Merkel und die »starken Männer«

Sie hat Herz, aber keinen Plan? Mit den Attacken gegen die Kanzlerin ist auch die Frau im Amt gemeint. Tom Strohschneider über sexistische Aufladungen der Kritik an der CDU-Chefin

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Sie war die »mächtigste Frau der Welt« und hierzulande immer auch gern die »Mutti«. Inzwischen ist die Kanzlerin zum Dreh- und Angelpunkt einer tektonischen Großverschiebung in der Bundespolitik geworden: Alles was nach rechts drängt, macht nicht nur gegen Geflüchtete Front, sondern auch gegen Angela Merkel - die CDU-Chefin wird als personalisierte »Willkommenskultur« attackiert. Auch das verbindet die Hetze der AfD und den Hass der Pegida-Aufmärsche mit den Drohungen aus der CDU.

Es ist dabei kein Zufall, dass die Anti-Kanzlerinnen-Rhetorik auf breiter Front eine Domäne von Männern ist. Mehr noch: In den Attacken auf Merkel schwingt eine Weltsicht mit, die ihren Mangel an politischer Substanz durch sexistische Aufladung zu überdecken versucht. Die CDU-Chefin, deren Asylkurs man kritisieren kann und muss, wird dabei aber als Frau angegriffen, bloßgestellt, verächtlich gemacht.

Das ist vor allem eine CSU-Spezialität. In Erinne...


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