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Der Gute

Personalie: Gilt auch für Papst-Äußerungen: »Achtung! Können Spuren von Wahrheit enthalten.«

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War es ein Anfall von Realismus? Oder eher von Rechtspopulismus? Hatte er etwas eingeworfen? Crystal Meth gar? Jedenfalls äußerte sich Papst Franziskus zur muslimischen Masseneinwanderung in Europa sehr dezidiert: »Wir können heute von einer arabischen Invasion sprechen.«

Franziskus ist der Gute. Schlechthin sozusagen. Deshalb werden bei ihm die Worte nicht auf die Waage der Wahrheitsfindung, die zuverlässig nach links oder rechts ausschlägt, gelegt. Sie werden von den Qualitätsmedien ausgiebig und eindringlich geprüft. »... und siehe da, es war sehr gut.« (1.Mose 1,31) Denn erstens ist es, so die Exegese von Spiegel-online, »offenbar anders gemeint« (Ist das bei Kirchenfürsten nicht die Regel?) und zweitens fügte der Pontifex hinzu, dass daraus neue Chancen erwüchsen.

Die Chancen der Invasion. Damit liegt hier augenscheinlich ein sogenanntes Oxymoron vor, also eine sprachliche Fügung, die aus zwei einander widersprechenden Begriffen gebildet ist. Oder doch nicht? Invasion klingt zwar einigermaßen bedrohlich sowie AfD- und Pegida-affin, verliert aber durch die weise pontifikale Einordnung ihren semantischen Schrecken: Schließlich habe Europa in seiner Geschichte viele Invasionen erlebt, »aber es hat immer über sich selbst hinauswachsen, voranschreiten können, um sich dann, bereichert durch den Austausch der Kulturen, wiederzufinden«. Ja, so kann man es auch sehen. Wer Krise sagt, muss auch Chance sagen. Wer Invasion sagt, erst recht. Und dass der Islam für Christen Chance und gar Vorbild ist, hat Franziskus bereits in seinem Apostolischen Schreiben »Evangelii gaudium« unmissverständlich klar gemacht. Es sei, heißt es da, »bewundernswert zu sehen, wie junge und alte Menschen, Frauen und Männer des Islams fähig sind, täglich dem Gebet Zeit zu widmen und an ihren religiösen Riten treu teilzunehmen«. Ein gewisser Neid angesichts der abendländischen Gotteskrise ist da nicht zu überlesen. Sollte sich in der islamischen Welt ein adäquater Fürsprecher der Christen finden, dürfte der Friede auf Erden nicht mehr fern sein.

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