USA: Anfragen zu Auswanderung steigen nach Trumps Siegen

Vor allem Google-Anfragen zu nördlichen Nachbarn / Kanadische Insel wirbt explizit um »Trump-Flüchtlinge«

In US-Wahlkampfzeiten denkt mach US-Amerikaner an Auswanderung. Die Aussicht auf einen Präsidenten Trump lässt die konkreten Anfragen zum Thema jetzt extrem steigen - das liberale Kanada wird zum Sehnsuchtsort.

Washington. Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA lässt offenbar immer mehr US-Bürger nach Informationen zum Thema Auswanderung suchen. Nach den Erfolgen der Bewerber Donald Trump bei den Republikanern und Hillary Clinton bei den Demokraten am »Super Tuesday« hätten ungewöhlich viel US-Amerikaner mithilfe der Suchmaschine Google Seiten zum Thema Auswanderung gesucht, berichtet das Nachrichtenportal »Mashable«. Vor allem Anfragen zum Nachbarland Kanada seien verstärkt registriert worden, die Anzahl der Anfragen generell stieg laut »Mashable« bis Dienstagabend um Mitternacht um über 1150 Prozent.

Die höchste Zahl der Anfragen kam demnach aus dem US-Bundestaat Massachusetts – dort hatte Trump fast die Hälfte der Stimmen der Republikaner auf sich vereinen können. Auf der Website der kanadischen Regierung zum Thema Einwanderung tauchte zur etwa gleichen Hinweis auf, dass es bei der Nutzung der Seite zur Verzögerungen kommen könnte. Dies könnte ein Hinweis auf die hohe Zahl von Suchanfragen sein. Der Hinweis findet sich dort bis heute (Donnerstagvormittag). Laut »Mashable« spricht dafür zumindest, dass diese Anzeige während des gesamten Februars dort zumindest nicht auftauchte.

Das Interesse an Auswanderung in das nördliche Nachbarland steigt in Zeiten von US-Wahlkämpfen generell an – dieses mal ist das Interesse jedoch scheinbar besonders groß: Die Website der kanadischen Insel Cape Breton, die offensiv um »Trump-Flüchtlinge« aus den USA wirbt (»Cape Breton if Donald Trump wins«) verzeichnete schon vor deem Super Tuesday Anfragen im sechstelligen Bereich. Cape Breton, das laut Website gerade ein »kleines Problem mit der Bevölkerungszahl« hat, wirbt vor allem damit, Vielfalt kultureller Art, zum Beispiel auch bei Sprachen (»Wir sprechen Französich, sogar Gaelisch, aber jeder hier auch Englisch so wie ihr!«), als Wert zu betrachten. Agenturen/nd

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