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Anwohner als Kiezkulisse

Nicolas Šustr über die Welt zu Gast in Berlin - die manchen zu sehr auf die Pelle rückt

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Der Meistersaal am Potsdamer Platz sollte es sein, wo die Welt erfährt, dass Berlin im vergangenen Jahr über 30 Millionen Übernachtungen zählte. Dort wo David Bowie in den 1980er Jahren ein Album einspielte. Auch der Lokaltitan, der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), war an diesem Donnerstag da, um sich im Lichte dieses historischen Erfolges zu sonnen. Denn: »So etwas kommt nicht von alleine«, sagte er. Natürlich soll das Publikum nun in sich gehen und darüber nachdenken, dass unter anderem seine weise Politik ganz viel richtig gemacht hat, um die Massen anzuziehen.

»Die Welt ist zu Gast in unserer Stadt«, freut sich Burkhard Kieker, Geschäftsführer von der Tourismusorganisation »visitBerlin«. In Friedrichshain oder Neukölln haben Anwohner den Eindruck, die Welt sei zu Gast in ihrem Wohnzimmer. Und das häufig sehr betrunken. Und eventuell nicht so gut erzogen. Seit über einem Jahrzehnt gibt es die Beschwerden. Getan hat sich nichts. Während der Senat sich Jahr für Jahr in neuen Tourismusrekorden sonnt, wird die Kärrnerarbeit, den Kompromiss zwischen Wohn- und Ausgehgegend zu finden, großzügig den Bezirken überlassen. Sie dürfen versuchen, fast ohne finanzielle Ausstattung zu moderieren oder auch ordnungsrechtlich Grenzen zu ziehen.

Über 40 Millionen Euro brachte die »City Tax« genannte Übernachtungssteuer im vergangenen Jahr ein. Ob nicht wenigstens davon die stark gestiegenen Straßenreinigungsgebühren bezahlt werden könnten, die momentan auf die Anwohner umgelegt werden, war einer der zarten Vorschläge. Nein. Stattdessen wird teilweise neue Touristenwerbung finanziert. Kieker sorgt sich erst um die Bewohner, wenn sie drohen, als authentische Kulisse im Kiez wegzufallen. Bisher scheint man das nicht zu fürchten. Schlimmstenfalls sind ja die Bezirke schuld.

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