Berlins Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz dümpelte. Nach der Wende stand die Alternative: tot oder berühmt. Castorf hat's entschieden
Sie ist ein traditionsreiches Haus, die Volksbühne. Hier inszenierten Erwin Piscator, hier hatte der große Benno Besson sein Domizil – letzte künstlerische Station seiner Berlin-Lebensreise, die vom Berliner Ensemble übers Deutsche Theater an den Rosa-Luxemburg-Platz geführt hatte. Mit dem Ende der DDR schien das Haus gefährdet. Mehrere Übergangslösungen zwischen Bewahrung und Begräbnis. Bis ein Gutachten einen DDR-Querulanten als neuen Intendanten vorschlug: Frank Castorf. In den Kesseln des Tankers, der fast ein Totenschiff geworden wäre, loderte wieder Feuer ...