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Licht, Luft, Labyrinth

Zum Tod von J. Rivette

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Es war ein Kino der Veruntreuung, des leichten Gardinenschwungs, hinter dem die Tragödie einen Espresso trinkt. Jacques Rivette, 1928 in Rouen geboren, gehörte vor über 50 Jahren zu den Gründern der Nouvelle Vague, des neuen französischen Films. Folge einer Bandenbildung.

Als Filmkritiker bildeten sie gleichsam einen Revolutionsausschuss, radikal im Urteil, man muss sich das vorstellen: Godard und Truffaut, Rohmer und Chabrol - und eben Rivette, der sich selber als den Saint-Just der Fünf bezeichnete. Jakobinisch, guillotinisch. Kritiken, die freilich aus einem Talent kamen, nicht aus jenem mühsam kurbelnden Intellekt, der sich glücklich schätzen darf, dass das Höchste, das ihm gelingt, der Essay, als literarische Gattung gilt. Jacques Rivette schrieb Kritiken, die sich von einem Film entfernten, um ihm nahe zu kommen. Er liebte die Entfernung, vom Einfachen, vom Schlüssigen; er war als Schreibender, was er als Filmender blieb: labyrint...


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