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Schleswig: Brandanschlag auf Flüchtlingswohnung

Täter schütten brennbare Flüssigkeit durch offenes Fenster / Unbekannte schießen auf Asylunterkunft in Mochau / Deutsch-Arabisches Kulturzentrum in Borna mit Farbbeuteln attackiert

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In der Nacht zum Freitag haben Unbekannte in Schleswig (Schleswig-Holstein) einen Brandanmschlag auf die Wohnung einer Flüchtlingsfamile verübt. Die Täter schütteten gegen 22.40 Uhr durch das Fenster des Hauses eine brennbare Flüssigkeit und zündeten diese an. Die Bewohner konnten das Feuer mit einer Decke löschen, da sie sich zum Tatzeitpunkt im Wohnzimmer aufhielten. Bislang fehlt von den Tätern jede Spur, die Polizei ermittelt.

Unbekannte haben in Mochau (Sachsen) eine künftige Flüchtlingsunterkunft beschossen. Mitarbeiter des Wachschutzes hätten ein Einschussloch an der Eingangstür bemerkt, teilte die Polizei am Freitag mit. Das Projektil, das bisher nicht gefunden wurde, hat die Scheibe beschädigt, aber nicht durchschlagen. Der Schaden wird auf mehrere hundert Euro geschätzt. Die Polizei sucht nach Zeugen für den Beschuss in der Nacht zum Freitag.

Das Deutsch-Arabische Kultur- und Bildungszentrum in Borna (Sachsen) ist mit Farbbeuteln attackiert worden. Unbekannte hätten in der Nacht zum Freitag die Scheiben des Vereinszentrums eingeschlagen und mehrere offenbar mit Blut gefüllte Beutel in den Gebetsraum geschleudert, teilte die Polizei am Freitag in Leipzig mit. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand, die Höhe des Sachschadens sei noch unklar.

Nicht geklärt ist zudem, ob es sich um Schweineblut gehandelt habe. Die Beamten hätten auf dem Fußweg zwei Plastikbeutel mit einer blutähnlichen Flüssigkeit gefunden, hieß es. Auch die Scheiben und die Wände des Gebetsraums seien mit dieser Substanz beschmiert worden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Die Einrichtung gibt es noch nicht mal ein Jahr in Borna. Sie war mit Spenden von Ehrenamtlichen gegründet worden und bietet unter anderem Deutschunterricht für Ausländer an. Der Gebetsraum wird täglich mehrmals genutzt. Das Bildungszentrum steht nicht nur Arabern offen.

Im Prozess wegen des Brandanschlags auf ein bewohntes Flüchtlingsheim in Salzhemmendorf (Niedersachsen) hat die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von acht Jahren für den Angeklagten Dennis L. (31) gefordert. Es habe sich um versuchten Mord und Brandstiftung gehandelt, sagte Staatsanwältin Katharina Sprave in ihrem Plädoyer am Freitag vor dem Landgericht Hannover. Dennis L. hatte zu Beginn des Prozesses gestanden, in dem Ort bei Hameln am 28. August einen Molotow-Cocktail in das überwiegend von Asylbewerbern bewohnte Mehrfamilienhaus geworfen zu haben. (Az: 39 Ks 20/15)

Bei dem Anschlag waren eine 34-jährige Frau aus Simbabwe und ihre drei Kinder nur knapp dem Feuer entkommen. Verletzt wurde niemand. Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen. Neben Dennis L. müssen sich zwei Mittäter verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht von fremdenfeindlichen Motiven aus. Staatsanwältin Sprave betonte, sie sehe die Tötungsabsicht als gegeben an. »Es ist eine glückliche Fügung, dass es nicht zur Tatvollendung gekommen ist.«

Für den Mitangeklagten Sascha D. (25) verlangte sie sieben Jahre Haft. Er hatte zuzugeben, gemeinsam mit Dennis L. aus einer leeren Weinbrandflasche, Holzspänen und Benzin den Brandsatz gebastelt zu haben. Beide gaben an, vor dem Anschlag erhebliche Mengen Alkohol getrunken zu haben. Für die dritte Angeklagte Saskia B. (24) forderte die Staatsanwältin vier Jahre und zwei Monate Haft. Sie hatte eingeräumt, die beiden Männer zum Tatort gefahren zu haben.

In dem Haus hielten sich zur Tatzeit rund 40 Personen auf. Neben deutschen Bewohnern waren dies Asylsuchende aus dem Irak, Pakistan, Syrien, der Elfenbeinküste und Simbabwe. Die Angeklagten führten den Anschlag vor allem auf ihren hohen Alkoholkonsum zurück. Sie hätten dadurch die Kontrolle über ihre Handlungen verloren. Die Verteidigung wies eine Tötungsabsicht zurück. Das Urteil wird für Mitte März erwartet. Agenturen/nd

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Das Blättchen Heft 19/18