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Eines Rechtsstaates unwürdig

Alexander Isele über das Versagen bei der gerichtlich angeordneten Zusammenführung von Kindern mit ihren Eltern in den USA

Es ist ein Skandal, der in moralischen Kategorien kaum zu fassen ist. In den USA verstreicht eine gerichtliche Frist zur Zusammenführung von Kindern und ihren Eltern, die die Behörden wegen des illegalen Grenzübertritts voneinander getrennt hatten, unerfüllt.

Das Problem: Die Behörden wissen teilweise nicht, welches Kind zu welchen Eltern gehört. Auch sind in 460 Fällen die Eltern der Kinder schon abgeschoben worden, was die Zusammenführung »erschwert«. Nun sollen DNA-Tests helfen, die teilweise erst fünf Jahre alten Jungen und Mädchen mit ihren Eltern zu vereinen.

Zwar erklärte die zuständige Ministerin für innere Sicherheit, Kirstjen Nielsen, dass einige der Kinder nicht mit ihren leiblichen Eltern die Grenze überschritten hätten oder dass die Eltern kriminell seien und die Familien deshalb nicht wiedervereint werden könnten.

Doch das Versagen der Behörden ist bodenlos, Nielson, die die Familientrennungen befürwortet, untragbar. Selbst Donald Trump hat sich von ihr distanziert, allerdings wohl nur, weil der Gegenwind auch von Seiten der Republikaner zu groß wurde.

Selbst wenn alle Familien wieder vereint werden können, die erlebte psychische und physische Gewalt wird schwere Folgen haben. Diese Administration ist eines Rechtsstaates unwürdig.

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