrieben wird«. Darum habe der Gewerkschaftsrat Ende 2010 eine »Resolution zur Finanz- und Wirtschaftskrise« und ein »Europamanifest« verabschiedet, in denen Forderungen für ein sozial gerechtes Europa aufgestellt werden. Der europaweite Aktionstag im Mai 2009 habe die Botschaft »Profiteure zur Kasse« verdeutlicht. In seinem Bericht erinnerte Frank Bsirske an die tarifpolitischen Erfolge der letzten vier Jahre, beispielsweise den Kampf gegen die Schlecker XL-Märkte oder die Verhinderung der Einführung von »ELENA«, der weitreichenden elektronischen Speicherung von Arbeitnehmerdaten.
Kritisch ging Bsirske mit der Mitgliederwerbung in den Betrieben ins Gericht. Laut einer aktuellen Umfrage zählten für fünf bzw. zehn Prozent der Betriebs- und Personalräte die aktive Mitgliederwerbung zu ihren wichtigsten Aufgaben. Bei den Vertrauensleuten seien es 15 Prozent. Darüber könne man nicht zur Tagesordnung übergehen, so Bsirske.
Der für Finanzen zuständige ver.di-Vize Gerd Herzberg sagte, die Finanzkraft von ver.di sei »gestärkt«. Bei der Mitgliederentwicklung scheint der Trend nach unten gestoppt – zumindest stark verlangsamt. 47 713 Eintritten im ersten Halbjahr 2010 stehen 54 287 Eintritte im ersten Halbjahr 2011 gegenüber. Insgesamt sank die Mitgliederzahl allerdings weiter, von 2 094 455 im Jahr 2010 auf 2 082 362 im Juni 2011.
Herzberg tritt zur am Montag stattfindenden Neuwahl des Bundesvorstandes nicht wieder an. Seinen Geschäftsbereich soll Frank Werneke, Bundesfachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie, übernehmen. Frank Bsirske kandidiert wieder als Bundesvorsitzender. Seine Wiederwahl gilt als sicher.
Heute beginnt der dritte Ordentliche Bundeskongress der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Bei dem eine Woche dauernden Kongress in der Leipziger Messe, der unter dem Motto »Vereint für Gerechtigkeit« steht, wollen die rund 1000 Delegierten über mehr als 1300 Anträge beraten. Zudem sollen der Gewerkschaftsrat – das höchste ehrenamtliche Gremium zwischen den alle vier Jahre stattfindenden Kongressen – und der Vorstand neu gewählt werden.
Die ganz großen Kracher sind eher nicht zu erwarten. Ver.di setzt auf Kontinuität und will seit dem letzten Kongress im Jahr 2007 beschrittene Wege weitergehen. Der Kongress in Leipzig wird von vier zentralen Themen geprägt sein. Zum einen steht die Dienstleistungspolitik im Zentrum vieler Debatten. Die Dienstleistungsberufe machen inzwischen gut 70 Prozent der Beschäftigten aus. Doch gerade hier liegt vieles im Argen. Leiharbeit und miese Löhne sind beispielsweise im Pflege- und Gesundheitswesen verbreitet. Aus diesem Grund fordert ver.di eine Aufwertung besonders der sozialen Berufe. Damit verbunden ist die Frage nach Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern. Besonders Frauen in sozialen Berufen sind betroffen von Teilzeit, Niedriglohn und Minijobs.
Ein zweites Thema sind die Arbeitsbedingungen der rund 1,3 Millionen Beschäftigten in kirchlichen Einrichtungen. Beschäftigten beispielsweise der Diakonie ist das Streiken verboten. Neben einer Klage, die beide Seiten bis zu den höchsten europäischen Gerichten durchfechten wollen, rüsten sich die Beschäftigten für weitere Arbeitskämpfe. Ver.di fordert das Streikrecht und Tarifverträge wie in anderen Wirtschaftsunternehmen auch. Die prekäre Beschäftigung ist ein drittes Thema. Leiharbeit, Lohnarmut, sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen, sind Stichworte, die oft schon gefallen sind. Den Kampf gegen die unsicheren Arbeitsverhältnisse will ver.di fortführen und verschärfen. Das dürfte mit ein Grund sein, warum der Kongress mit hoher Wahrscheinlichkeit auch beschließen wird, die Streikkasse zu vergrößern. In den letzten fünf Jahren hat ver.di nach eigenen Angaben über 200 Millionen Euro für Arbeitskämpfe ausgegeben.
Letztens geht es um die Euro- und Finanzkrise. Die Gewerkschaft kritisiert, dass es keine koordinierte und verbindliche Finanzpolitik in der EU gibt und fordert die europäische Wirtschaftsregierung, die über eigene Entscheidungsbefugnisse verfügt.
Der seit Gründung von ver.di amtierende 59-jährige Bundesvorsitzende Frank Bsirske wird wieder kandidieren und aller Voraussicht nach auch wieder gewählt. Auch im Vorstand wird es einige Veränderungen geben. Der stellvertretende Vorsitzende Gerd Herzberg wird beispielsweise das Finanzressort an seinen Kollegen Frank Wernecke abgeben. Margret Mönig-Raane wird altersbedingt den Vorstand verlassen.
Der Kongress wird heute Abend mit einem Grußwort von Bundespräsident Christian Wulff eröffnet. Morgen folgt der Geschäftsbericht der letzten vier Jahre, und für Dienstag wird das Grundsatzreferat von Frank Bsirske erwartet.
Ver.di wurde 2001 aus den bisherigen Gewerkschaften Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), der Deutsche Postgewerkschaft (DPG), der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), der IG Medien - Druck und Papier sowie der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) gegründet worden und hat heute noch 2,1 Millionen Mitglieder – gegenüber 2,9 Millionen bei der Gründung. Der Rückgang ist nach Gewerkschaftangaben jedoch zumindest bei den Erwerbstätigen gestoppt. Nach wie vor verliert ver.di ruhestandsbedingt jedoch viele Mitglieder.
ND berichtet vom Bundeskongress sowohl im Internet als auch in der gedruckten Ausgabe unterneues-deutschland.de/verdibundeskongress oder neues-deutschland.de/gewerkschaften; Ver.di überträgt die Debatten live im Internetfernsehen unter verdi.de
Von dem Supergipfel, der ursprünglich als gemeinsames NATO- und G8-Treffen in Chicago geplant war, nahm die US-Regierung schnell wieder Abstand.
Die Proteste wären wohl aus dem Ruder gelaufen. An diesem Wochenende tagen die Vertreter der G8-Länder in einer militärisch abgeschirmten Sperrzone in Camp David in der Nähe der US-Hauptstadt. Die NATO-Strategen halten dagegen Chicago in Atem. Von dort berichtet Max Böhnel über die internationale Gegenkonferenz namens „NATO Free Future“, zu der auch Vertreter der deutschen Friedensbewegung anreisen. Am Sonntag soll als Höhepunkt gegen den Willen von Stadtverwaltung und Polizei eine Grossdemonstration gegen das Militärbündnis stattfinden.
Blog von Marcus Meier: Welche Chancen erwachsen aus technischen Innovationen - für eine soziale und umweltfreundliche Gesellschaft, für mehr Demokratie, für ein rationaleres Wirtschaftssystem? Wo verhindern kapitalistische Mechanismen den technischen Fortschritt oder den fortschrittlichen Technikgebrauch? Wie, wo und warum generiert der Kapitalismus schlicht Fortschrott? Das sind die Fragen, die das neue nd-Weblog "Linke und Technik..! Fortschritt, Fortschrott und die Folgen " beantworten will. Autor Marcus Meier ist übrigens beides: Technikfreund und Technikskeptiker.
Hausblog: Aus dem nd über das nd: In unserem Hausblog halten wir Sie über alles berichtenswerte aus Redaktion und Verlag auf dem Laufenden.

Marcus Meier ist Journalist und arbeitet zu den Themen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Für das nd schreibt er seit Oktober 2009 regelmäßig – und meist zu NRW-Themen. Meier betreibt Das SPRUSKO-Prinzip, ein Weblog »zur Kritik des Ramsch-Kapitalismus«. Er lebt und arbeitet in Bochum. Seine Webseite: www.marcusmeier.de.

Max Böhnel lebt seit dreizehn Jahren in der Nähe von New York und berichtet als freier Journalist für deutschsprachige Radiosender, Print- und Internetmedien, unter anderem auch für nd.
Werbung:
Werbung: