/ nd-Commune

»Kalosórisma!« und »Dobrodošli!«

Gerade erst werden die Koffer ausgepackt, doch die (nd-Leser-)Reise 2018 geht weiter

Am Montag dieser Woche sind wir gerade aus Bulgarien zurückgekommen. Acht Tage lang sehen und hören, schmecken, riechen und fühlen eines fernen und uns doch so nahen Landes. So nah vor allem denjenigen Freundinnen und Freunden in der nd-Leserreisegruppe, die in der DDR aufgewachsen sind. Für sie war Bulgarien einst das ersehnte Schwarze-Meer-Urlaubsland, fast schon so exotisch wie Kuba. »Bis nunder nach Bulgarchen dud er die Welt beschnarchen«, besang Jürgen Hart die Abenteuerlust der Sachsen. Und nicht nur die fühlten sich angesprochen, sondern irgendwie eine ganze Republik. Von deren wagemutigem Teil hatten sich damals einige sogar darangemacht, die weite Welt zwischen Heimat und Balkan per Trabi zu erobern.

Die meisten in unserer Reisegruppe waren seither nicht in Bulgarien, einige auch noch nie. Wiedererkennungsemotionen paarten sich also häufig mit Erstmaligkeitserlebnissen, die immer wieder Weißt-du-noch?- oder eben Aha-Effekte auslösten.

Der Autor, der als Südosteuropakorrespondent dieser Zeitung dort auch lebte, arbeitete und gelegentlich bis heute arbeitet, war als Reiseführer mit von der Partie. Er hatte also die angenehme, ja einzigartige Gelegenheit, Leserinnen und Leser, die auch seine Reportagen kannten, in das Spannungsfeld Bulgariens zwischen gestern und heute eintauchen zu lassen. Zum einen ausgestattet mit der gewissen Insidersicht auf die Landesverhältnisse, zum anderen aber auch mit dem (hoffentlich immer!) professionellen Blick von außen, der Draufsicht also. Die Reaktionen der Reisenden ließen darauf schließen, dass ihm das einmal mehr recht gut gelungen zu sein scheint - und er freut sich schon aufs Wiedersehen mit der einen oder dem anderen auf einer nächsten nd-Leserreise!

Die kommenden, bei denen der Autor nd-Leserreisegruppen noch in diesem Jahr in seine Lieblingsgegend, also auf die Balkanhalbinsel (und sogar ein klein bisschen darüber hinaus) entführen wird, tragen diese Überschriften: »Griechenland - im Herzen der antiken Zivilisation«, »Die Adria und ihr Hinterland - eine Dreiländertour« und schließlich »Zypern - die Entdeckung Europas in der Levante«. Alle sind sie ohnehin immer eine Kulturreise wert; warum gerade 2018?

Nach Griechenland kommen wir in einer Zeit, die gesellschaftlich immer noch auf dem Knopf steht. Wir werden unter anderem mit linken Aktivisten zusammentreffen (auch mit den Seife- und Ölproduzenten, deren Produkte beim »nd« im Soliverkauf zu haben sind!). Und wir werden entlang der westlichen Ägäisküste Vor- und Zeitgeschichte erkunden.

Die Vorurteile über den Teil des Westbalkans, wohin uns die darauffolgende Reise führt, werden in Westeuropa vor allem mit Skandalen gepflegt. Wir haben vor Ort Gelegenheit, diese medialen Sichten mit der Realität zu vergleichen, zu sehen und hören, wie die Menschen dort darüber denken und wie sie leben.

Zypern schließlich scheint weit weg von Europa, doch der Inselstaat ist sogar in der EU und in der Eurozone - und dennoch für die meisten Leute der unbekannteste Zipfel. Und zeitgeschichtlich haben Deutsche durch die Teilung der Insel immer ein Déjà-vu-Erlebnis ...

»Willkommen!« also wieder bei nd-Leserreisen: »Kalosórisma!« zwischen Thessaloniki und Athen, »Dobrodošli!« zwischen Sarajevo und Split und »Kalosórisma!« und »Karşılama!« auf Zypern!

Infos

Unser Autor führt seit acht Jahren Reisegruppen durch Südosteuropa, vorrangig nd-Leserreisen spezial. Zuvor war er bei »neues deutschland« seit 1972 Redakteur, Ressortleiter, Vize-Chefredakteur und Auslandskorrespondent.