/ Politik

Lutz Bachmann aus England abgeschoben

Pegida-Anführer wollte rechtsextreme Rede in London halten

Britische Behörden sind am Wochenende gegen die Einreise des Wortführers der islamfeindlichen Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, vorgegangen. Das bestätigte das Innenministerium in London am Montag der dpa. Demnach wurde Bachmann bereits am Samstag am Flughafen Stansted abgewiesen und am Sonntag zurück nach Deutschland gebracht. Seine Anwesenheit in Großbritannien sei »dem Allgemeinwohl nicht förderlich«, hieß es in einer Mitteilung.

Der Abschiebebescheid von Lutz Bachmann

Bachmann veröffentlichte auf Facebook ein Video, in welchem er die Abschiebeeinrichtungen des Flughafen Stansted filmte. Darin zeigte er auch seinen Abschiebebescheid. Die britischen Grenzbehörden informieren Bachmann darin, dass in seinem Gepäck Hinweise zu finden waren, die nahelegten, dass er im Hyde Park in London eine Rede von Martin Sellner halten wolle. Sellner ist führender Kopf der »Identitären Bewegung« in Österreich. In dem Bescheid wird Sellner einer »Gruppe von Menschen, die zu rassistischem Hass aufrufen und gegen den Zusammenhalt von Gemeinden arbeiten« zugeordnet. Bachmann habe in einem Interview bestätigt, dass er Sellner seit Jahren kenne. Seine geplanten Aktivitäten seien eine »ernsthafte Bedrohung für die Interessen der Gesellschaft des Vereinigten Königreichs«, heißt es abschließend.

Der völkische Nationalist Sellner war bereits am 9. März an seiner Einreise nach Großbritannien gehindert worden. Er wurde zwei Tage am Flughafen London-Luton festgehalten. Danach konnte er seinen planmäßigen Rückflug nach Österreich antreten, wie die österreichische Zeitung »Kurier« berichtete. Die Identitären werden in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet, hierzulande waren mehrere Führungsfiguren der Bewegung zuvor in der NPD-Jugend aktiv.

Auf Facebook kündigte Bachmann an, am Montag an einer Pegida-Kundgebung in München teilzunehmen. Außerdem teilte er mit, dass der britische Rechtsextremist Tommy Robinson am Sonntag Sellners Rede »vor Tausenden Zuhörern« am berühmten Speakers’ Corner im Hyde Park gehalten habe. Dass unter den »Zuhörern« allerdings zahlreiche linke und muslimische AktivistInnen waren, die eine Demonstration gegen Robinsons Auftritt organisiert hatten, verschwieg Bachmann. mit dpa