Werbung

USA: Zika-Infektion auch durch Sexualkontakt

Virus im Sperma eines Mannes nachgewiesen / Krankheit breitet sich in Lateinamerika weiter »explosionsartig« aus / Brasilien rät Schwangeren von Besuch der Olympischen Spiele ab

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Während sich das Zika-Virus in Lateinamerika weiter ausbreitet, ist im US-Bundesstaat Texas ein Fall bekannt geworden, bei dem das vor allem für Schwangere gefährliche Virus durch Sexualkontakte übertragen wurde. Die Übertragung sei durch »eine kranke Person« erfolgt, »die aus einem Land mit weiter Verbreitung von Zika zurückgekommen war«, teilten die Gesundheitsbehörden in Dallas am Dienstag mit.

Das Geschlecht der Betroffenen wurde von den Behörden in Dallas ebenso wenig mitgeteilt wie der genaue Übertragungsweg. Die US-Seuchenschutzbehörde CDC geht zwei weiteren Zika-Fällen nach, die mit Sexualkontakten zu tun haben könnten. In einem Fall wurde das Virus laut der Zeitung »New York Times« von einem US-Forscher, der sich in Afrika aufgehalten hatte, auf seine Frau übertragen. In einem anderen Fall wurde das Virus im Sperma eines Mannes nachgewiesen, während es im Rest des Körpers nicht nachweisbar war.

Das von Stechmücken übertragene Virus grassiert derzeit in Süd- und Mittelamerika. Brasilien ist besonders schwer von der Zika-Epidemie betroffen: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt, nach Angaben der Behörden sind seit Oktober knapp 4000 Babys mit Verdacht auf Mikrozephalie auf die Welt gekommen, 404 Fälle sind bislang bestätigt.

Der Kopf der Kinder ist viel zu klein und die Gefahr groß, dass sie geistig behindert bleiben oder unter neurologischen Schäden leiden werden.

Die Gesundheitsminister des südamerikanischen Wirtschaftsblocks Mercosur wollten am Mittwoch in Uruguay über die Lage beraten. Dies teilte das Gesundheitsministerium Uruguays am Dienstag mit.

Bis vor wenigen Monaten galt das Zika-Virus noch als weitgehend harmlos. Viele Infizierte merken gar nicht, dass sie das Virus in sich tragen, nur bei 20 Prozent führt es zu grippeähnlichen Symptomen oder Hautausschlag. Inzwischen weisen Mediziner aber darauf hin, dass das Zika-Virus auch das Guillain-Barré-Syndrom - eine Nervenkrankheit - auslösen kann.

Vor allem Kolumbien, das mehr als 20.000 Zika-Fälle gemeldet hat, scheint davon betroffen. Die Zahl der Kranken mit Guillain-Barré-Syndrom sei »explosionsartig« angestiegen, sagte Gesundheitsminister Alejandro Gaviria. Derzeit kämen auf 1.000 Zika-Fälle 2,3 Patienten mit dem Syndrom, das zu Lähmungserscheinungen führen kann.

Wegen der Gefahr der Ansteckung mit dem Zika-Virus hatte die brasilianische Regierung schwangeren Frauen vom Besuch der Olympischen Spiele in Rio abgeraten. Die Olympia-Organisatoren setzen aber laut einer Erklärung vom Dienstag darauf, dass die Gefahr durch die Zika-Epidemie bis zur Eröffnung der Wettkämpfe abgeflaut ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte wegen der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus einen »weltweiten Gesundheitsnotstand« ausgerufen. Die WHO teilte am Dienstag mit, sie habe ein Krisenreaktionszentrum eingerichtet, um die Arbeit aller am Kampf gegen die Zika-Gefahr beteiligten Stellen zu koordinieren.

Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaft (IFRC) startete einen Spendenaufruf. Sie will zunächst umgerechnet 2,1 Millionen Euro sammeln. Es komme darauf an, die Mückenplage einzudämmen und die Menschen vor den Mücken zu schützen, zugleich müsse die Armut bekämpft werden, erklärte IFRC-Direktor Walter Cotte. Der französische Pharma-Konzern Sanofi teilte mit, er arbeite an der Entwicklung eines Anti-Zika-Impfstoffs. Das könnte nach Experteneinschätzung aber Jahre dauern. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen