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Starke Stimmen

Hermann-Kesten-Preis

Der Hermann-Kesten-Preis 2018 des deutschen PEN-Zentrums geht an die nicaraguanische Autorin Gioconda Belli (»Bewohnte Frau«, »Mondhitze«). Die 69-Jährige sei eine der bedeutendsten lateinamerikanischen Schriftstellerinnen und zugleich »eine beeindruckende Persönlichkeit, die sich seit Jahrzehnten für die Rechte der Frauen und für soziale Gerechtigkeit einsetzt«, teilte die Schriftstellervereinigung am Dienstag in Darmstadt mit. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. Den mit 3000 Euro verbundenen Hermann-Kesten-Förderpreis erhält die ungarische Online-Zeitschrift »Direkt36«. Beide Preise werden am 15. November in Darmstadt verliehen.

Belli, ehemalige Wegbegleiterin der Sandinisten im Kampf gegen die Somoza-Diktatur, wende sich seit Jahren gegen die inzwischen selbst mit diktatorischen Mitteln agierende Regierung von Daniel Ortega, erläuterte das PEN-Zentrum. »In öffentlichen Aufrufen prangert sie unermüdlich die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung an und tritt gleichzeitig für einen Weg des Dialogs ein.«

Die ungarische Online-Zeitschrift »Direkt36« (www.direkt36.hu/en) sei eine Website für investigativen Journalismus, erklärte das PEN-Zentrum. Als in Ungarn regierungsnahe Kräfte das Portal »Origo«, für das der Journalist András Pethö arbeitete, kauften und in ein Propagandainstrument verwandelten, gründete er mit einigen Kollegen »Direkt36«. Trotz aller Widerstände engagierten sich Pethö und seine Mitstreiter Gergö Sáling und Balázs Weyer für die Meinungsfreiheit und scheuten sich nicht, die finanziellen Verwicklungen der ungarischen Oligarchie anzuprangern, hieß es. epd/nd