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Hollands Goldene Generation ist Geschichte

Mit Wesley Sneijder wurde beim 2:1 gegen Peru der letzte aus einer Riege großer niederländischer Kicker verabschiedet - titellos

Von Thomas Weitekamp, Amsterdam

Die ersten Minuten seines Ruhestands erlebte Wesley Sneijder in aller Öffentlichkeit. Mitten in der Amsterdamer Arena standen ein Sofa und ein Fernseher, der 34-Jährige hatte es sich dort gemütlich gemacht, sah mit seiner Frau und den zwei Kindern Karriere-Highlights und Grußbotschaften. Und der Wechsel des niederländischen Rekordnationalspielers vom Rasen auf die Couch war damit nicht nur symbolisch vollzogen - Hollands Fußball setzt den Umbruch fort.

»Es war mein letztes Spiel im Oranje-Trikot, das mir so viele tolle Momente gegeben hat«, sagte Sneijder nach dem 2:1 (0:1) im Test gegen Peru mit brüchiger Stimme: »All das ist jetzt vorbei. Aber es war ein wundervoller Abschied.« Und einer, der nicht ganz freiwillig kam. Nationaltrainer Ronald Koeman bastelt seit Monaten am Neuaufbau, pünktlich zum Start in die Nations League am Sonntag gegen Frankreich sagte nun auch der letzte Altstar »Varweel«. Die große Fußballnation will nach dem Verpassen der EM 2016 und der WM in diesem Sommer zurück zu alter Stärke. Und dabei wird die Goldene Generation nicht mehr gebraucht.

Arjen Robben, Rafael van der Vaart und Robin van Persie gehören schon nicht mehr zur Elftal. Nach 134 Auswahlspielen folgt nun Sneijder, der seine Klubkarriere bei Al-Gharafa in Katar ausklingen lässt. Diese Generation von Hochveranlagten ist ohne Titel geblieben, der zweite Platz bei der WM 2010 war der größte Turniererfolg für Sneijder und seine langjährigen Teamkollegen.

Koeman setzt seit März mit Blick auf die Europameisterschaft 2020 eine neue Mannschaft zusammen. Dazu gehören Toptalente wie Innenverteidiger Matthijs de Ligt (19 Jahre/Ajax Amsterdam) und Offensivspieler Justin Kluivert (19/AS Rom). Stützen des Teams sind bereits Virgil van Dijk (27), seit seinem Wechsel zum FC Liverpool für rund 80 Millionen Euro der teuerste Verteidiger der Welt, und Memphis Depay.

Der Stürmer von Olympique Lyon drehte am Donnerstagabend das Spiel gegen Peru mit seinen beiden Treffern (60./83.) in der zweiten Hälfte. Und Sneijder sieht im 24-Jährigen einen der Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft. »Ihm habe ich mein letztes Oranje-Trikot gegeben«, sagte Sneijder, es sei auch ein symbolischer Akt gewesen: »Memphis hat jedem gezeigt, wie gut er schon ist. Wir werden noch viel Freude an ihm haben.«

Die Nations League bietet Koeman nach der verpassten WM die Gelegenheit, sein neues Team echten Härtetests zu unterziehen. Das Spiel gegen den Weltmeister in Paris am Sonntag sei »definitiv eine Herausforderung«, sagte der Bondscoach. Und am 13. Oktober kommt Deutschland nach Amsterdam. Die Goldene Generation wird zuschauen. SID