/ Berlin

Nur noch kurz die Welt retten

»Woche des bürgerschaftlichen Engagements« zeigt, was die Zivilgesellschaft macht

Von Florian Brand

Viele gemeinnützige Organisationen wären ohne ehrenamtliches Engagement aufgeschmissen. Um zu demonstrieren, was freiwillige Arbeit so alles ausmacht, präsentiert die Landesfreiwilligenagentur Berlin e.V. vom 14. bis 23. September zum achten Mal die »Woche des bürgerschaftlichen Engagements«. Die Engagementwoche nimmt im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche »Engagement macht stark!« die vielfältigen Aktivitäten verschiedener Aktionstage und -wochen auf. Mehr als 150 Aktionen und Veranstaltungen unterschiedlichster Initiativen und Organisationen sind geplant, sagt Projektleiterin Carola Schaaf-Derich.

»Ehrenamtliche sind die Visitenkarte einer jeden Stadt«, sagt Schaaf-Derich. Gleichzeitig gehe es darum, ehrenamtliches Engagement von Seiten der Politik weiter zu unterstützen. »Es braucht mehr Austausch zwischen zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und Politik.« Die infolge des »Sommers der Migration« ausgelöste humanitäre Katastrophe in den Flüchtlingslagern Berlins im Jahr 2015 hätte ohne die zahlreichen Freiwilligen nicht bewältigt werden können, so Schaaf-Derich. »2015 war eine Krise in der Bewährung der staatlichen Organisation.« Künftig gehe es darum, sich interkulturell zu öffnen, erklärt die Projektleiterin. »Wir kennen noch viel zu wenig von einander. Die Politik muss sich noch viel stärker für Migrantenselbstorganisationen einsetzen«, fordert Schaaf-Derich. Bürgerliches Engagement sei zudem eine ideale Möglichkeit der Integration.

Kooperationspartner*innen sind neben kirchlichen Verbänden oder Bezirksämter, wie Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf, etwa auch der Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins, die zum »Berliner Bibliotheksfestival« einladen. Am 15. und 16. September feiern die zwölf Bezirksbibliotheken sowie die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) ihr 20-jähriges Verbundjubiläum.

Freiwillige ermöglichten in den öffentlichen Bibliotheken der Stadt Workshops, Kinderbetreuung oder Hausaufgabenhilfe, sagt Pressesprecherin Anna Jacobi. Sie seien dadurch mitverantwortlich, dass Bibliotheken in den letzten Jahren einen leichten Zulauf an Publikum erlebten. »Die ZLB hat an einem Tag mehr Besucher, als alle drei Opernhäuser zusammen«, so Jacobi. Gut ausgestattete Archive, wie die Schillerbibliothek in Wedding, würden auch von Jugendlichen gut besucht.