Werbung

Cizre: Dramatische Lage für Eingeschlossene

Türkische Truppen blockieren die kurdische Stadt

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

In der kurdischen Stadt Cizre bleibt die Situation für mehr als 20 Verletzte weiter dramatisch. Seit Tagen gibt keinen Kontakt zu ihnen.

Die internationale Ärzteorganisation IPPNW hat die türkische Regierung aufgefordert, die Blockade der kurdischen Stadt Cizre im Südosten des Landes zu beenden und eine Versorgung der dort eingeschlossenen Bewohner zu ermöglichen. Die Stadt steht seit Mitte Dezember vergangenen Jahres unter einer durchgängigen Ausgangssperre, die Bevölkerung sei weitestgehend von der Versorgung mit Strom und Wasser abgeschnitten.

Besonders dramatisch soll sich die Situation für mehr als 20 zum Teil schwer verletzte Personen darstellen, die in einem Keller in Cizre festsitzen. Krankenwagen versuchten vergeblich, zu ihnen vorzudringen. Aufgrund des schweren Granatbeschusses durch türkische Sicherheitskräfte könnten weder die Verletzten noch die Toten geborgen werden, erklärte die IPPNW auf Grundlage von Berichten verschiedener Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International und die Türkischen Menschenrechtsstiftung.

Zuletzt hatte sich die Lage der Eingeschlossenen offenbar am Montag dieser Woche noch einmal deutlich zugespitzt. »Wir haben seit mehr als 48 Stunden keine Verbindung mehr«, sagte die Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Meral Danis Bestas, der Deutschen Presse-Agentur per Telefon.

Die Opposition beschuldigt die Regierung, den Rettungseinsatz zu verhindern und Helfer unter Beschuss zu nehmen. Die Regierung dagegen wirft Kämpfern der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) vor, auf Einsatzkräfte zu feuern.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Vorwurf, den Eingeschlossenen werde medizinische Hilfe verwehrt, am Freitag vergangener Woche als eine »Lüge« bezeichnet. »Vielleicht sind sie noch nicht einmal verletzt«, sagte er. Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu hatte jedoch ebenfalls in der vorigen Woche bestätigt, dass die Eingeschlossenen verletzt seien.

Die Ärzteorganisation appellierte an die Konfliktparteien, »die elementaren Regeln des Kriegsrechts auch im Bürgerkrieg im Südosten der Türkei« einzuhalten, indem der Zugang zu verwundeten Zivilisten und Kombattanten ermöglicht werde. In einem Brief an die die deutsche Bundesregierung und die Bundesärztekammer forderten die Ärzte der IPPNW dazu auf, für eine schnelle Lösung einzutreten.

Bereit zu Wochenbeginn hatten die Vereinten Nationen die Türkei aufgefordert, in Cizre die Menschenrechte zu wahren. Anlass dafür war ein Video, das vor mehr als einer Woche verbreitet wurde. Darauf sind unbewaffnete Zivilisten zu sehen, die beim Transport von Toten über eine Straße beschossen werden. Der Kameramann Refik Tekin, der selbst verletzt wurde, hatte das Video aufgenommen. Der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, bezeichnete die Bilder als »äußerst schockierend«. rdm/Agenturen

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!