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Goya - oder Der arge Weg der Erkenntnis (DVD)

"Was mich bewog, den Roman ‘Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis’ zu schreiben, war nicht der Wunsch, den zahlreichen Biographien Goyas eine neue zuzufügen, und schon gar nicht die Absicht, die tausend Mal übel romantisierte Liebes-Episode zwischen ihm und der Herzogin Alba ein tausendunderstes Mal darzustellen. Was mich bei der Betrachtung des Lebens und des Werkes des großen Spaniers nicht losließ, war ein anderes: es war die langsame, mühevolle Wandlung, welche sein Wesen und sein Werk deutlich macht. Der Ton des Titels meines Buches liegt also auf ‘der arge Weg der Erkenntnis’”. Lion Feuchtwanger

Der Hofmaler des spanischen Königs Karl IV., Francisco José Goya (1746 - 1828), führt am Beginn des Films ein sattes Leben. Die spanischen Granden lassen sich gern porträtieren. So malt Goya mit seim Gehilfen aristrokratische Rund- und Spitzköpfe, prunkvolle Gewänder und Uniformen auf matt-glänzenden strammen Pferderücken. Und doch gehen die Porträts und Gruppenbilder zumeist schon über eine naturalistische Wiedergabe hinaus.
Goya widersetzt sich auch hartnäckig der vorherrschenden klassizistischen Welle, malt die spanischen Potentaten im Stile von Sittenbildern und mit einer gelösten Malweise, der alles Akademische fern ist.
Allmählich findet Goya zu einer klaren Sicht der Wirklichkeit. Das Leben des spanischen Volkes und sein persönliches Erleben werden zur Quelle seiner künstlerischen Inspiration. Diese Entscheidung ist ein schwerer, unbequemer Weg. Sie erfordert nicht nur persönlichen Mut, sondern auch Überwindung des eigenen Trägheitsgefühls, der Position des unpolitischen Menschen. Sie löst Konflikte mit der Inquisition aus, jener mörderischen Gerichtsorganisation der katholischen Kirche, deren geistigem und physischem Zwang allein in Spanien bis zum Jahre 1808 über 300 000 Menschen zum Opfer gefallen sind.
Da ist die verzehrende Liebe zu der Herzogin Alba, die den taub gewordenen Goya an den Rand des Wahnsinns treibt, die aber doch seine Liebe zum spanischen Volk und seine Leidenschaft für das Erkennen der Wahrheit des Lebens nicht ersticken kann.
So stehen im Werk Goyas und im Menschen die Verbeugung vor der Obrigkeit und die aufrührerischen Bilder nebeneinander, kämpft das Wetterleuchten der französischen Revolution mit der klerikal-feudalen Reaktion in Spanien, ringt, ja quält sich ein Künstler um seinen Platz im Leben.

Roman und Film erzählen von der Verantwortung des einzelnen Menschen vor der Gesellschaft. Aber es ist mehr als das große künstlerische Thema, das hier beeindruckt. Kraftvolles Leben und Erleben eröffnet sich. Menschenschicksale, Leidenschaften des Geistes und des Leibes fesseln den Zuschauer.

Dieser Film hat nicht nur im Schaffen des Regisseurs Konrad Wolf einen besonderen Platz, sondern auch in der Filmproduktion sozialistischer Länder. Schauspieler aus der DDR, der UdSSR, Bulgarien, Polen, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien und die internationale Filmcrew prägen diese Verfilmung.
In der Titelrolle der sowjetische Schauspieler Donatas Banionis. Er gestaltet einen suchenden, zweifelnden, verängstigten, irrenden, liebenden und hassenden, Einsicht gewinnenden, reifen, unbestechlichen, die Wahrheit verteidigenden, an der Seite des spanischen Volkes kämpfenden Goya. Eine Traumrolle! Er hat das schäumende, künstlerische Temperament - Fred Düren als Goyas Gehilfe Esteve ist der klarere, behutsam drängende Geist, distanziert, voll gezügelter Leidenschaft. Die Herzogin Alba, verkörpert durch die jugoslawische Schauspielerin Olivera Katerina, Tatjana Lolowa (Bulgarien) und Rolf Hoppe als das spanische Königspaar: Darstellung von faszinierender Sicherheit an der Grenze zum Satirischen. Eine Freude ist es auch, Ernst Busch - als den liberalen Politiker Jovellanos - auf der Leinwand zu sehen.
Dann ist da noch Carmela, eine spanische Künstlerin, zu dieser Zeit Emigrantin aus der Franco-Diktatur, in der Rolle der Volkssängerin Maria Rosario. In ihren Liedern lebt das spanische Volk mit seiner Sehnsucht nach Freiheit. Es ist eine der eindruckvollsten und erschüttterndsten Szenen des Films, wie diese schmale, zierliche Frau der Inquisition ihr "Nichtschuldig” entgegen schleudert.

"Goya” ist ein bekenntnishafter Film, so wie es der Roman Feuchtwangers auch war. Das verleiht ihm künstlerische Größe, Tiefe der Charaktere, individuelle Farben und seine Zeitbezogenheit. Es ist ein Film vom schweren Weg des Menschen zum Glück.


Regie: Konrad Wolf
Produktionsland/-jahr: DDR, UdSSR 1971
Drehbuch: Angel Wagenstein, Konrad Wolf
Produktion: DEFA-Studio für Spielfilme, Lenfilm
Mit: Donatas Banionis (Goya), Olivera Katarina (Herzogin von Alba), Fred Düren (Agustin Esteve), Tatjana Lolowa (Königin Maria Luise), Rolf Hoppe (König Karl der IV.), Mieczyslow Voit (Großinquisitor), Ernst Busch (Jovellanos) u.v.a.

Gedreht auf 70 mm; 3000 Kostüme, Drehorte in Jugoslawien, Bulgarien, auf der Krim, im Kaukasus
80 Gemälde Goyas, die in Originalgröße von Kunstmalern des DEFA-Studios, insbesondere von Alfred Born, kopiert wurden.

Sprache: Deutsch
Farbe
Lieferbar ab: 03.05.2012
  • Laufzeit: ca. 159 Minuten

9.99 €

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