Werbung

»Für den Hausputz reicht es noch«

CDU-Lokalpolitiker aus Rheinland-Pfalz provoziert mit diskriminierenden Aussagen zur Ministerpräsidentin

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Daniel Wilms (CDU) sorgte am Donnerstag mit frauen- und behindertenfeindlichen Facebook-Statements gegen die zeitweise auf den Rollstuhl angewiesene Malu Dreyer (SPD) für Empörung.

Seit 22 Jahren leidet die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) an Multipler Sklerose, einer chronisch entzündlichen Erkrankung des Nervensystems. Längere Strecken muss sie im Rollstuhl zurücklegen. 2013 befragte das Magazin der »Süddeutschen Zeitung« die Politikerin im Rahmen der Interviewreihe »Sagen Sie jetzt nichts«, bei der bekannte Persönlichkeiten auf Fragen mit Gestik und Mimik antworten. Während der Fotoaufnahmen saß die Sozialdemokratin im Rollstuhl. Laut eigener Aussage möchte Dreyer durch solche Bilder zeigen, »dass eine Einschränkung dieser Art kein Hindernis mehr ist, bestimmte Ämter auszuführen«.

Als ein SPD-Unterstützer diese Fotostrecke am Donnerstag erneut bei Facebook veröffentlichte, setzte Daniel Wilms einige Kommentare ab. Zunächst warf das Vorstandsmitglied der CDU Koblenz-Süd der SPD vor, im Wahlkampf »auf der behinderten Mitleidsschiene« zu fahren. Der Regierungspartei attestierte Wilms »›behinderten‹ Filz«. Dreyer empfahl er, sie solle »Erwerbsminderungsrente beantragen und abtreten«. Ein Foto, auf dem Dreyer einen Staubwedel in die Kamera hält, kommentierte er so: »Für den Hausputz reicht es noch ...«

Die Fotos sind online nicht mehr zu finden, die Screenshots kursierten jedoch am Freitag. Darum rief die Aktion viele empörte Reaktionen hervor - und zeitigte Konsequenzen. Der CDU-Kreisverband »distanziert sich in aller Deutlichkeit von diesen Äußerungen«, wie es in einer Stellungnahme auf Facebook heißt.

Laut SWR traf sich der Vorstand des CDU-Ortsverbandes Koblenz-Süd bereits am Donnerstagabend. Wilms sei nahegelegt worden, zurückzutreten und die Partei zu verlassen. Er habe jedoch beides abgelehnt. Daraufhin sei der Rest des Vorstandes zurückgetreten. Julia Klöckner, die CDU-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl, kommentierte die »Causa Wilms« am Freitag im SWR: »Es ist geschmacklos.« Wilms bekräftige indessen seinen Standpunkt und schrieb bei Facebook, die SPD »kann und will offenbar nur mit Mitleid punkten«.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!