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Trump sichert weiße Privilegien

Minderheiten brauchen Quoten für Chancengleichheit, findet Alexander Isele

»Liebe, Chancengleichheit und Hoffnung«: US-Präsident Donald Trump hat am Nationalfeiertag per Liveschaltung in einem Grußwort 14.000 Neubürger Willkommen geheißen, die diese Woche die US-Staatsangehörigkeit erhalten. Traditionell finden am Unabhängigkeitstag besonders viele Einbürgerungszeremonien statt, und anders als seine Vorgänger vermied es Trump, selbst eine zu besuchen - aus Angst vor Protesten gegen seine Anti-Einwanderungspolitik.

Es sind aber nicht nur Trumps Abschottungspläne, die seine Worte wie Hohn erscheinen lassen. Tags zuvor nahm der Präsident eine Regelung des von ihm verhassten Vorgängers Barack Obama zurück, die Zugehörigen von ethnischen Minderheiten Quoten an Hochschulen garantierten. Denn Chancengleichheit bedeutet nicht, dass alle quasi von Geburt an dieselben Chancen haben. Wer das Pech hat, in arme Verhältnisse geboren zu werden, oder im falschen Stadtteil, oder mit der »falschen« Hautfarbe, der hat kaum Chancen auf einen Aufstieg aus eigener Kraft.

Noch immer gibt es einen Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Hautfarbe, nicht nur, aber auch in den USA. Die Rücknahme der Quoten hält denen, die eh schon privilegiert sind, die Konkurrenz fern. Und raubt den »Anderen« die Chance auf den größten Aufstiegsfaktor - Bildung.