Iris Rapoport, Boston und Berlin 05.03.2016 / Kolumnen

Das exotische Vitamin

Biolumne

Den eigenen Kot zu verspeisen kommt für uns Menschen wohl nicht in Frage, um Vitamin B12 aufzunehmen. So machen es zumindest einige Tierarten und gelegentlich sogar unsere nächsten Verwandten, die Affen.

Ein einziges Mal hat es das Schwermetall Kobalt in der Evolution in ein Biomolekül geschafft - im Cobalamin. Das Kobalt sitzt dabei sehr fest im Zentrum eines Molekülringes, der große Ähnlichkeit mit unserem Blutfarbstoff besitzt. Cobalamin ist auch genauso schön rot. Nur Bakterien können es bilden. Seine Synthese ist sehr aufwendig und wurde bei höheren Organismen eingespart. Doch es ist unverzichtbar für Mensch oder Tier und deshalb ein Vitamin. Viele Bakterien, die Cobalamin, auch Vitamin B12 genannt, bilden, leben mit höheren Organismen symbiotisch.

Wunderbar, mag man denken, da ist das Problem ja gelöst. Mitnichten. Zumindest nicht für uns Menschen, denn die Bakterien wohnen dort, wo Cobalamin wohl nicht mehr resorbiert werden kann: im Dickdarm. Den meisten Tieren geht es nicht anders. Nagetiere wie etwa Hasen und manchmal sogar unsere nächsten Verwandten, die Affen, verspeisen bei Bedarf den eigenen Kot, um Vitamin-B12-Mange...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: