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Venezuela wirft Deutschland Einmischung vor

Protestnote an deutschen Botschafter in Caracas übergeben / Maduro besucht Grab von Fidel Castro auf Kuba

Rio de Janeiro. Nach Kritik aus Deutschland hat Venezuela der Berliner Regierung eine unzulässigen Einmischung in innere Angelegenheiten vorgeworfen. Außenminister Jorge Arreaza übergab dem deutschen Botschafter Stefan Andreas Herzberg am Mittwoch (Ortszeit) eine entsprechende Protestnote. Arreaza warf Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, internationale Gepflogenheiten und die Souveränität seines Landes verletzt zu haben, wie die Zeitung »El Universal« berichtete.

Arreaza bezog sich auf Äußerungen des deutschen Regierungssprechers Steffen Seibert, der von einer »de facto Entmachtung des demokratisch gewählten Parlaments« in dem südamerikanischen Land gesprochen und eine »friedliche Lösung der Krise auf diplomatischem Wege« gefordert hatte. Der Außenminister betonte, dass der demokratische Rechtsstaat in Venezuela funktioniere. »Weder Deutschland noch ein anderes Land der Welt haben das Recht, sich in die inneren Angelegenheiten Venezuelas einzumischen.«

Die Vereidigung einer Verfassungsversammlung Anfang August war der jüngste Akt im Machtkampf zwischen der sozialistischen Regierung und der rechten Opposition. Das Gremium, in dem Regierungsanhänger eine Mehrheit haben, steht über den anderen Staatsgewalten und damit auch über dem von der Opposition dominierten Parlament.

Seit April starben bei Protesten im Land mit den größten Ölreserven der Welt, das zur Zeit eine Wirtschaftskrise durchmacht, 123 Menschen. Präsident Nicolás Maduro hat wiederholt die Opposition für die Toten verantwortlich gemacht.

Unterdessen hat Maduro das Grab des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro besucht. Gemeinsam mit Präsident Raúl Castro legte er Blumen an dem Monument auf dem Friedhof Santa Ifigenia in Santiago de Cuba nieder, wie die kubanische Parteizeitung »Granma« berichtete. Maduros überraschender Besuch in Kuba fand zwei Tage nach dem Geburtstag des im vergangenen Jahr gestorbenen Revolutionsführers statt. Castro wäre am Sonntag 91 Jahre alt geworden. Venezuela und Kuba sind Verbündete. Die sozialistische Karibikinsel bezieht Öl zum Vorzugspreis und schickt im Gegenzug zahlreiche Ärzte nach Venezuela. Agenturen/nd