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Die Corona-Schuldigen

Andreas Koristka fordert Höchststrafen für China, Onkel Gerhard und andere

Von Andreas Koristka

»Warum eigentlich zieht niemand China zur Rechenschaft?«, fragte jüngst der Herausgeber des Berliner »Tagesspiegel«, Stephan-Andreas Casdorff, in einem meinungsstarken Kommentar seine Leser und mit ihnen die ganze Welt. Denn ist es nicht China, das uns mit seinem Coronavirus die ganze Fledermaussuppe eingebrockt hat? Wegen des Reiches der Mitte und der von ihm zu verantwortenden Viren müssen Millionen von unschuldigen Menschen leiden. Manche trifft es besonders hart wie zum Beispiel Friedrich Merz, der das Virus nur überleben durfte, um jetzt mit ansehen zu müssen, wie seine Kanzlerkandidatur daran scheitert. Aber es ist nicht nur China, welches man in einem Prozess am Internationalen Gerichtshof wegen seiner Schuld an dem ganzen Corona-Scheiß zu einer saftigen Strafe verurteilen müsste. Es gibt weitere Mitangeklagte:

Andreas Koristka ist Redakteur des Satiremagazins »Eulenspiegel«.

Zum einen wären da die Jugendlichen. Durch ihre wilden Feiereien, Alkoholexzesse und Sexorgien, bei denen sie ihre jungen makellosen Körper unter Nichteinhaltung sämtlicher AHA-L-Regeln aneinander rieben, befeuerten sie die Pandemie und die Fantasie ältlicher Mahner in den Zeitungen. Während ihrer Raves husteten sie sich fröhlich ins Gesicht und wuschen sich nach ihrer Ankunft in den heimischen vier Wänden nachlässig die Hände. Oft sangen sie dabei nur ein Mal »Happy Birthday« durch. Aus diesem Grund wird die Staatsanwaltschaft für sie hartnäckige Akne nicht unter zwei Jahren fordern.

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Eine noch härtere Bestrafung ist für Reiserückkehrer aus Mallorca vorgesehen. Sie werden allesamt eingesperrt werden. Im eigens zu errichtenden Gefängnis wird es ein sehr liebloses Buffet geben. Vollkornkost wird man dort vergeblich suchen. In den Zellen werden sich unter den Betten riesige Wollmäuse finden lassen. Der Duschvorhang wird verschimmelt und der Gefängnispool unbeheizt und grün vor Algen sein. Schlimmer noch wird der Anstaltsleiter bei jeglicher Kritik an den Zuständen auf das Reiseunternehmen verweisen. Alle in der Einrichtung befindlichen Pritschen werden zudem gut sichtbar mit einem Handtuch für Insassen aus England reserviert sein.

Die Ausrichter von Familienfeiern erhalten sogar ein gesondertes Verfahren. Ihre Schuld wiegt besonders schwer, denn sie haben das Infektionsgeschehen mit etwas angetrieben, was keiner einzigen Seele auf diesem Planeten jemals Freude bereitet hat. Wie viele Menschen mussten wegen Onkel Gerhards feuchter Aussprache sterben, die besonders auffällig wurde, als er von den Staus seiner Anreise und den Widrigkeiten der baustellenbedingten Verkehrsführung an der Autobahnauffahrt Neuruppin berichtete? Wie viele liegen derzeit noch in deutschen Krankenhäusern im Koma, weil Tante Sybille auf den Mayonnaise-Pamps geniest hat, den sie Nudelsalat nennt? Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Ausrichter dieser Feierlichkeiten mit Bewährungsstrafen davonkommen, weil die Eheschließung schon Strafe genug ist.

Natürlich sind das nicht die einzigen Schuldigen an Corona. Darum sollten wir die Zeit des anstehenden Lockdowns nutzen, um wirklich alle und jeden ausfindig zu machen, dem im Supermarkt beim Putzen seiner beschlagenen Brille die Alltagsmaske von der Nase gerutscht ist oder der an der Brötchentheke unachtsam jede Laugenecke angeleckt und danach wieder zurückgelegt hat. Sie sollen zusammengetrieben und vor den Toren der Stadt in die Wüste gejagt werden, wo sie elendig zugrunde gehen sollen. Erst wenn das geschehen ist, wird auch Stephan-Andreas Casdorff wieder unbeschwert seine »Tagesspiegel«-Beiträge schreiben können. Denn nur wer frei von Covidioten ist, der schreibe den ersten Kommentar. Möge keine Pandemie der Welt dazu führen, dass eine Seite in einer deutschen Zeitung weiß bleibt!