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»Von heute an muss Malta die Verantwortung für jeden Toten übernehmen«

Rettungsschiff »Sea-Watch 3« ist korrekt registriert - und wird trotzdem am Auslaufen gehindert

Von Fabian Hillebrand

Seit über einem Monat wird das Rettungsschiff »Sea-Watch 3« auf Malta festgehalten. Der Grund: Die maltesische Regierung verhindert das Auslaufen des Schiffes. Wegen einer angeblich fehlerhaften Registrierung im niederländischen Verkehrsregister. Eine Überprüfung hat nun ergeben, dass die Vorwürfe haltlos sind. Der Bericht liegt der maltesischen Regierung vor, diese lässt das Schiff aber trotzdem nicht auslaufen.

Die Untersuchung, über die zuerst Spiegel und Tagesschau berichteten, bescheinigt dem Schiff eine ordnungsgemäße Eintragung im niederländischen Schifffahrtsregister. Die »Sea-Watch 3« wird seit dem 02. Juli 2018 im Hafen festgehalten. Damals hatte Malta Ermittlungen gegen den Kapitän eines anderen unter niederländischer Flagge fahrenden Rettungsschiffes, der M/S Lifeline, wegen möglicher Probleme mit deren Registrierung, eingeleitet.

»Die Untersuchung zeigt, dass alle Voraussetzungen für eine Registrierung als Sportboot im Flaggenregister der Niederlande erfüllt sind«, das hat das Verkehrsministerium in Den Haag den maltesischen Behörden in einem Schreiben vom 24. Juli offiziell mitgeteilt. Der Bericht wurde verfasst von Inspekteuren, des niederländische Ministeriums für Infrastruktur und Wassermanagement.

Dennoch erhielt Sea-Watch ein Schreiben der Malteser Behörde, in dem sie ihr Anfrage, den Hafen zu verlassen, ablehnte. Die Behörden in Valetta behaupten, dass sie weitere Erläuterungen von den niederländischen Behörden zu bestimmten Aspekten benötigen. Die Kapitänin der Sea-Watch 3, Pia Klemp, hat kein Verständnis für die Haltung der maltesischen Regierung: »Wie kann es sein, dass unser Schiff in Malta immer noch blockiert ist? Und das obwohl die Seefahrernation Niederlande, die die Registrierungs- und Sicherheitsstandards auf dem Schiff fast einen Monat lang mit erfahrenen Experten überprüft hat, zu dem Schluss kam, dass mit unserem Schiff alles in Ordnung ist?«

Die »Sea-Watch 3« ist nicht das einzige Schiff, das in Malta festgesetzt worden ist. Auch die »Seefuchs« und die »Mission Lifeline« werden derzeit am Auslaufen gehindert. Die Blockade der Seenotrettung hat dramatische Konsequenzen: Die Zahl der Toten auf dem Mittelmeer ist deutlich gestiegen. Laut Zahlen der Organisation »Missing Migrants Project« war der Juni 2018 der tödlichste Monat auf der Fluchtroute seit fünf Jahren.

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Johannes Bayer findet drastisch Worte zum Vorgehen der maltesischen Regierung: »Von heute an müssen die maltesischen Behörden die volle Verantwortung für jeden Toten übernehmen, der hätte gerettet werden können, aber nicht wurde«, sagt das Vorstandsmitglied von Sea-Watch.