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Von den Gefahren des Postweges

Hundeangriffe auf Zusteller können teuer werden

Erfurt. Zusteller von Briefen, Paketen oder Zeitungen werden auch in Thüringen regelmäßig von Hunden attackiert und nicht selten verletzt. »Es passiert leider nach wie vor, dass unsere Zusteller von Hunden angegriffen und gebissen werden«, sagte ein Sprecher der Deutschen Post. Um Briefträger vor solchen Angriffen zu schützen, würden diese in speziellen Hundetrainings für den Umgang mit den Tieren geschult, hieß es vom Marktführer. Dennoch habe es bundesweit im vergangenen Jahr etwa 2000 Fälle gegeben, in denen Postboten von Hunden gebissen worden seien. Thüringer Zahlen wollte der Sprecher nicht nennen. »Regionale Zahlen zum Thema kommunizieren wir grundsätzlich nicht extern.«

Allerdings sind offenbar nicht alle Zusteller gleichermaßen von solchen Attacken betroffen. Ein Sprecher des Logistikunternehmens DPD sagte, man habe kaum Erfahrungen mit Angriffen durch Hunde oder andere Tiere. »Zwischenfälle mit ernsteren Verletzungen sind dazu aktuell nicht dokumentiert.« Ähnlich äußerte sich ein Sprecher von Hermes. Hundeangriffe auf Paketboten des Unternehmens kämen vor, seien aber Ausnahmen. »Wir hatten aber eben auch schon Hundeangriffe, die teils erhebliche Verletzungen und mehrere Operationen nach sich gezogen haben, teils monatelanger Krankschreibung inklusive.« Im sächsischen Görlitz sei erst im Juli ein für Hermes tätiger Bote beim Betreten eines Grundstücks von einem Hund angefallen und im Gesicht verletzt worden.

Der Post-Sprecher verwies auf die Verantwortung der Hundebesitzer, Angriffe auf Zusteller zu verhindern. Die für Zeitungszusteller zuständige Berufsgenossenschaft erklärte: »Abhängig von der Schwere der Verletzung kann die Arbeitsunfähigkeit durchaus vier Wochen betragen und Kosten bis zu 5000 oder 6000 Euro verursachen.« Regressforderungen gegenüber den Hundehaltern seien für die Berufsgenossenschaft dann relativ einfach, wenn der Besitzer eine Haftpflicht- oder Tierhalterversicherung habe. »Schwierig ist es, wenn eine solche Versicherung nicht vorhanden ist und der Besitzer Geringverdiener ist.« dpa/nd