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Ursula (DVD)

Nach der gleichnamigen Novelle von Gottfried Keller

"Ursula" erzählt die dramatische Liebesgeschichte eines einfachen Bauernmädchens und des Soldaten Hansli, der in den Wirren des Reformationskrieges im Schweizer Oberland im 16. Jahrhundert auf Seiten Ulrich Zwinglis für die Reformation kämpft.

Die bei der Erstausstrahlung 1978 als drastisch empfundene Darstellung von Sexualität und Gewalt vor dem Hintergrund von Krieg, Tod und religiösem Wahn führte zu heftigen Diskussionen in der DDR und der Schweiz.
Ursula war ein Film, der im doppelten Sinne Grenzen überschritt: Er war die erste Koproduktion des Fernsehens der DDR und des Schweizer Fernsehens, wurde nach einmaliger Ausstrahlung im DDR-Fernsehen verboten, und führte auch in der Schweiz zu einem Skandal, der mit dem Rücktritt des kirchlichen Fernsehbeauftragten endete.

Produktionsland/-jahr: DDR-TV-Archiv 1978
Regie: Egon Günther
Darsteller: Suzanne Stoll, Jörg Reichlin, Matthias Habich, Wolf Kaiser, Jutta Hoffmann, Klaus Piontek, Franz Viehmann, Wolfgang Schulze u.a.
Bonusmaterial: Interview mit Regisseur Egon Günther, Mediabook mit 7-seitigem Booklet

FSK: ab 12 Jahren
Tonformat: Dolby Digital 2.0 Mono
Bildformat: 4:3
Sprachen: deutsch
Laufzeit: ca. 111 Min.
Anzahl der Disc: 1


Fred Gehler über „Ursula“ in „Das Kino des Egon Günther“
(Egon Günther, neues leben, 9783355018135)


„Ein fulminantes barock-sinnliches Filmgemälde. Die 20er Jahre des 16. Jahrhunderts: Entscheidende Jahre der Reformation in der Schweiz, die Wiedertäuferbewegung, Zwingli. Darin eingebettet die Liebesgeschichte von Ursula und Hansli Gyr. Und wieder die Geschichte einer weiblichen Emanzipation. Das vorgestellte Motto: „Wenn die Religionen sich wenden, so ist es, als wenn die Berge sich auftun.“ Ein Film zwischen Bacchanal und Apokalypse. Ein Volk, das sich „erkennt“, den Ablass und die Messen beseitigt, es sucht Freiheit, auch die Freiheit von geistlicher und weltlicher Obrigkeit. Losungen wie „Weg mit Priesterzwang“, „Freiheit vom Gebetsmurmeln“ lodern auf. „Alles wird Allgemeinnutz.“

Die Szenen vorm Bildersturm und der Abkehr von der Religion assoziieren große filmische Vorbilder, etwa Eisensteins „Die Beshin-Wiese“ oder Dsiga Wertows „Donbass-Sinfonie“, machen die Revolte gegen Götzenbilder zum großen Happening. Doch im Laufe des Films weicht die Ekstase, der große Taumel, der Skepsis und Ernüchterung. Abrupt wird die Kehrseite der Utopien sichtbar, der Katzenjammer nach dem Tanz des Visionären. Die Heilslehre gebiert auch falsche Propheten.

„Ursula“ ist nicht nur ein weitgehend unbekanntes, sondern auch leider verkanntes Hauptwerk (Egon) Günthers – von bleibender Kraft und Aktualität.
Am 19.11.1978 lief „Ursula“ im Fernsehen der DDR. Es gab nur wenige erlaubte Reaktionen, so Attacken gegen die sexuelle „Freizügigkeit“, gegen angebliche Obszönität und Blasphemie. In Wirklichkeit verstörte anderes: der Geist der Auflehnung und Aufklärung, das konsquente Abschütteln von Konventionen und Schablonen.

„Ursula“ wird letztlich auch zum entscheidenden Auslöser des nun signifikanten Bruchs (Egon Günthers) mit der DDR-Film-und Medienpolitik, führt zum Bruch mit dem Land. E.G. sieht die Möglichkeit schwinden, „Form zu zertrümmern“, nicht um der Zertrümmerung willen, sondern um etwas herauszufinden, etwas entdecken zu wollen über das Leben und seinen Sinn … die Hoffnung, veränderbar zu sein.“

14.99 €

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