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Weniger ist mehr

Grit Gernhardt fände es gut, wenn bei der Verpackung gespart würde

Wer im Supermarkt einkauft, kennt das Problem: Die Taschen sind rappelvoll, doch nach dem Auspacken bleibt neben einem riesigen Haufen Plastik- und sonstigem Verpackungsmüll nur ein kleines Häuflein essbarer Lebensmittel zurück. Selbst viele Bioprodukte findet man erst, wenn man schichtenweise Karton oder Plastik entfernt. Weltmeister im Fußball sind die Deutschen zwar nicht mehr, aber dafür Europameister im Verpackungsmüll produzieren: 220,5 Kilo pro Kopf und Jahr waren es 2016 - der europäische Durchschnitt lag nur bei 167,3 Kilo pro Kopf.

Dass die Zahlen nicht sinken, ist angesichts kilometergroßer Plastikmüllstrudel im Meer, verdreckter Strände und riesiger exportierter Wohlstandsmüllberge eine Schande. Denn auch wenn viele Hersteller dem Kunden kaum eine Wahl lassen, hat er Möglichkeiten, Verpackungsmüll zumindest zu reduzieren. Wer nicht gleich in einem Unverpackt-Laden einkaufen will, kann darauf achten, Waren ohne überflüssige Verpackung zu kaufen. Der Coffee to go schmeckt auch aus dem Mehrwegbecher, Salat kann man selbst schnippeln, statt fertige Salatschalen zu kaufen. Doch in Sachen Verpackungsmüll scheint das Umdenken ein langer Prozess zu sein - und ein Gesetz, das die Hersteller zwingt, sich Lösungen für weniger und umweltfreundlichere Verpackungen zu überlegen, fehlt ebenfalls.