Kehraus im »Dschungel«

Frankreich hält an der umstrittenen Räumung des Flüchtlingscamps bei Calais fest

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Tausende Flüchtlinge campieren am Rande der Hafenstadt Calais, um von dort den Sprung nach Großbritannien zu schaffen. Sie sollen ihre Behausungen verlieren - und Fluchtträume begraben.

Baustellenlärm, Feuer, Tränengas - die Teilräumung des »Dschungel« von Calais blieb nach ihrem Beginn nicht nur weiter umstritten. Die Arbeiten in dem Flüchtlingslager im Nordwesten Frankreichs gingen auch am Dienstag mit einem massiven Polizeieinsatz und unter Protest von Betroffenen vonstatten. Die Bedingung, dass alles friedlich bleibt, unter der das Verwaltungsgericht von Lille die Evakuierung überhaupt genehmigt hatte, blieb so unerfüllt.

Während mehrere Dutzend Mitarbeiter der Asylbehörde Ofpra und Sozialarbeiter die Migranten zu überzeugen versuchten, sich in ein Auffanglager umsiedeln zu lassen und dort einen Asylantrag für Frankreich zu stellen, begannen die Polizisten schon am Montag, leerstehende Zelte und Hütten abzureißen. Radikale Mitglieder der Organisation »No Border« (Keine Grenzen) wollten sie daran hindern und steckten zusammen mit Bewohnern einige der Zelte und Hütten in Brand. Es kam zu Zusammenstößen mit der Poliz...

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