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Wenn Kinder zwei Zuhause haben

Welche Betreuungsform ist nach einer Trennung der Eltern am besten für die Kinder? Als Martin und Bettina K. sich trennten, wollte keiner von beiden den Alltag mit den zwei Kindern missen. Beide sind Lehrer und hatten sich die Kinderbetreuung immer weitgehend geteilt. Deshalb wollten auch die beiden zehn- und zwölfjährigen Söhne weder auf Mama noch auf Papa verzichten. Schließlich fand die Familie einen Kompromiss: Die Kinder wohnen im wöchentlichen Wechsel bei Vater oder Mutter.

Soll dieses sogenannte Wechselmodell auch zum Regelfall werden, wenn getrennte Eltern um die Kinder streiten? Darüber ist eine Diskussion entbrannt. Die Forderung der FDP: Das Wechselmodell sollte als gesetzlicher Regelfall festgeschrieben werden, wenn Eltern sich nicht einigen können und vor Gericht über den Wohnsitz und die Betreuung ihrer Kinder streiten. Keine andere Bundestagsfraktion unterstützt das.

Derzeit gehen die Gerichte im Streitfall vom Residenzmodell aus. Das heißt: Können sich Mutter und Vater nicht einigen, dann entscheiden die Richter, bei welchem Elternteil das Kind künftig wohnen soll. In aller Regel ist das die Mutter.

Viele Eltern wollen eine gemeinsame Betreuung. So kümmern sich 22 Prozent aller getrennt lebenden Eltern annähernd zu gleichen Teilen um ihre Kinder. Nach einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Allensbach sind 93 Prozent dieser Ex-Paare mit der Doppelresidenz-Regelung zufrieden.

Auch der Kinderschutzbund hält nichts vom FDP-Vorstoß. Gerade bei konflikthaften Trennungen sei die für ein Wechselmodell notwendige Gesprächsbasis oftmals überhaupt nicht vorhanden.

Doch wie wirkt sich das Wechselmodell eigentlich auf die Kinder aus, um deren Wohl es in erster Linie geht? Befürworter einer gesetzlichen Änderung verweisen auf internationale Studien, die gezeigt hätten, dass Kinder mit dem Wechselmodell besser zurechtkommen. epd/nd