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Antisemitische Bilder in Schulbüchern

Berlin. Deutsche Schulbücher mit antisemitischen Vorurteilen bleiben nach den Worten von Zentralratspräsident Josef Schuster trotz Korrektur der entsprechenden Texte noch lange im Umlauf. »Selbst wenn inzwischen neue und verbesserte Auflagen produziert wurden, finden sich die alten Schulbücher oft noch viele Jahre in den Schulen und werden weiter benutzt«, erklärte Schuster am Montag. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur hatte Schuster diese Schulbücher heftig kritisiert. »Es gibt dort zuweilen Bilder, die von antisemitischen Stereotypen geprägt sind und damit eher an den ›Stürmer‹ erinnern, als dass sie eine sachliche Darstellung bieten würden.« Der »Stürmer« war ein judenfeindliches Nazi-Propagandablatt. Seine Kritik beruhe auf wissenschaftlichen Untersuchungen, etwa des Georg-Eckert-Instituts für Schulbuchforschung in Braunschweig. Die Wissenschaftler dort seien zu dem Ergebnis gekommen, dass in vielen Schulbüchern beim Thema Nationalsozialismus und Schoa (dem nationalsozialistischen Völkermord an den Juden Europas) die Sicht der Täter eingenommen werde. Antisemitische Darstellungen der NS-Propaganda würden zum Teil kaum eingeordnet. Schuster verwies auf eine Materialsammlung, die der Zentralrat mit der Kultusministerkonferenz erarbeitet hatte. dpa/nd