Werbung

Studie: EU unterstützt tierschutzwidrige Megafarmen

Viele öffentlich geförderte Betriebe erfüllen nicht einmal EU-Minimalanforderungen / Über 50 Millionen US-Dollar für einen der größten Schweinehaltungsbetriebe in China / Tierschutzverbände fordern Tierwohlstandards als Kritierium für Kreditvergabe

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Öffentliche Gelder von EU-Mitgliedsstaaten unterstützen nach Darstellung von Naturschützern tierschutzwidrige Betriebe in Osteuropa und Asien. Oftmals erfüllten die Tierhaltungsbedingungen in diesen Betrieben nicht einmal EU-Mindestanforderungen. So lautet das Ergebnis einer Studie der in den USA gegründeten Tierschutzorganisation Humane Society International (HSI), die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Die HSI, nach eigenen Angaben einer der weltweit größten Tierschutzverbände, fordert gemeinsam mit dem Deutschen Naturschutzring (DNR) und der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt (ASS) von der Bundesregierung, dass sie sich bei der Weltbank für Tierwohlstandards als Kriterium für Kapitalvergaben einsetzt. Dementsprechende Weltbankrichtlinien könnten sich auf weitere Banken auswirken, hoffen die drei Organisationen. »Dadurch könne das Leid von Milliarden Tieren gemindert werden«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Die öffentlichen Gelder der Mitgliedsstaaten würden von Finanzinstituten wie der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie der Weltbankgruppe eingesetzt, um Farmen zu finanzieren, die Massentierhaltung betreiben. Zudem würden Garantien für Exportkredite, sogenannte Hermesbürgschaften, das wirtschaftliche Risiko von Exporteuren auf den Steuerzahler übertragen.

»Tierquälerische Massentierhaltung ist nicht nur moralischer, sondern auch ökonomischer Unfug«, sagte Nicolas Entrup, Berater der HSI. Auch habe die Einfuhr von Billigprodukten negative Auswirkungen auf die deutsche Landwirtschaft. »Und da für verarbeitete Lebensmittel keine entsprechende Kennzeichnungspflicht besteht, kann der Konsument nicht erkennen, ob dort verwendete Eier aus Käfighaltung stammen«, kritisierte Naturschutzring-Präsident Kai Niebert.

Nach Angaben der drei Organisationen stellte beispielsweise die Weltbankgruppe Muyuan, einem der größten Schweinehaltungsbetriebe in China, in den vergangenen Jahren über 50 Millionen US-Dollar für die Vergrößerung einer Anlage zur Verfügung, in der sich mehr als 1,5 Millionen Schweine in engen Kastenständen befinden. »Ebenso grotesk ist es, Käfighaltungssysteme, die in Deutschland verboten sind, nun mit öffentlichen Geldern jenseits der EU-Grenzen neu zu errichten«, kritisierte Konstantinos Tsilimekis, Leiter der Wissenschaftsabteilung der Albert Schweitzer Stiftung. Als Beispiel nannte er den Bau zweier Käfigbatterien für 11,2 Millionen Legehennen in der Ukraine im Jahr 2012. Deutschland unterstützte den Bau nach seinen Angaben mit Hermesbürgschaften in Höhe von 26,4 Millionen Euro. epd/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen