Cornelia Ernst 11.02.2016 / Kommentare

Die EU gibt sich auf

Cornelia Ernst sieht in der aktuellen Flüchtlingspolitik keinen gemeinsamen solidarischen europäischen Ansatz

Als ich vor wenigen Tagen in Athen eines der Transitlager besuchte, in denen Flüchtlinge auf die Weiterreise gen Norden ausharren, traf ich eine afghanische Familie. Erschöpft lagen Eltern und Kinder auf Isomatten, zwischen Hunderten anderen. »Unsere Familie ist zusammen«, erklärte der Vater zweier Kinder. Angesprochen auf die Bootsfahrt von der türkischen Küste aus, brachen er und seine Frau in Tränen aus. So geht es vielen, die jetzt in Durchgangslagern unter schwierigsten Bedingungen leben, traumatisiert, hungrig und krank. Sie können nicht weiter, weil Mazedonien die Grenze dicht gemacht hat. Überall in Athen warten die von den Inseln kommenden Flüchtlinge auf ihre Weiterreise. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Die Türkei hat die Grenze zu Syrien geschlossen. Auf syrischer Seite warten nun schon etwa 50 000 Menschen bei klirrender Kälte. Und immer sind Kinder zu sehen. Für sie gibt es auf diesen gefährlichen Reisen keinen Schutz, insbesondere nicht für unbegleitete Minderjährige. Die meisten allein reisenden Kinder kommen aus Afghanistan. Viele sind auf der Reise verschwunden. Wohin, weiß niemand.

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