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Wildwuchs statt Qualität

Silvia Ottow über die zwiespältige Bilanz zur ambulanten Behandlung

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Die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Behandlung ist seit Jahrzehnten ein Dauerbrenner im Gesundheitssystem. Die meisten wollen sie, und der Grund dafür ist einleuchtend: Das medizinische Know-how eines Krankenhauses mit seiner fachlichen Expertise und seiner wissenschaftlich-technischen Ausstattung könnte für Patienten von großem Nutzen sein, auch ökonomisch dürfte das Sinn ergeben. So ist es aber leider nicht gekommen. Obwohl die Zahl der ambulanten Einrichtungen zunahm, lässt die Qualität der Behandlung mitunter zu wünschen übrig, die Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten ist mangelhaft, meistens wird der Patient viel zu oft untersucht, ehe er behandelt wird. Und preiswerter ist dieser Wildwuchs auch nicht.

Erstaunlich ist das alles nicht. Kliniken, Niedergelassene, Fachärzte, Spezialambulanzen - sie alle müssen sich das Geld der Krankenversicherten teilen und wer möglichst viel davon haben möchte, muss möglichst viel machen. Der Patient kann niemals sicher sein, ob er mit seinem kleinen ambulanten Eingriff auch wirklich an der für ihn besten Stelle gelandet ist. Die Zusammenarbeit der Sektoren - wie es die Gesundheitsexperten nennen - erfordert klare Regeln, um die man sich bisher herumdrückte, aber auch ein bisschen Einsicht und Verzicht auf das eine oder andere Geschäft, sowohl bei Ärzten als auch Krankenhausmanagern. Und da wird es schon schwieriger.

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