/ Kommentare

Mission Regimechange

Alexander Isele über die US-Bemühungen, Irans Regierung zu stürzen

Bei der Wahl von Freund und Feind ist US-Präsident Donald Trump alles andere als traditionell. Jahrzehntealte Feindbilder werden begraben, Verbündete abserviert, alles für den Schein, ein großer »deal maker« zu sein. Wobei es ihm nicht unbedingt nur um die Außenwirkung geht: Um bei den Anhängern daheim zu punkten, wird außenpolitisch jede Menge Porzellan zertrümmert. Beim Thema Iran allerdings verfährt der US-Präsident traditionell. Anders als bei Nordkorea, der Europäischen Union oder Russland zeigt sich seine Administration dabei ungewohnt einig: Das verhasste Mullah-Regime müsse sich erst unterwerfen, dann weg.

Außenminister Mike Pompeo und Sicherheitsberater John Bolton hetzen mit solcher Inbrunst gegen Teheran, als ginge es ihnen um eine persönliche Sache. In Iran winkt das ganz große Geschäft: Die riesigen Öl- und Gasvorkommen lassen bei so manchem US-Öl-Multi die Augen feucht werden. Dass mit der radikalen Embargopolitik der USA die iranische Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes ausgehungert wird, stört Trump und Co. nicht. Ganz im Gegenteil, hoffen sie doch, dass die humanitäre Katastrophe einen Aufstand herbeiführt. Man sollte sich nicht wundern, wenn die USA schon bald einen Nachfahren des Schahs aus dem Hut zaubern.